Reisen, Rätsel, Abenteuer.

Autor: Thorsten Reimnitz (Seite 163 von 200)

Gedanken zum Jahreswechsel

Wenn dieser Artikel erscheint, sind es gerade noch 5 Minuten bis Mitternacht, und dann ist 2010 vorbei. Zeit für ein paar Gedanken zum letzten Jahr, denn in mancher Hinsicht ist es wirklich 5 vor 12. Es hat sich eine Menge getan bei den Flat Flute Divers, auch wenn man das hier nicht so gemerkt hat. Aber das wird noch kommen, denn ein paar wesentliche Veränderungen werden folgen. Und eine spannende Zeit steht uns 2011 bevor. Aber davon werden wir noch berichten.

Leider gab es das vergangene Jahr auch ein paar nicht so ganz schöne Dinge. Da war die Ölkatastrophe im Roten Meer, als viele Strände und Riffe mit Erdöl verschmutzt wurden, das aus einem Leck einer Bohrplattform austrat. Mit dem Roten Meer sind wir Flat Flute Divers besonders verbunden, denn dort hat alles angefangen, und es gibt wohl kaum ein Meer mit einem vergleichbaren Artenreichtum.

Doch durch eine andere unschöne Sache ist dieser Artenreichtum nun gefährdert. Ende November und Anfang Dezember kam es um Sharm El Sheik zu insgesamt fünf Hai-Angriffen auf Schwimmer, beziehungsweise Schnorchler. Allerdings herrscht im Bezug auf die Gesamtzahl immer noch etwas Unklarheit, da in den ersten Tagen vier Angriffe gemeldet wurden, von denen einer sich als blinder Alarm entpuppte. Durch Fotomaterial stellten Meeresforscher fest, dass es sich bei dem Angreifer um einen so genannten Weißspitzen-Hochseehai (Carcharhinus Longimanus) handelte, ein Weibchen, um genau zu sein. Sein Verhalten war dabei mehr als ungewöhnlich, da der Hai das „Hochsee“ in seinem Namen nicht umsonst trägt, er lebt in tiefen Gewässern, nicht in Küstennähe. In mindestens einem der Fälle stellte sich im Nachhinein heraus, dass der angegriffene Schwimmer Futter bei sich hatte, auf das es der Hai abgesehen hatte. Das erklärt auch zum Teil sein Verhalten, man vermutet weiterhin, dass Haie großen Schiffen folgen, die Essensreste im Meer entsorgen; oder dass Tiertransporte verendete Tiere einfach ins Meer werfen, wo sie von den Haien gefressen werden. Schließlich gibt es auch Tauchsafaris, bei denen Haien mit Ködern angelockt werden, was eigentlich strengstens verboten ist. Genauso streng verboten ist es eigentlich, Futter mit ins Wasser zu nehmen, um kleinere Fische anzulocken. Doch es ist eine verbreitete Unsitte, die Annette und ich bei unserem letzten Tauchurlaub am Roten Meer selbst erleben durften. An der Tauchbasis unseres Hotels erzählte man uns, dass manche Taucher sogar hartgekochte Eier vom Frühstücksbuffet des Hotels ins Meer mitnehmen, um sie an den Napoleon-Lippfisch zu verfüttern. Der Napoleon-Lippfisch beherrscht da ein besonderes „Kunststück“, er verschluckt das Ei im Ganzen und spuckt die Schale wieder aus. Das Problem ist nur: hartgekochte Eier gehören nicht zum natürlichen Speiseplan des Fisches. Oder hat jemand schon mal davon gehört, dass der Napoleon-Lippfisch Nachts in Hühnerställe einbricht und dort die hartgekochten (!) Eier stiehlt? Das traurige Resultat dieses Schauspiels ist, dass der Fisch elendig verendet. Napoleon-Lippfische können bis zu 2,30 m groß werden und sind faszinierende Tiere, wenn man ihnen im Freiwasser begegnet.

Ich selbst habe mich schon länger mit dem Gedanken getragen, auch hier im Blog etwas dafür zu tun, um Informationen weiterzuverbreiten, gerade was das Leben im Meer betrifft und wie wichtig die Vielfalt an Fischen und Korallen dort ist. Auf der anderen Seite war ich mir unsicher, ob die Idee, die ich im Kopf hatte, die richtige wäre, denn sie hat auch etwas mit Gesellschaftskritik zu tun – und das hier ist ein Taucherblog. Außerdem geht es um Science Fiction. Passt das alles zusammen?

