[singlepic id=340 w=320 h=240 float=left]Eine Überlegung spielte sehr bald auch eine Rolle bei der Ausgestaltung des Europa-Parks: Man darf nicht stehenbleiben. Nicht nur, dass mittlerweile jährlich mindestens eine neue Attraktion eröffnet wurde, man arbeitete auch sonst am Park, verbesserte und korrigierte einige von den Attraktionen und veränderte Kleinigkeiten. Dabei wurde auch gern auf Material zurückgegriffen, das bereits vorhanden war. Auch heute ist es noch so, dass man im Park Gegenstände wiederfindet, die früher einmal in anderen Attraktionen verwendung fanden.
1988 wird mit “Victoria Square” der Englische Themenbereich eröffnet, und zwar durch Queen Elizabeth II. Glauben Sie nicht? Richtig, es war nicht die echte, sondern ihre Doppelgängerin. Macht aber nichts. Bereits vorhandene Bahnen wie die Monza-Piste oder der Elektronik-Schiessstand, werden in den neuen Bereich integriert, ebenso wie das „Magische Haus“, ein Haus mit optischen Illusionen, in dem die Schwerkraft nicht zu gelten scheint. Auch ein historisches Karussell findet hier seinen Platz. Es ist hier auch das erste Mal, dass ein Themenbereich gebaut wird, der keine eigentliche Hauptattraktion hat. Das Problem ist, dass der Bereich zu nahe am Ort Rust liegt und eine große offene Attraktion eventuell zu Lärmbelästigung führen könnte. “Victoria Square” besteht daher aus einem großen Gebäude mit Spielhallen, Süßwarenstand und einem Imbiss. Das „Magische Haus“ wird später durch “Baron Williams’ Mistery Hall”, ein “schauriger Moment”, wie ein Hinweisschild verkündet, ersetzt. Letztlich verschwindet aber auch dieses und wird durch Neues ersetzt. Doch die nächste große Attraktion im Park kündigt sich bereits an.
Zuallererst auch hier nochmal der Hinweis: die Eisshow „Pure Ice“ im Europa-Park gehört zu den Shows, in denen der Park das Film- und Fotografierverbot wieder in Kraft gesetzt hat. Das heißt, von der Show dürfen keinerlei Aufnahmen gemacht werden, egal welcher Art und das Aufsichtspersonal ist dazu angehalten, dieses Verbot durchzusetzen. Das Bild, das in diesem Artikel verwendet wird, ist ein offizielles Pressefoto, das der Europa-Park selbst freigegeben hat.
Der Grund ist, dass seit der Lockerung des Verbots in den vergangenen Jahren Teile von Shows oder auch ganze Showprogramme auf irgendwelchen Internetplattformen aufgetaucht sind, teilweise in sehr schlechter Bild- und Tonqualität. Da die Programme aber geistiges Eigentum der Urheber sind (teilweise der Künstler selbst bzw. der Choreografen), wird es hier rechtlich schwierig. Mal ganz davon abgesehen, dass die Shows am besten wirken, wenn man sie „live“ sieht.
Und bei „Pure Ice“ ist das definitiv so, die Atmosphäre und das Können der Eisläufer bekommt man nur wirklich mit, wenn man selbst da ist. Wer schon häufiger in der Eisarena im Griechischen Themenbereich war, dem fällt dieses Jahr als erstes auf, dass die Dekoration verändert wurde. Und wer sich die Künstler aufmerksam ansieht, wird einige neue Gesichter erkennen.
Die Wartezeit bis zum Beginn der Show verkürzt der bereits aus den Vorjahren bekannte Komiker Mario Fiorim, der immer wieder demonstriert, wie gut er das Publikum im Griff hat. Die Show selbst setzt sich aus verschiedenen Eislaufnummern zusammen, in der Gruppe, als Duo oder auch mit Einzelläufern. Dabei werden Figuren gezeigt, die bereits der Artistik zuzuordnen sind, mit Überschlägen und ähnlichen Übungen.
Mit in das Programm integriert sind noch zwei andere Nummern. Zum einen Oleksiy Khilya, der einen Kraftakt – eine so genannte Equilibristik-Nummer – auf einer Halbkugel zeigt; zum anderen Svetlana Khodakivska, die an einem Reifen hängend über den Köpfen der Zuschauer ihr Können zeigt.
Bleibt noch die Musik, die wie immer sehr treffend ausgewählt wurde. Natürlich darf angesichts des Jubiläums des Europa-Park ein Lied nicht fehlen, in dem es ums Feiern geht (und immerhin trägt „Pure Ice“ ja auch den Untertitel „Die Happy Birthday Show“). In diesem Fall ist es „Celebration“ von „Kool and the Gang“, das am Anfang der Show kurz angespielt wird, um schließlich auch das Finale zu begleiten. Weitere Lieder sind:
Soundtrack „The Incredibels“: The Glory Days
Donna Summer – Last Dance
Reqiuem for a Dream
Spybreak
Alex Ubago – Sin miedo a Nada
Singing in the Rain
Mint Royale – Singing in the Rain Remix
Fatboy Slim – Wonderful Night
Hörprobe und Download-Möglichkeit bei AMAZON.de gibt es hier:
Fazit: Auch dieses Jahr ist die Show in der Eisarena wieder sehenswert. Der Park achtet bei den Shows sehr darauf, dass diese nicht „halt eine Ergänzung“ zu den anderen Attraktionen darstellen, sondern vom Niveau her dazu passen. Und das nicht nur, weil dieses Jahr ein Jubiläum gefeiert wird. Also, wer sich für Humor, Artistik und Eislauf begeistern kann, ist hier definitiv richtig. Und allen anderen würde ich auch empfehlen, sich das einfach mal anzuschauen.
Shaab El Erg ist eigentlich ein weitläufiges, hufeisenförmiges Riff mit der Öffnung nach Süden. In der Mitte des Hufeisens befindet sich eine Lagune, in der man Unmegen von kleinen Riffplattformen, den so genannten „Ergs“ finden kann. Shaab El Erg bietet mehrere sehenswerte Unterwasserlandschaften an den verschiedenen Riffkanten oder an einem fast separaten Riff an der südwestlichen Spitze, genannt „Gota Shaab El Erg“. Man kann hier an verschiedenen Punkten mit dem Boot anlanden, aber es gibt noch eine Variante, die das Vergnügen hier kennenzulernen wir hatten…
Es war an diesem Tag der zweite Tauchgang, als die uns zugewiesene Divemaster zu uns kam und uns etwas über den Tauchgang erzählte – und das vor dem offiziellen Briefing. Das kam mir merkwürdig vor, doch sehr bald klärte sich das auf: Die Divemaster fragte, ob wir eine Boje hätten. Ja, hatten wir. Die hatte ich zusammen mit meinem Kompass gebraucht (bzw. eher „nie gebraucht“) von einer Taucherin gekauft, die das Tauchen aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Das ist gut, wurde uns erklärt, denn der Tauchgang, den wir gleich machen würden, sei ein Drifttauchgang. Wir würden also vom Boot springen, das Boot würde weiterfahren, während wir unseren Tauchgang machten, vom Riff aus in südliche Richtung. Kurz vor Erreichen der Reserve des Luftvorrats sollten wir dann die Boje „schießen“, an deren Seil den Sicherheitsstopp in 5 m Tiefe machen, dann auftauchen und abwarten. Das Boot würde Ausschau nach den Tauchern halten und uns dann abholen. Aha.
Ein Rotfeuerfisch im offenen Wasser bei Shaab El Erg Kabir.
Vielleicht sei das aber auch gar nicht nötig, meinte sie schließlich, denn natürlich würde auch sie eine Boje dabei haben, und wenn unser Luftvorrat so lang reichte wie ihrer, dann würden wir den Stopp mit ihr machen und sie würde die Boje schießen. Dann erklärte sie uns noch, wie genau man das macht, eine „Boje schießen“. Im Stillen betete ich, dass unsere Luft so lang reichen würde wie ihre, denn immerhin hatten wir sowas noch nie gemacht, ja, noch nicht einmal geübt. Und dann gleich der Ernstfall? Oje, oje.
Der Tauchgang selber war mal wieder sehr entspannt, wir hatten eine maximale Tiefe von 13,7 m und tauchten „so ungefähr“ in Richtung Süden durch das Feld mit den Korallenbänken. Es gab auch hier wieder sehr viel zu sehen, von Schnecken über Rotfeuerfische bis hin zu einer Muräne, der einer der anderen Taucher aus unserer Gruppe mit dem Fotoapparat so nahe kam, dass ich schon dachte, gleich kriegt das arme Tier das Objektiv auf die Nase. Die Muräne indessen guckte nur empört, so wie Muränen das immer machen (sie sind immer schlecht gelaunt, deswegen nennt man sie ja „Mur(r)“änen).
Annette: Die Muräne war keineswegs die einzige, die schlecht gelaunt war. ICH war es ebenfalls. Und zwar genau wegen diesem aufdringlichen Fotografen. Er war ursprünglich als Buddy des Divemasters eingeteilt worden, nahm aber die Aufgabe nicht sehr ernst. Statt neben ihr zu tauchen, tauchte er…ja einfach überall. Links von mir, rechts von mir, über mir, UNTER mir (sehr nett, wenn man im Blasenmeer anderer taucht). Ich will es fast nicht öffentlich sagen, aber der Kerl brachte mich fast so weit, dass ich ihm am liebsten unter Wasser die Flasche zugedreht hätte. Einen so rücksichtslosen Taucher hatte ich bis dato noch nie erlebt.