Am 18. Dezember diesen Jahres aber erreichte mich eine Pressemitteilung der HEPCA (Hurghada Environmental Protection and Conservation Association), die sich um die Belange des Schutzes des Roten Meeres kümmert. Unter dem Bild eines toten Hais wurden die Praktiken der Wasserschutzbehörden angeprangert, die offenbar im Zuge der Haiangriffe angefangen haben, wahllos Haie zu töten, was für das natürliche Gleichgewicht des Meeres absolut schädlich ist. Haie sind ein wichtiger Bestandteil der natürlichen Nahrungskette, und ein „haifreies“ Meer keine Lösung. Die Ignoranz, mit der die Sache angegangen wird, sowie die Ignoranz, die ich vor Ort selbst erleben durfte, brachten mich auf meine ursprüngliche Idee zurück, und ich beschloss, diese für 2011 durchzuziehen.

Am 19. Januar 2011 ist es nämlich exakt 17 Jahre her, dass in Deutschland eine Science-Fiction-Serie anlief, die einen neuen Ansatz verfolgte: „seaQuest DSV“. Sie versuchte zum Teil das zu verwirklichen, was man heute unter dem Stichwort „Edutainment“ kennt. „Edutainment“ ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus „education“ (Erziehung, Bildung) und „entertainment“ (Unterhaltung). Die Serie wollte Unterhaltung liefern und dabei gleichzeitig Bildung vermitteln. Die seaQuest war ein U-Boot, das die Weltmeere einer nicht weit entfernten Zukunft befuhr und dort einige Abenteuer erlebte. Man versuchte auch, das Bewusstsein der Menschen für die Ozeane zu schärfen, wie es in dem letzten Satz des Vowortes, „unter der Oberfläche liegt die Zukunft“ ausgedrückt wurde. Ich war sofort ein Fan der Serie und musste schmerzlich miterleben, wie das Desinteresse der Menschen zuschlug: nach drei Staffeln wurde sie sang- und klanglos eingestellt. In der Zwischenzeit hatte man zweimal versucht, das Konzept zu ändern und war eigentlich auf gar keinem so schlechten Weg. Aber wie es nun mal so ist, wenn es keine Quote bringt, kippt man es in den Gully.

Die Idee, mit der ich spielte, war, die Serie hier im Blog zu würdigen und den reellen Hintergrund etwas zu beleuchten. Wie gesagt, ich war mir nicht so recht schlüssig, ob ein Taucherblog der richtige Ort ist für eine Science-Fiction-Serie. Meine eigene Erfahrung in Ägypten und das, was nun im Zuge der Hai-Angriffe geschieht (sowie die von der Boulevardpresse natürlich völlig unangemessene Berichterstattung) hat meine Meinung geändert. Ich bin, wie gesagt, ein Fan der ersten Stunde, und ich bin noch immer ein Fan. Auf meinem Tauchlogbuch prangt das Wappen der UEO, der „United Earth / Oceans Organization“, eine Art „UN für die Weltmeere“, und im Netz meiner Pressluftflasche findet sich das Abzeichen der seaQuest selbst. Vielleicht kann ich auf diese Weise dem einen oder anderen die Serie, sowie den Blick für die Meeres unseres Planeten nahebringen, denn:

„Als Besatzung der seaQuest sind wir für den Schutz der Meere verantwortlich.“
Captain Nathan Bridger im Vorwort von „seaQuest DSV“

Aber natürlich kommen die anderen Dinge, Artikel über Ausrüstung, Tauchplätze oder unsere neuesten „Abenteuer“ weiterhin nicht zu kurz. Die Geschichte geht weiter…

In diesem Sinne: Auf ein gutes und erfolgreiches neues Jahr 2011!

Jahreswechsel 2010 / 2011 – Rück- und Ausblick

Fünf Minuten vor Mitternacht… wenn dieser Artikel erscheint, sind es noch fünf Minuten, bevor das neue Jahr beginnt. Das vergangene Jahr war recht turbulent, auch für uns vom EP-Blog, da sich einige neue Möglichkeiten aufgetan haben, die natürlich hinter der Jubiläumsfeier vom Europa-Park etwas zurückstehen mussten. Wir haben diese Jubiläumssaison begleitet und werden das noch weiter tun, bis zum Ende und darüber hinaus.