Unsere Divemaster erkundigte sich immer nach unserem Luftvorrat, der diesmal bei Annette und mir relativ gleich war – der großeren Flasche auf meinem Rücken sei Dank. Leider bekamen wir nicht mit, wie der Verbrauch unserer Divemaster war. Und leider hatte ich bei meinem Gebet, sie möge doch die Boje für uns schießen, eins vergessen: Die Divemaster tauchten alle mit einer 15-Liter-Flasche. Und sie war eine Frau und im Tauchen erfahren, das heißt, ihr Verbrauch war sowieso niedriger als unserer. So kam es schließlich, dass wir das Zeichen bekamen, die Boje zu schießen und aufzutauchen. Die Divemaster führte währendessen die Gruppe weiter.
Okay, dann also galt’s. Nun denn! Sind wir Männer oder ein Karton Chicken Nuggets?
He! Ich war auch dabei! Wenn auch nicht wirklich nützlich, aber falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte: ICH BIN WEIBLICH!!
Mensch, Du gönnst einem aber auch gar nichts. Nicht mal übertriebenen Pathos. Also gut, ein neuer, heroischer Spruch… Noch nie hatten so viele so vieles so wenigen zu verdanken! …ne, das passt nicht. Für Krone und Königreich! …ne, auch nicht. Wie wär’s damit: VIEL GLÜCK!
Fischreichtum (Zebrafische) vor Shaab El Erg Kabir.
Zuerst mal auf etwa 5 m Tiefe gehen und schwebend die Boje entrollen (es handelte sich dabei um eine der länglichen Bojen, mit denen Taucher an der Oberfläche auf sich aufmerksam machen können). Dann die daran befestigte Leine in die Hand nehmen und etwas Luft in die Boje lassen mit Hilfe des Oktopus. Der Plan sah dann vor, die Boje an der Leine zu halten, so dass sie sich entfalten konnte, um sie anschließend mit noch mehr Luft zu füllen und sie dann langsam zur Oberfläche steigen zu lassen. Aber andererseits sah mein Plan auch vor, mit 39 längst reich zu sein und nicht mehr arbeiten gehen zu müssen. Die beiden Pläne hatten eins gemeinsam: Sie funktionierten nicht. Nun gut, reich kann ich immer noch werden, aber das mit der Boje war so eine Sache. Denn kaum hatte sie sich ganz entfaltet, zog sie zur Oberfläche. Und nach dem Motto „Reisende soll man nicht aufhalten“ beschloss ich, sie gehen zu lassen. Ich hatte genug Mühe, das Seil schnell genug abzuwickeln. So erreichte sie die Wasseroberfläche. Und hätte ich die Möglichkeit gehabt, sie richtig mit Luft zu füllen, hätte sie dort senkrecht aus dem Wasser geragt und unsere Position damit angezeigt. Doch so knickte sie auf ungefähr der Hälfte ab, weil ihr die Stabilität fehlte. Was für ein Glück, dass nicht „Viagra“ draufstand – Pfizer hätte mich für diese Art Anti-Werbung verklagt.
Nun gut, wir hingen also unter einer nicht ganz aufgeblasenen Boje in 5 m Tiefe und machten unseren Sicherheitsstopp. Das größte Abenteuer würde uns ja noch bevorstehen: Zurück an Bord der ABYDOS 2 zu kommen. Wie würde das wohl funktionieren? Nachdem wir den Sicherheitsstopp erledigt hatten, tauchten wir auf. An der Oberfläche hielten wir Ausschau nach unserem Boot, während ich unsere Boje so weit mit Luft füllte, dass sie nun weithin sichtbar war (und Pfizer stolz gemacht hätte, mal nebenbei bemerkt).
Das Boot war ein ganzes Stück weg von uns. Wir fragten uns, ob die uns wohl sahen und woran wir sehen würden, dass sie uns sahen. Denn irgendwie war auf dem Boot kein Mensch zu erkennen. Dann hatte ich das Gefühl, dass es sich bewegte. Tatsächlich, nach ein paar weiteren Sekunden konnte man deutlich sehen, dass das Boot näher kam. Ja, äh… aber hatte der uns jetzt gesehen, oder fuhr er nur zufällig in unsere Richtung? Aber nein, man hatte uns gesehen, denn das Boot drehte bei, als es nahe bei uns war, so dass wir in Richtung des Hecks schwimmen konnten. Dort warf man uns eine Strömungsleine mit Boje zu. Ich dachte, dass nun Muskelarbeit gefragt war und wollte mich schon an der Leine entlang hangeln, doch da rief man uns von der Besatzung zu: „Relax!“ Schön, dass man die Klassiker von „Frankie Goes To Hollywood“ auch in Ägypten kennt, dachte ich mir, als ein Ruck durch die Leine ging und wir bis zu den Leitern am Heck des Bootes gezogen wurden. Nur aus dem Wasser raussteigen, das mussten wir noch selbst.
Dazu kann ich noch folgendes erwähnen: Als wir so an der Wasseroberfläche trieben und uns überlegten, ob uns das Boot denn auch sehen kann, überkam mich schon ein seltsames Gefühl. Wo man auch hinsah: Nur Wasser. Keine kleine Insel in Sicht, gar nichts. Ist schon merkwürdig. Man kommt sich fast vor wie ein Schiffsbrüchiger. Ich hatte Sorge, dass wir auseinandergetrieben würden, daher hielt ich mich hinten an Thorstens Flasche fest. Gleichzeitig versuchte ich mit Gewalt, die Melodie vom „Weißen Hai“ aus dem Kopf zu bekommen. Im Geiste sah ich schon mehrere dreieckige Flossen auftauchen, die in immer enger werdenen Kreisen um uns herumschwammen. Aber dann kam das Boot auf uns zu und ich stellte mir vor, dass das die Haie verscheuchen würde. Aber die Ängste waren nicht wie weggeblasen… das Boot kam direkt auf uns zu und ich fürchtete schon, dass es über uns drüber rauschen würde. Aber es drehte ja bei und warf die Strömungsleine aus. Wir waren angewiesen worden, dieses Mal MIT Flossen die Leiter hochzusteigen da das Boot die Motoren laufen ließ (bloß nicht an die Schraube dicht zu meinen Füßen denken… nein nein… jetzt aber flott hoch die Leiter….).
Abendstimmung auf dem Rückweg.
Als wir zurück an Bord waren und uns der nassen Sachen entledigten, erschienen die Taucher einer nach dem anderen an der Oberfläche und wurden ebenfalls von der ABYDOS 2 aufgenommen. Und wir hatten ein weiteres Abenteuer erlebt. Oder sagen wir: eine Herausforderung gemeistert. Nehmen Sie das „gemeistert“ jetzt nicht wörtlich, es war keine Spitzenvorstellung, aber he – wir waren wieder an Bord zurück und um eine Erfahrung reicher. Und der Urlaub war noch lange nicht beendet.
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[singlepic id=326 w=320 h=240 float=left]Die Leitung des Europa-Parks hat sich ein paar ehrgeizige Vorgaben gestellt. Zum einen soll sich das Thema „Europa“ im Park wiederfinden, aber man möchte keine wirklichen Bauten, Skylines oder ähnliches komplett übernehmen. Die typischen Baustile und die Umgebung eines Landes sollen erkennbar sein und dabei einen gewissen Querschnitt durch die verschiedenen Kulturen zeigen. Die Angestellten sollten entsprechend des jeweiligen Themenbereichs gekleidet sein und es soll keine „Kulissen“ geben. Jeder Raum, den man sieht, soll auch genutzt werden, wenn nicht für eine Attraktion, dann doch als Lagerraum oder für die Verwaltung. Außerdem soll in jedem Themenbereich der Gastronomiebereich mit Spezialiäten des jeweiligen Landes aufwarten. Im Bezug auf Italien war das relativ einfach mittels einer Pizzeria. Aber in den folgenden Jahren stellte man sich auch anderen kulinarischen Herausforderungen.
1987 wird der nächste Themenbereich eingeweiht: Holland, respektive die Niederlande, wie man korrekt sagen sollte. Hauptattraktion des Bereichs sind die “Piraten von Batavia“. Hier wird auf die Geschichte der niederländischen Kolonialzeit in Niederländisch-Ostindien Bezug genommen. Bereits bestehende Fahrgeschäfte werden in den Bereich integriert (wie die Rundfahrt “Peter Pan”). Außerdem wird ein weiteres Elektroniktheater, das eine Musikschau quer durch Europa präsentiert, mit eingebaut. Der Themenbereich liegt direkt neben der Hauptverwaltung des Parks und die niederlädischen Bauten kaschieren den Außenbereich sehr geschickt. Für die Gestaltung des Bereichs zeichnet wiederum Ulrich Damrau verantwortlich.