Für das neue Jahr haben wir uns ein paar Neuerungen vorgenommen, die wir ab dem Jahresanfang allmählich umsetzen werden. Denn für nächstes Jahr stehen schon wieder große Dinge an. Das „Phantastische Projekt“, von dem das EP-Blog ein Teil ist, wird sich neu strukturieren. Ganz genaue Details geben wir aber noch bekannt.

Wir wünschen unseren Lesern ein gutes und erfolgreiches neues Jahr 2011! Auf dass wir uns in einem Jahr alle wiedertreffen und eine positive Bilanz ziehen können!

EUROPA-PARK: Italienischer Themenbereich

Der Italienische Themenbereich legte 1981 den Grundstein zum Konzept des Europa-Parks, die Bereiche nach den Ländern Europas zu gestalten. Die Gebäude sind verschiedenen italienischen Baustilen nachempfunden und um einen kleinen See angeordnet. Lange Jahre beherbergte eines der Gebäude die Ausstellung zur Geschichte des Europa-Park und der Firma Mack, doch diese zog in das neue Historama um. Danach wurden diese und eine weitere Attraktion umgestaltet.
Direkt neben dem Italienischen Themenbereich befinden sich der Französische und der Deutsche Themenbereich.

Attraktionen

  • Geisterschloss
  • Ciao Bambini

Shows

  • Freilichtbühne
  • Teatro dell’Arte
  • Karneval in Venedig

Gastronomie

  • Café Benedetto
  • Gelato
  • Marios Pizza
  • Restaurant Pizzeria
  • Waffelbäckerei
  • Hipp Baby-Service

Shopping

  • Kleiner Horrorladen
  • Casa dei Dolci
  • Casa del Souvenir
  • Fotostudio Nostalgie       

EUROPA-PARK Winteröffnung 2010 / 2011 – Momente der Besinnung

Europa-Park Wintersaison 2010/2011: das Riesenrad "Bellevue" mit nächtlicher Beleuchtung

Europa-Park Wintersaison 2010/2011: das Riesenrad "Bellevue" mit nächtlicher Beleuchtung

Das Ende des Jahres ist immer wieder gern ein Zeitraum voller Widersprüche. Einerseits für viele stressig, weil man noch so viel zu erledigen hat (Geschenke, Baum, Jahresabschlussbilanz), andererseits aber auch besinnlich. Einerseits endet das Jahr, andererseits fängt ein neues an. Für die eher ruhigeren Momente nutze ich die Gelegenheit im Dezember immer wieder gern für einen Besuch im Europa-Park. So auch dieses Jahr.

Der Park erweitert sich dabei gegenüber früheren Öffnungen immer mehr. In den ersten Jahren war beispielsweise der Skandinavische Themenbereich komplett geschlossen, dieser ist heute mit eingeschlossen. Und dieses Jahr erstmals auch Island. Zwar fährt die Hauptattraktion des Isländischen Themenbereichs, „Blue Fire“, im Winter auch nicht, und für Wasserschlachten bei „Whale Adventures“ ist es definitiv zu kalt, aber man hat neue Attraktionen in den Bereich gebracht. Die größte und auffälligste ist das Riesenrad „Bellevue“, das weithin sichtbar ist. Und wer auch immer die Idee gehabt hat, das Riesenrad in den Park zu holen, ich hoffe, er oder sie ist dafür ordentlich belobigt worden. Denn in der Tat passt es zur Atmosphäre der Winteröffnung, genauso wie der Zirkus oder der Weihnachtsmarkt. Vom „Bellevue“ aus hat man einen tollen Blick, das muss selbst jemand wie ich, der eigentlich an Höhenangst leidet, zugeben. Passagiere des Riesenrades werden übrigens mit Sitzpolstern und Decken ausgestattet, die Kabinen sind nämlich nicht hermetisch abgeschlossen, und es könnte etwas kalt werden.

Bewährt haben sich auch die gegenüber dem Sommer veränderten Öffnungszeiten, die in der Regel von 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr gehen. Auf diese Weise muss man bei dem kalten Wetter nicht zu früh los, erlebt aber am Abend den Park länger mit Beleuchtung. In der Dunkelheit wirkt er nochmal weihnachtlicher. Und die Abendshow „Luna Magica“, sowie die Lichterparade tun ihr übriges dazu. Wem es kalt wird, der kann sich an einer der vielen Feuerstellen wieder aufwärmen, oder, wenn ihm danach ist, auch mit Glühwein oder Fruchtpunsch.