Eine Anmerkung gleich vorneweg: Der Europa-Park hat das Film- und Fotografierverbot bei bestimmten Shows wieder in Kraft gesetzt, nachdem es die letzten Jahre gelockert war. Bei der Show, um die es in diesem Artikel gehen soll, ist das so. Sämtliche Bilder dieses Artikels sind offizielle Pressefotos vom Europa-Park. Der Grund, das Verbot wieder einzuführen, liegt nach Auskunft des Parks in den Lizenz- und Urheberrechten und der Tatsache, dass in den letzten Jahren vermehrt Filme in schlechter Qualität auf verschiedene Internetportale hochgeladen wurden. Ich persönlich muss sagen, dass Videos die Shows nur unzureichend wiedergeben können. Artisten und Künstler muss man mit eigenen Augen gesehen haben. Das macht einen großen Reiz aus.
Im Teatro dell’Arte im Italienischen Themenbereich wird dieses Jahr quasi eine Fortsetzung der Show vom letzten Jahr – „Magia“ – gezeigt, die „Magia Nuova“ heißt. Doch während das Grundkonzept der letztjährigen Show noch das „unglaubliche Land Magia“ war, ist die Show in diesem Jahr gänzlich anders aufgebaut.
Auftakt und verbindendes Element der Nummern bildet das Komikerduo Anton und Viktor Franke, die visuelle Comedy, aber auch Artistik zeigen. Die beiden Bilden dabei ein Duo mit ziemlichen Kontrasten: Viktor Franke, der Ältere, mit dick umrandeter Brille, der ständig bemüht ist, etwas Ernsthaftigkeit und Ordnung in die Sache zu bringen, während Anton Franke, der Jüngere, ständig vor Tatendrang überquillt und alles mögliche ausprobieren und einfach tun möchte. So wird mehr oder weniger erfolgreich gezaubert und eine unglaubliche Artistik mit einem Reifen und einem Glas Wasser gezeigt.
Als verbindendes Element dient natürlich – wie immer – auch das Europa-Park Showballett, mit dem Anton und Viktor Franke teilweise auch interagieren. Dieses Jahr wurden komplett neue Tanznummern ins Programm aufgenommen, bei denen die Tänzerinnen und Tänzer ihr ganzes Talent ausspielen können. Unterstützt werden sie dabei von einigen Effekten.
Anton und Viktor Franke / (c) by Europa-Park
Die zweite Einzelnummer gehört der Artisitin Emilia Arata, die mit dem Trapez arbeitet. Doch „Trapezkünstlerin“ trifft es nur zum Teil. Neben den bekannten Trapezübungen zeigt sie auch noch Kontorsionskunststücke, einige Meter über dem Bühnenboden.
Die dritte Nummer, die Hauptnummer bestreitet der finnische Magier Jay Niemi, der schon letztes Jahr auf dieser Bühne auftreten durfte. Die Finnen sind bekannt dafür, dass sie nicht viele Worte machen, und Niemi treibt das bei seiner Nummer bis in den Exzess: er redet nämlich gar nicht. Er drückt sich mit Gesten, Blicken und einem manchmal verschmitzten Lächeln aus, während er Tauben und Papageien hervorzaubert und manchmal auch verwandelt. Im Gegensatz zum letzten Jahr hat er diesmal auch eine Nummer dabei, in der er mit einer Assistentin arbeitet.
Der geneigte Leser möge es mir nachsehen, wenn ich nicht zu sehr ins Detail gehe, denn wenn ich hier alle Einzelheiten aufschreibe, nehme ich zu viel vorweg. Die Nummern leben teilweise sehr von ihrer Spontanität. Einmal mehr bleibt einem nichts anderes übrig als das „gute Händchen“ zu loben, das der Europa-Park bei der Auswahl der Künstler und Artisten schon des Häufigeren bewiesen hat. Dass mit Jay Niemi ein „alter Bekannter“ wieder mit dabei ist, tut der Sache keinen Abbruch. Nach wie vor ist das Varieté neben der Ritter-Show in der Spanischen Arena mein persönlicher Favorit unter den Shows im Europa-Park. Aufgrund der Showzeiten kann man sehr gut einen Tag im Europa-Park mit dieser Show ausklingen lassen, bevor man sich ganz gemütlich zum Ausgang begibt und sich überlegt, wo man wohl Abendessen wird. So halte ich es zumindest. Und außerdem sehe ich die Show mehr als nur einmal im Jahr, und nicht nur, wenn sie zum Beispiel zu Halloween abgewandelt wird.
[singlepic id=324 w=256 h=192 float=left]Von Seiten der Parkbetreiber wollte man den Namen „Europa-Park“ nicht einfach so stehen lassen, auch wenn sich Europa als Thema beispielsweise in der Minigolfbahn wiederfand. Nein, „Europa“ sollte das Thema des Parks werden, die Attraktionen sollten enstprechend gestaltet sein. Genaus sollte es mit den einzelnen Themenbereichen sein, das „große“ Europa sollte sich quasi im Europa-Park wiedergespiegelt finden.
Der erste Bereich, der in zweijähriger Arbeit entstand, war der 1982 eröffnete Italienische Themenbereich mit Geisterbahn, Revuetheater, Elektroniktheater, der Bahn “Ciao Bambini”, der Showbühne und dem Gastrobereich. Hier wurde zum ersten Mal das Konzept umgesetzt, neben den landestypischen Gebäuden auch die entsprechende Gastronomie in einen Bereich zu integrieren. Des weiteren wurde in den Bereich ein kleines Postamt eingebaut. Das Konzept wurde bei den folgenden Jahren noch weiter entwickelt; was vor allem in Italien auffällt, ist die Tatsache, dass die Gebäude zwar authentische Fassaden haben, aber mit einem grünen Wellblechdach gedeckt sind. In den später entstandenen Bereichen wurde auch hier auf Authentizität geachtet.
[singlepic id=335 w=256 h=192 float=left]1983 wurde der Euro-Tower gebaut, die fahrbare Aussichtsplattform, die auf dem 75 Meter hohen Turm fährt. Von hier aus kann man die ganze Ebene überblicken, von den Vogesen bis zum Schwarzwald. 1984 erhielt Franz Mack das Bundesverdienstkreuz am Bande.
1985 begannen die Arbeiten an einer neuen Attraktion, die 1986 in den Park integriert wurde: die Schweizer Bobbahn, noch ohne eigenen Themenbereich. Dann wurden die Abstände zwischen den neuen Attraktionen immer kürzer. Und als kleine Anekdote am Rand sei vermerkt, dass der Autor dieses Artikels 1985 zum ersten Mal dem Europa-Park einen Besuch abstattete, und zwar auf einer Klassenfahrt. Aber mehr davon wird in einem separaten Artikel geschrieben werden. Die Erfolgsgeschichte des Parks ging indessen weiter, ungebrochen der Unkenrufe jener, die schon nach kürzester Zeit die Pleite sahen. 10 Jahre lang hatte sich der Park bislang weiterentwickelt, sowohl von den Attraktionen, als auch von den Besucherzahlen her. Und ein Ende war nicht in Sicht.
Unser allererster Tauchgang im Freiwasser überhaupt fand seinerzeit an Shaab Abu Nuhas statt, am Wrack der Giannis D. Über das Riff und das Wrack hat Annette an anderer Stelle in diesem Blog schon einiges geschrieben. Als wir im November 2009 wieder nach Ägypten kamen, waren wir entsprechend gespannt darauf, dieses Tauchgebiet wiederzusehen, diesmal als AOWD, die nun auch bis zur tiefsten Stelle des Wracks durften (ca. 20 – 25 m), und nicht als Tauchschüler, die gezwungen waren, zehn Meter darüber zu schweben. Leider machte uns einige Zeit das Wetter einen Strich durch die Rechnung, es windete sehr stark, so dass Shaab Abu Nuhas nicht angefahren wurde. Doch endlich war es so weit, das Wetter wurde besser und die Giannis D. angesteuert. Nur waren wir nicht allein, natürlich war es allen Tauchbooten gleich gegangen. Und der erste Tag, an dem der Wind schwächer war, wurde von allen genutzt, so dass es am Tauchgebiet entsprechend voll war.
Da Annette in dem anderen Artikel schon so schön über die Giannis D. geschrieben hat, wollen wir stattdessen an dieser Stelle das erste längere FlatFluteDivers-Video präsentieren: Tauchgang an der Giannis D. im November 2009.
Es war ein schöner Tauchgang, allerdings zeigte er nach dem Erlebnis mit der „Ohne-Luft“-Situation nochmal auf, dass ich ein regelrechtes Problem mit der 12-Liter-Flasche hatte. Während Annette immer noch einen guten Luftvorrat übrig hatte, ging er bei mir regelmäßig zur Neige. Bei diesem Tauchgang musste ich deswegen sogar früher auftauchen als Annette, was mir gar nicht gefiel (deswegen ist leider das Video auch nicht sehr ausführlich). Unser Divemaster empfahl mir, zukünftig eine 15-Liter-Flasche zu nehmen. Anders gesagt: wie zu Hause. Das tat ich dann auch gleich ab dem nächsten Tauchgang, und siehe da: Luftprobleme gehörten der Vergangenheit an. Damit musste ich zwar ein bisschen mehr zahlen für die Tauchausflüge, aber dafür waren die Tauchgänge nun viel entspannter.
Annette: Das Leben könnte so schön sein… mit den richtigen Leuten.