Der Europa-Park ist noch bis zum Sonntag, den 9. Januar 2011 geöffnet. Sollten Sie sich mit dem Gedanken getragen haben, den Park im Winter zu besuchen, es aber noch nicht geschafft haben – noch ist Gelegenheit. Gerade jetzt, „zwischen den Jahren“, wo vielleicht ein bisschen Anspannung wieder von einem abfällt, bevor es im neuen Jahr wieder losgeht.

Hier im EP-Blog beginnt nun eine Zeit des Rückblicks – wir wollen auf die vergangene Saison zurückblicken und ein paar Höhepunkte hervorheben. Denn auch wir wollen uns besinnen, bevor es im neuen Jahr mit ein paar Veränderungen weitergeht. Aber davon wird zu gegebener Zeit noch berichtet.

EUROPA-PARK Weihnachtsshows 2010: „Der Polarexpress“ im 4D-Kino

Das 4D-Kino im Französischen Themenbereich des Europa-Park spielt seit einigen Jahren der jeweiligen Jahreszeit angepasste Filme, nachdem am Anfang nur einer lief. Während der Haupsaison läuft derzeit „Sammys Abenteuer“ und „Haunted House“. In der Wintersaison lief zunächst „Weihnachten in Gefahr“, und nun „Der Polarexpress“. Dabei handelt es sich um eine Kurzversion des Kinofilms von Robert Zemeckis.

Wenn Sie den Kinofilm nicht gesehen haben, weil sie sich nicht sicher waren, ob er ihrem Geschmack entspricht, kann ich Ihnen nur empfehlen, sich mal die Kurzfassung anzusehen. Diese gibt einen guten Querschnitt durch den Film und hat bei mir dazu geführt, dass ich mir die DVD-Fassung gekauft habe. In dem Film geht es um einen Jungen, der sich für zu alt hält, um an den Weihnachtsmann zu glauben. Doch in der Nacht vor Weihnachten, um 5 vor 12 hält ein Dampfzug direkt vor seinem Haus und er wird eingeladen, zum Nordpol mitzukommen. Der Zug ist der Polarexpress. Sein Ziel ist nicht einfach nur der Nordpol, sondern die Stadt des Weihnachtsmanns. Zusammen mit anderen Kindern erlebt der Junge auf der Fahrt einige große und kleine Abenteuer. In diesem Jahr läuft allerdings ein gegenüber den Vorjahren veränderter Zusammenschnitt, der auch ausdrücklich den Titel „The Polar Express – The 4D Experience“ trägt. In diesem wurden leider einige Änderungen vorgenommen, die dem Verständnis des Films nicht unbedingt zuträglich sind. Ich empfehle daher, sich unbedingt den Film in der Originalfassung in ganzer Länge anzusehen.

Wenn Sie mehr über den Film erfahren möchten, verweise ich Sie auf eine Artikelreihe von mir im „Star Command Communiqué“, wo ich diesen und seine Hintergründe ausführlich bespreche (die Artikel finden Sie hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3). Das Thema passt sehr schön zum heutigen Tag, deswegen möchte ich mich verabschieden mit dem Trailer zum Kinofilm und wünsche allen Lesern frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

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EUROPA-PARK Weihnachtsshows 2010: Ein musikalischer Weihnachtsmarkt

Auch im Jubiläumsjahr finden im Globe Theater im Englischen Themenbereich des Europa-Park wieder Musicalaufführungen statt. Der Jahreszeit angepasst wurde für die Wintersaison das Stück „Ein musikalischer Weihnachtsmarkt“ arrangiert. In diesem Stück geht es um das Treiben auf einem Weihnachtsmarkt zwischen Menschen, die sich auf Weihnachten freuen. Doch mitten unter den Menschen befindet sich auch ein armes Mädchen, die allerdings von allen Leuten weggejagt wird und schließlich verzweifelt auf einer Treppe niedersinkt. Doch in dem Moment geschieht ein Wunder: die Zeit wird zurückgedreht. Es ist schließlich Weihnachten, und alle Leute auf dem Weihnachtsmarkt bekommen die Chance, der Geschichte ein gutes Ende zu geben.

Wie schon beim Sommerstück „An English Love„, so beschränkte man in diesem Stück den Text außerhalb der Lieder auf ein Minimum. Die Geschichte wird von den Liedern und den Schauspielern erzählt. Natürlich wurden für dieses Stück bekannte Weihnachtslieder gewählt, so hören wir beispielsweise „The most wonderful Time of the Year“, „Frosty the Snowman“, „It’s beginning to look a lot like Christmas“ oder das bekannte „Carol of the Bells“. Einige der hervorragenden Sängerinnen und Sänger hat man im Europa-Park schon mal gesehen und es ist eine Freude, sie wiederzusehen, beziehungsweise sie wieder zu hören. Unterstützt werden die Sänger von Europa-Park-Ballett und den Artisten von der Gruppe „Up Leon“, die ebenfalls zum wiederholten Mal ein Gastspiel im Europa-Park gibt. Die Handlung des Musicals ist passend zur Weihnachtszeit und enthält Anleihen aus Dickens‘ „Weihnachtsgeschichte“ (nur dass sich nicht ein einzelner, sondern eigentlich alle Menschen am Anfang nicht dem Geist der Weihnacht entsprechend verhalten), aber auch aus Andersens „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern„. Im Gegensatz zu Andersens Vorlage und ganz im Geist der Weihnacht endet diese Geschichte aber nicht tragisch.

Man muss den Ereignissen auf der Bühne sehr genau folgen, denn die Schauspieler sind mit großen Eifer bei der Sache. Selbst wenn jemand gerade nicht singt, kann es sein dass er im Hintergrund irgendetwas tut, einen Weihnachtsmarktstand sortieren oder Esskastanien kaufen. Solche Kleinigkeiten runden das Gesamtbild ab und machen die ohnehin sehens(und hörens)werte Show noch besser. Die Kulissen, die bei „An English Love“ noch die Front eines englischen Hauses zeigten, wurden für diese Show komplett phantasievoll überarbeitet und zeigen einen kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt. Doch wie sagte schon William Shakespeare selbst über den beschränkten Platz im Globe?

„O so verzeiht, weil ja in engem Raum
Ein krummer Zug für Millionen zeugt;
Und lasst uns, Nullen dieser großen Summe,
Auf eure einbildsamen Kräfte wirken!“
(aus „König Heinrich V“)

Doch so viele „einbildsame Kräfte“ braucht es gar nicht, die Show liefert alles, was man braucht. Sie ist damit ein weiteres Highlight für einen winterlichen Besuch im Europa-Park.

EUROPA-PARK Weihnachtsshows 2010: Eislauf-Show „Rockin‘ Toys on Ice“

Die Eislauf-Show im Europa-Park entführt die Zuschauer dieses Jahr in das Reich der Spielzeuge, wo praktisch nichts unmöglich zu sein scheint – und das meine ich so. Selten habe ich bei einer Show so viele „Gimmicks“ gesehen, wie hier. Der rote Faden, der sich durch die Vorführung zieht, sind Weihnachtsgeschenke, zu denen auch eine Kiste gehört, die mit einem Schlüssel verschlossen ist. Die Spielzeuge in einem Kinderzimmer werden lebendig und der Schlüssel wandert durch die verschiedenen Nummern, bevor die Kiste am Ende doch geöffnet werden kann.

Neben – wie immer – erstklassigen Eislaufvorführungen, wurde die Show mit verschiedenen Dingen „aufgerüstet“. So bekommen wir eine Einradnummer auf dem Eis zu sehen, einen Mann mit… ja, wie nennt man die Dinger eigentlich? Auf der englischen Website des Künstlers werden sie „jumping stilts“ genannt, was genau übersetzt „Sprungstelzen“ heißt und wohl am Besten passt: an die Stiefel montierte, flexible Stelzen, mit denen man große Sprünge machen kann. Natürlich führt der Künstler – Joe Legg – das ebenfalls auf dem Eis vor. Eine andere Eisläuferin fährt mit „Stelzenschlittschuhen“ und wir sehen eine Luftnummer mit einem Reifen unter dem Dach der Eisshow.

Bei dieser speziellen Show gibt es noch mehr zu sehen, als in den vorigen Saisons und es erstaunt immer wieder, was man auf dem Eis alles machen kann. Auf diese Weise wird die Show sehr abwechslungsreich. War sie bisher schon sehenswert, so sollte man sie sich dieses Jahr nicht entgehen lassen. Mit 45 Minuten Dauer ist sie auch ein bisschen länger als in der Sommersaison.

Die Nummern werden wie immer mit verschiedenen Musikstücken untermalt. Einige dieser Musikstücke sind:

  • Jingle Bells (moderne Version)
  • Seeing is Believing (from the Soundtrack of „The Polar Express“)
  • The Benny Hill Show (Theme from „Benny Hill“)
  • Barbie Girl – Aqua
  • Buona Sera – Dean Martin
  • Der Tanz der kleinen Schwäne – Allegro Moderato aus den Schwanentänzen des 2. Akts von „Schwanensee“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski
  • Macho Man – Village People
  • Cotton Eye Joe – Rednex
  • All I want for Christmas is you – Mariah Carey

EUROPA-PARK Weihnachtsshows 2010: Die Zirkus-Revue

Der Europa-Park Winterzirkus / (c) by Europa-Park

Der Europa-Park Winterzirkus / (c) by Europa-Park

Bei der Winteröffnung des Europa-Park mussten ein paar Dinge bedacht werden. Zum einen natürlich, dass nicht alle Bahnen bei winterlichen Temperaturen fahren können. Zum anderen hatte es sich ergeben, dass der Park über Winter in seinem „Teatro dell’Arte“ im Italienischen Themenbereich Dinnershows veranstaltete. Damit konnten in dem Theater im Winter keine Shows stattfinden, denn für die abendliche Dinnershow muss die normale Bestuhlung komplett entfernt werden. Einen adäquaten Ersatz für den Veranstaltungsort fand man, indem man ein Zirkuszelt im Park aufbaute und dort die Zirkus-Revue stattfinden ließ, die seither jedes Jahr aufs Neue die Besucher begeistert.

Großer Wert wird darauf gelegt, die Zirkusatmosphäre den Zuschauern nahezubringen. Aus diesem Grund gibt es auch – wie in jedem „richtigen“ Zirkus – ein Orchester. Zwar wird bei manchen Nummern die Musik auch eingespielt, aber das Orchester von Timo Aeby sorgt zur Hauptsache für die passende Untermalung, ob es sich nun um verschiedene zur Nummer passende Musikstücke handelt oder um den berühmten Trommelwirbel, der besonders spannende Kunststücke begleitet. Hier sieht man auch, warum es wichtig ist, dass es sich um ein Live-Orchester handelt: Ein Musiker, der tatsächlich live spielt, kann eine solche Nummer auf den Punkt begleiten. Und außerdem, so ein Orchester gehört einfach dazu.

Was noch bei einem Zirkus dazugehört: Jemand, der die Show präsentiert. Bei einem Zirkus auf Tour ist das gerne mal der Zirkusdirektor persönlich, im Europa-Park handelt es sich um Annick Burger, die neben der Präsentation auch den einen oder anderen Live-Gesang mit beisteuert. Unterstützt wird sie vom Europa-Park-Ballett, das nicht nur für die Überbrückung zwischen zwei Nummern sorgt, sondern teilweise auch in die Nummern mit eingebaut ist.

Den Auftakt der Revue bildet die Elefantennummer von Sonni Frankello, der sonst mit seinen Tieren auf dem Elefantenhof Platschow arbeitet. Neben Kunststücken, die er und seine Assistentin mit den Tieren vorführen, werden auch Zuschauer in die Manege geholt, vor allem Kinder, die die Dickhäuter aus nächster Nähe sehen und sich von ihnen tragen lassen können.

Den Kraftakt vom „Duo Aphrodite“ kennt der begeisterte Europa-Park-Besucher schon von der Sommer-Musicalshow 2010  „An English Love“ im Globe Theater. Doch das tut der Aufführung keinen Abbruch, was die beiden Damen mit ihren Körpern machen, versetzt einen immer wieder in Erstaunen.

Niklaus Muntwyler mit seiner Pferdedressur kommt direkt vom Zirkus, dem Familienzirkus Monti aus der Schweiz. 2004 verließ er den Zirkus, um in Kursen sein Wissen mit anderen Menschen zu teilen. Mit seiner Nummer möchte er, wie er selbst schreibt, die natürliche Schönheit der Pferde zeigen. Seine Art der Dressur hat er sich selbst angeeignet, indem er mit den Pferden gearbeitet und sich mit anderen Trainern über verschiedene Methoden ausgetauscht hat.

The Curatola Brothers„, das klingt irgendwie italienisch – und ist es auch: Seit sie 1994 die Zirkusakademie in Italien abgeschlossen haben, sind Guiseppe  und Emanuel Curatola als Handakrobaten unterwegs. Wenn sie ihre Nummer vorführen, sehen die Sprünge und Kraftakte alle so leicht aus und sie legen ein ziemliches Tempo vor.

Zwischen den Nummern tritt neben dem Europa-Park-Ballett auch das Clownduo „Club House“ auf, die sowohl im Publikum, als auch in der Manege unterwegs sind, und deren Spektrum von reiner Clownerie bis zu Jonglage-Artistik reicht. Bella Elena und Alexander, wie die beiden heißen, kommen aus Las Vegas und Vorsicht – in ihrer unmittelbaren Umgebung kann es recht nass werden.

Höhepunkt und Abschluss der Show bildet das „Todesrad“, die Nummer des Duo Sifolinis. Genau genommen besteht das Todesrad aus einer großen Achse, um die zwei Räder aus Stahlgitter kreisen. Nikolay und Dido, die beiden Artisten, laufen dabei entweder im Innern dieser Räder oder darauf, während sich die ganze Konstruktion dreht. Doch sie laufen nicht einfach nur, sie machen Seilspringen oder lassen sich die Augen verbinden und laufen blind.

Die ganze Zirkus-Revue dauert etwa 50 Minuten und ist eigentlich ein absolutes „Muss“ bei jedem winterlichen Europa-Park-Besuch. Wenn man sich sowieso für die Welt des Zirkus begeistert, dann umso mehr. Wie man es von den anderen Shows kennt, so bietet der Park auch hier Unterhaltung mit hohem künstlerischen Niveau. Das Zelt der Revue steht zwischen dem Griechischen und dem Russischen Themenbereich in dem Areal, wo im Sommer „Immer wieder Sonntags“ aufgezeichnet wird. Das Zirkuszelt ist beheizt und bietet Platz für 2.200 Personen.

EUROPA-PARK Weihnachtsshows 2010: Die täglichen Höhepunkte

Der Weihnachtsmann im Europa-Park. / (c) by Europa-Park

Der Weihnachtsmann im Europa-Park. / (c) by Europa-Park

Die Jahreszeiten im Europa-Park sind natürlich vor allem an der Dekoration zu erkennen, die immer aufwändig und mit viel Mühe und Fantasie gemacht ist. Doch zu bestimmten Jahreszeiten, wie etwa der Wintersaison, kommen noch weitere Besonderheiten dazu. Im Winter fällt das besonders auf, da hier nicht alle Attraktionen geöffnet sein können. Achterbahnen beispielsweise brauchen eine bestimmte Temperatur, sonst können sie nicht betrieben werden. Also werden andere Attraktionen angeboten. Beispielsweise reiten die kleinsten Besucher des Europa-Park in dieser Wintersaison warm eingepackt durch die felsige Landschaft Islands. Auf flauschigen Islandponys begeben sie sich auf eine Expedition durch die winterliche Parklandschaft. Fest im Sattel geht es vor der „GAZPROM Erlebniswelt – Abenteuer Energie“ los auf den Streifzug durch Skandinavien und Portugal, um vorbei am Riesenrad „Bellevue“ wieder zurück in das Basislager zu reiten. Die abschließenden Streicheleinheiten für die kleinen Ponys dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

Nach dem abenteuerlichen Ausritt warten zahlreiche weitere Attraktionen auf Groß und Klein. Die „Winterwunderwelt“ in der Europa-Park Arena überrascht mit der interaktiven Show „Die Euromaus live beim Weihnachtsmann“, in der die Gäste dem beliebten Maskottchen all die Fragen stellen können, die ihnen schon immer auf dem Herzen lagen. Während einer Fahrt mit dem Riesenrad „Bellevue“ können die Besucher das Lichtermeer in Deutschlands größtem Freizeitpark bestaunen und im Anschluss bei einem romantischen Spaziergang über den Weihnachtsmarkt den Wintertag besinnlich ausklingen lassen. Heute und an den folgenden Tagen bis Weihnachten werfen wir beim EP-Blog einen Blick auf die Shows. Beginnen wollen wir mit den kleineren Aufführungen, und uns dann steigern.

Die Geheimnisse Asiens

„Die Geheimnisse Asiens“ ist eine kleine Show, die auf der Bühne des Restaurants „Bamboe Baai“ stattfindet, welches das Ende der Attraktion „Die Piraten von Batavia“ bildet. Die Show ist an alle Besucher gerichtet, es wird jedoch darum gebeten, die Sitzplätze im Restaurant für die Gäst freizuhalten, die dort auch essen wollen. Bestandteile der Shows sind eine Künstlerin, die große Gegenstände (unter anderem ein Tisch und ein Vase) mit ihren Füßen jongliert, eine so genannte „Masken-Illusion“ und ein Partner-Kraftakt. Erstere und letztere Nummer war bereits Bestandteil der Sommershow 2010 „Geheimnisvolles Asien„, die Masken-Illusion ist neu dazu gekommen. Die Show ist ein kurzweiliger Zeitvertreib und bestens geeignet, wenn man sich kurz mal aufwärmen oder etwas essen möchte. Das Restaurant bietet aber auch Kaffee und Kuchen an.

Weihnachten im Land der Geysire

„Weihnachten im Land der „Geysire“ ist die Show mit der Euromaus für die Wintersaison dieses Jahres. Während die Euromaus-Show in der Hauptsaison auf der Freilichtbühne im Italienischen Themenbereich stattfindet, ist sie für den Winter in die „Winterwunderwelt“ verlegt. In der Show reist die Euromaus nach Island und trifft dort Floki, das Maskottchen des Isländischen Themenbereichs im Europa-Park. Die beiden treffen auf Trolle und einen Diavolo-Künstler.

Märchenstunde mit Väterchen Frost und Snegurochka

Die Geschichte von Snegurochka (Schneeflöckchen) selbst erzählt die Attraktion „Schneeflöckchen Schlittenfahrt“ im Russischen Themenbereich – ein Ehepaar wünscht sich sehnlichst ein Kind, worauf Väterchen Frost diesen Wunsch erfüllt und ihnen Schneeflöckchen vom Himmel schickt. Das Kind muss ein paar Abenteuer bestehen, bevor es zurück zu Väterchen Frost auf die Sternenwiese darf. In der GAZPROM-Erlebniswelt im Isländischen Themenbereich finden sich nun sowohl Väterchen Frost als auch Snegurochka ein, um den Kindern russische Märchen zu erzählen. Die Show wendet sich an die jüngsten Besucher und dauert etwa 20 Minuten.

Mit der Euromaus live beim Weihnachtsmann

Diese Show ist dieses Jahr neu dazugekommen. Auf der Bühne der Winterwunderwelt wird über einen Großbildschirm live zur Euromaus geschaltet, die sich beim Weihnachtsmann befindet. Moderiert von Alexander Fedorenko dürfen nun Kinder aus dem Publikum der Euromaus dabei helfen, verschiedene Weihnachtsgeschenke zu öffnen. Wie das geht? Computertechnik macht’s möglich, und die Kinder mögen es.

Kindermusical: Die Schneekönigin

Nach dem Märchen von Hans Christian Andersen erzählt das Kindermusical diesen Winter die Geschichte von Kai und Gerda, die seit frühester Kindheit miteinander befreundet und wie Geschwister füreinander sind. Sie bekommen die Geschichte von einem Spiegel erzählt, der alles Gute ins Böse verkehrt, jedoch in tausend Splitter zerbrochen ist, die sich über die Erde verteilt haben. Die beiden Kinder glauben die Geschichte nicht, doch Kai bekommt einen der Splitter ins Auge und wird böse und kalt. Die Schneekönigin holt ihn ab, um ihn in ihr Schloss zu bringen. Gerda aber gibt den Freund nicht auf, sie macht sich auf die Suche nach dem Palast der Schneekönigin, um ihn zu retten. Die Adaption der Geschichte wurde für den Europa-Park von Ulrich Grawunder umgesetzt und dauert etwa 30 Minuten.

Lichterspektakel „Luna Magica“ und Lichterparade

Wie jedes Jahr, so gibt es auch diesmal auf dem Europa-Park-See nach Einbruch der Dunkelheit eine Lichtershow, bei der diesmal sogar der Weihnachtsmann einfliegt. Anschließend begeben sich die Akteure zur Lichterparade mit den weihnachtlich geschmückten Festwagen des Parks.

Weitere Showberichte folgen die nächsten Tage.

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