Wie Thorsten schon sagte, wir waren beide schon die ganze Woche davor hibbelig gewesen, denn wir wollten unbedingt nochmal zu dem Wrack. Schließlich wollten wir dort unser 1-jähriges Tauchjubiläum feiern, denn dort hatte alles begonnen.
Als wir dann endlich Shaab Abu Nuhas ansteuerten war die Vorfreude entsprechend groß. An dem Tag war allerdings die Hölle los, und es ankerten viele Tauchboote dort. Unser Guide teilte uns in Gruppen ein, und hier war schon der erste Wurm drin: Die Gruppe war ziemlich groß.
Wir tauchten ab. Entgegen den sonstigen Tauchgängen tauchten Thorsten und ich dieses Mal als letztes Buddyteam. DAS war das Letzte! Ich kann gar nicht sagen, ob ich je eine so derart chaotische Gruppe erlebt habe. Von Formation keine Spur, die Leute tauchten gerade so wie es ihnen passte und Thorsten und ich hatten Mühe, unsere Gruppe von anderen Gruppen zu unterscheiden. Hinzu kam, dass sich in der Gruppe einige Anfänger befanden. Nichs gegen Anfänger, sicher nicht, aber etwas umsichtiger hätten sie sein können. Die Kunst des Tauchens liegt nun mal im langsamen Tauchen, was eine entsprechende Tarierung erfordert. Nicht, dass wir da so perfekt wären, aber es war unglaublich schwierig, den winkenden und strampelnden Tauchern vor uns aus dem Weg zu gehen, der ab und zu von spitzen Wrackteilen sehr beengt war. Unser Guide führte sehr langsam, und wir ganz hinten hatten damit wirklich Probleme. Ich musste mich total auf den Vordermann konzentrieren um nicht ständig dessen Flosse ins Gesicht zu bekommen.
Es war einfach extrem voll. Das Jahr zuvor hatte unser Instructor kein Problem damit, uns „Ersttauchgangs-Schüler“ von den anderen Tauchern fernzuhalten, so dass wir niemandem in die Quere kamen. Das war diesmal ein Ding der Unmöglichkeit.
Schließlich ging Thorsten auch noch die Luft aus und er musste mit ein paar Tauchern zum Boot zurück. Unser Guide packte mich kurzerhand mit einem anderen Taucher zusammen und verabschiedete sich, um die anderen um Boot zu bringen. Da war der nächste Wurm geboren.
Erst mal war mir das gar nicht recht, denn ich hatte den Typ vorher nie gesehen und wusste nicht, ob ich mich auf ihn verlassen konnte. Zudem wissen Thorsten und ich, was wir uns zutrauen können und was nicht. Das war ein völlig Fremder für mich.
Und es stellte sich auch nicht als Glücksgriff raus. Ich hatte noch 100 bar in der Flasche, und so tauchten wir erst mal weiter um das Wrack herum. Kaum um die erste Kurve, war mein Buddy verschwunden. Super! Grad war er noch da, und es gab an der Stelle nicht viele Möglichkeiten, wo er hätte hin verschwinden können… außer INS WRACK HINEIN vielleicht. Ich drehte um und schwamm zu der Stelle zurück, wo ich ihn das letzte Mal gesehen hatte – nix. Unbehagen breitete sich bei mir aus. Erstens wollte ich da unten nicht alleine tauchen, zweitens… ich musste ihn jetzt zwei Minuten suchen und dann auftauchen, um der Besatzung Bescheid zu sagen. Aber… dank des Chaos am Anfang hatte ich mir die Stelle nicht gemerkt, an der wir abgetaucht waren. Außerdem waren wir ja ursprünglich mit Guide unterwegs gewesen… Kurz bevor ich einfach auftauchen wollte kam mein werter Herr Buddy von irgendwo her und tat so, als ob nix gewesen wäre.
Das war mir zuviel. Ich wollte in die Nähe unseres Bootes zurück damit ich notfalls alleine auftauchen konnte und deutete ihm an, dass ich zurückschwimmen wollte. Er war einverstanden. Nach fünf Minuten fragte ich ihn, ob er wüsste, wo das Boot sei. Er führte so selbstverständlich. Aber er zuckte nur die Schultern.
Fein. Mit einem unzuverlässigen Buddy ohne zu wissen, wo man ist… der Traum eines jeden Tauchers. Kurz beovr ich wirklich panisch wurde kehrte jedoch ZUM GLÜCK unser Guide zurück und sammelt uns wieder ein. So froh war ich glaub ich schon lange nicht mehr. Wir waren noch zu dritt. Wo der dritte im Bunde bei meinem kleinen Ausflug geblieben war ist mir bis heute noch ein Rätsel.
Nachdem wir das Wrack komplett umrundet hatten, war es für uns alle Zeit zum Auftauchen. Es klappte problemlos
An Bord traf ich auf einen äußerst schlecht gelaunten Thorsten.
Ich? Schlechte Laune? Nicht doch! Man wird doch wohl noch mal was an die Wand schmeißen dürfen!
Schon…da sagt ja auch keiner was, aber muss es denn gleich die ganze Flaschenbank inklusive Flaschen sein? Zum Glück konnte ich „Gut Wetter“ machen sonst hätten wir noch Schiffsverbot bekommen!
Ich berichtete ihm von meiner Pleite und wir sprachen den Guide an, dass wir in Zukunft nicht mehr getrennt werden wollten. Falls einem von uns die Luft ausgehen würde, würde der andere mit aufsteigen. Nie wieder mit einem fremden Buddy. 🙂
Und außerdem: Unglaubliche Abenteuer erleben Annette und ich auch ohne dass mir die Luft ausgeht…
[singlepic id=362 w=320 h=240 float=left]Dies ist einer der Artikel, der mit den magischen Worten „Die Geschichte ist bekannt…“ beginnen könnte. Aber ist die Geschichte denn wirklich bekannt? Natürlich kennt man Arthur (im Deutschen auch „Artus“ genannt), König der Briten, und seine Legenden. Aber diese Legenden wurden so oft umgeschrieben und neu interpretiert, auch und vor allem im Zeitalter des Films, dass man nicht wirklich behaupten kann, die „echte“ Legende zu kennen. So viel steht fest, Arthur Pendragon – auch Artorius Rex Bellorum – war ein sagenhafter Herrscher im ersten nachchristlichen Jahrtausend. Unzählige Legenden ranken sich um ihn, er soll von der Dame vom See das Schwert Excalibur erhalten haben und erst im Kampf besiegt worden sein, als er dessen reich verzierte Scheide verloren hatte. Legendär ist auch der Mythos von der „runden Tafel“, ein runder Tisch, an dem Arthur und seine Ritter saßen. Arthur wollte damit verdeutlichen, dass er ein Gleicher unter Gleichen ist, denn Tische waren damals rechteckig, und wer am Kopf der Tafel saß, war am Wichtigsten. Und natürlich fallen einem sofort ein paar der illustren Ritter ein, Sir Lancelot, Sir Galahad, Sir Bedivere oder Borrs de Ganis.
[singlepic id=368 w=320 h=240 float=right]Nun wird den Variationen also eine weitere Variante hinzugefügt, die Europa-Park-Variante von Mario Luraschi, die in der Arena im Spanischen Themenbereich gezeigt wird. Die Geschichte beginnt damit, dass das durch Arthurs Vater Uther Pendragon in einen Stein gerammte Schwert Excalibur von einer Zauberin gestohlen und an Mordred, den schwarzen Ritter, übergeben wird. Währendessen ruft Arthur Ritter zusammen, die sich würdig erweisen müssen, um an seiner Tafelrunde Platz zu nehmen. Als der Diebstahl von Excalibur bemerkt wird, macht sich Arthur auf die Suche nach Mordred, doch jener nutzt die Abwesenheit Arthurs von Camelot aus, um die Burg zu erobern und Arthurs auserwählte für sich zu nehmen. Ein Kampf um die Macht entbrennt…
Die Stuntleute liefern bei dieser Show die aus den Vorjahren gewohnte sehr gute Leistung ab, es wird zu Pferde und auf dem Boden gekämpft, mit Schwerten, Äxten und Lanzen, gestürzt, niedergeschlagen und eine Reitkunst präsentiert, die vermuten lässt, die Schwerkraft exisitert nicht, zumindest nicht für den Moment in der Arena. Man sieht natürlich einige bekannte Gesichter wieder, nicht nur unter den Rittern. Charlie (Albert de Paris) sorgt wieder für das Vorprogramm und Stephane Bulcourt lockert die Geschichte als Hofnarr Chico etwas auf. Allein das Kostüm von Merlin, der als Erzähler der Geschichte fungiert, wirkt ein klein wenig deplaziert. Ich muss jedenfalls ständig an Charlton Heston als Moses in „Die Zehn Gebote“ denken und warte nur darauf, dass er irgendein Gewässer teilt.
Die spanischen Ritterspiele sind für mich immer wieder ein persönliches Highlight und ich kann sie nur empfehlen. Die Darsteller geben vollen Einsatz und man wird die ganze Zeit über gut unterhalten. Hier noch ein paar Eindrücke aus der Show – bei den Ritterspielen ist es im Gegensatz zu den anderen Shows (noch) erlaubt, zu fotografieren: