Reisen, Rätsel, Abenteuer.

Kategorie: Das Phantastische Projekt (Seite 41 von 44)

Der OWD – der Schwimmbadtauchgang

Wir hatten also den Plan geschmiedet. Der OWD („Open Water Diver“). Für diese Entscheidung brauchte ich sicher nicht lange. Ich hatte bereits vor Monaten „Blut geleckt“ und war mir zu dem Zeitpunkt auch durchaus schon bewußt, in welche Richtung mich meine Taucherkarriere eines Tages mal bringen wird. Und so buchten wir gedanklich einfach um, statt den OWD in Ägypten fertig zu machen würden wir eben dort dann den AOWD machen.

Bei Thorsten musste ich auch nicht lange Überzeugungsarbeit leisten. Im Gegenteil. Jetzt wurde es spannend. Jeder kruschtelte sein OWD Buch hervor und las auf Teufel komm raus. Unser neuer TL sollte sich telefonisch melden, und es dauerte nicht lange, da tat er das auch. Und wir vereinbarten einen Termin für den noch fehlenden Schwimmbadtauchgang in Lauchringen.

Thorsten: So, heute mal umgekehrt, Annette erzählt, ich kommentiere. Und sie musste wirklich keine Überzeugungsarbeit leisten. Im Gegenteil, sie rannte offene Türen ein. Das ist uns nun schon mehr als einmal passiert. Irgendwie scheint es keinen Sinn zu haben, auf lange Sicht zu planen, wir schmeißen sowieso wieder alles über den Haufen. Das Telefonat mit dem neuen TL hatte eine sehr nette Komponente, aber davon wird Annette noch berichten.

Nun passierte aber Folgendes: Eine Woche, bevor wir den OWD-Schwimmbadtauchgang machen sollten, waren wir nochmals mit Thorstens Kollege Martin  tauchen. Bei diesem Tauchgang stellte ich fest, dass irgendwo an meinem Inflatorschlauch eine Undichtigkeit sein musste… kleine Luftbläschen waren zu sehen. Martin riet mir, den Schlauch zur Revision zu bringen. Gut und schön. Leider… leider hatte ich das Jacket in München gekauft, und das war jetzt nicht so einfach, „kurz mal den Schlauch zur Revision“ zu bringen.

Ergo tyrannisierte ich den Besitzer des Tauchgeschäftes mit diversen eMails sowie Telefonanrufen und ich schickte ihm den Schlauch per Eilpaket. Er versprach mir, dass der Schlauch rechtzeitig wieder da sein sollte, war er aber leider nicht. So musste unser neuer TL ein Jacket für mich mitbringen. Das bereitete mir etwas Magenschmerzen. Ich hab zwar noch nicht viele Tauchgänge, aber ich hatte bereits mein Jacket lieb gewonnen und wollte nur ungern drauf verzichten.

Heulen und Zähneklappern half nichts, der Schlauch war nicht da, und insofern musste ich mich ohne mein geliebtes Jacket auf den Weg machen. Wir sollten unseren TL vor dem Schwimmbad treffen. Den Weg schätzen wir länger ein, als er war, denn wir kamen eine glatte halbe Stunde zu früh an. Nun, was jetzt tun? Wir kurvten auf dem Parkplatz herum, zum draußen hinsetzten eigenete sich das Wetter nicht, also überlegten wir, ob wir noch schnell in der Wirtschaft um die Ecke was trinken sollten. Die hatte aber zu.

So saßen wir im Auto. Nun ja. Ich machte dann den Vorschlag, vielleicht einfach mal zum Eingang zu gehen um zu schauen, wo der überhaupt ist. Wir liefen also auf den Eingang zu, da stand er. Unser Majki. 🙂 Unser TL (und seine Tauchschule mit einem Klick hier oder in der Linkliste an der Seite). Vom Sehen kannte ich ihn zumindest schon, ob er sich an uns erinnerte war ich mir nicht sicher, deshalb winkte ich ihm erst mal zu. Er winkte zurück, die erste Hürde war erfolgreich überwunden. Innerlich grinste ich. War ja wieder mal typisch. Wären wir doch glatt eine halbe Stunde im Auto gesessen und der arme Majki eine halbe Stunde vor dem Eingang gestanden.

Hier möchte ich an der Stelle noch etwas loswerden. Zumindest von meiner Seite aus war es Sympathie auf den ersten Blick. Und darüber war ich froh. Sehr sogar. Wenn man in einer solchen Sportart unterrichtet wird, ist es ungemein wichtig, dass man Vertrauen zu seinem Lehrer hat. Und Vertrauen hat auch was mit Sympathie zu tun. Ich sah ihn und ahnte, dass ich mich unter Wasser wohl fühlen würde.

So lasset mich denn der schönen Sitte pflegen, der Dame nach dem Mund zu reden… Nein, im Ernst, ich kann da nur zustimmen. Und ich bin dankbar, dass Annette unseren TL auf die Entfernung erkannt hat. Ich habe beim Tauchen meine Kontaktlinsen nicht drin und zu dem Zeitpunkt auch keine Brille auf. Ich sah nur, dass da jemand stand – aber das hätte jeder sein können.

Nur zur Information: Es gibt für solche Fälle gelbe Binden für den Arm, da sind 3 große schwarze Punkte drauf…

Hach, ist sie nicht lieb?… Ja, sie ist NICHT LIEB! Immerhin sehe ich dafür unter Wasser umso besser. Hätte mir noch ein Hinweis sein sollen, das Tauchen früher anzufangen.

Nach einem kleinen „Kennenlernen“ besprachen wir das weitere Vorgehen. Sehr angenehm war die Tatsache, dass man uns anbot, bei Unsicherheiten unbegrenzt im Freibad üben zu können, ohne dass man etwas dazu zahlen müsse. Das bestätigte unseren ersten Eindruck, nämlich dass es Majki wirklich dran gelegen war, dass wir unsere Technik beherrschen, und dass er uns nicht „einfach so durchpauken“ wollte. Und: Majki läutete eine NEUE Ära ein: Wir waren es bisher gewohnt, gefragt zu werden: „Habt Ihr…“ und wir mussten antworten: „Nein, haben wir nicht“. Nun kam die Ära: „Ach, habt Ihr schon… wieso das, hey! Ihr seid doch Schüler!“

Das war die nette Komponente im Telefonat, die ich oben meinte. Majki wollte nämlich eigentlich, dass ich ihm noch unsere Konfektionsgrößen durchgebe, damit er uns die Ausrüstung mitbringen kann. Ich habe mich fast dafür entschuldigt, dass er das nicht braucht. Ja, wir sind eben sehr strebsame Schüler. Wir stecken unsere Nasen nicht nur in Bücher, wir sind auch praktisch veranlagt.

Dann ging das große Umziehen los. Leider hatte mich Majki etwas überschätzt, was die Größen anging. Das Jacket, das er mir mitgebracht hatte, war deutlich zu groß. Aber ich bin es ja gewohnt. In Ägypten steckte man mich in einen Anzug, der drei Nummern größer war als der von Thorsten, dabei sind wir ungefähr gleich groß und ich war zu dem Zeitpunkt knapp 10 kg leichter als er. Hier stellt man sich natürlich die Frage, wie wirkt man und wie will man wirken. Aber das ist ein anderes Thema.

Und los gings zum Pool. Majki machte uns nochmal den Einstieg vor, der große Schritt. Ich folgte ihm gleich, aber seltsamerweise kann ich einfach nicht nur einen Schritt machen, ich muss immer dabei hüpfen. Das war in Ägypten beim Tauchboot auch schon so. Der Himmel weiß wieso. Vermutlich bin ich so beschwingt. 🙂 Selbst PPB (Plattform Problem oder auch Panic Buddy) Thorsten kam ziemlich schnell hinterher.

Ja, und keiner hat mich beachtet… zum Glück! So hat nämlich auch keiner gesehen, dass es mich fast auf die Schnauze geschlagen hat. Als ich meinen großen Schritt machte, rutschte ich nämlich mit dem einen Fuß am Beckenrand ab und anstatt senkrecht bin ich mehr schräg eingetaucht. Zum Glück ist es nur Wasser. Nein, mir ging es gut, danke der Nachfrage! Aber irgendwas muss wohl immer sein.

Wirklich? Also ich fasse es nicht. Hast du mir gar nicht erzählt! Insofern wäre Flossen-Hürdenlauf auch nicht der richtige Sport für dich! Aber gut. Machen wir weiter:

Dann übten wir den 5-Punkte-Abstieg. Ich warf einen Blick ins Becken. Oh weh. Ich ahnte es schon. Ein mulmiges Gefühl stieg in mir auf. Ich befürchtete, dass es mir im Schwimmbad schlecht werden würde. Das Problem hatte ich in München bei den Divers ja schon gehabt. Die Kacheln, das Wasser, die Vergrößerung… ich hoffte, dass mir das jetzt nicht wieder passieren würde.

Unter Wasser begannen wir mit den Übungen. Sie klappten eigentlich problemlos. Und für unseren Geschmack schon wieder zu gut. Was uns allerdings noch Schwierigkeiten machte waren die Tarierübungen. Pivotieren, also auf den Flossenspitzen zu balancieren, ging bei mir fast gar nicht. Gut, das Jacket war viel zu groß und die Flasche schwankte hin un her, das mag schon ein Grund gewesen sein, aber ich bekam noch nicht einmal die Flossen auf den Grund. Thorsten hatte ähnliche Schwierigkeiten. Das Hovern (der „Fernsehsessel“) ging auch nicht besser. Damit hatten wir in München auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, da wollte es auch nicht klappen. Trotz der Beteuerungen, dass das mit der Zeit noch käme, ärgerte es mich doch schon ein bisschen. Ich hatte da wohl etwas mehr von mir erwartet.

Zur Erklärung für die, die’s möglicherweise nicht wissen: der „Fernsehsessel“ ist eine Übung, bei der der Taucher im Wasser schwebt, und zwar so, als würde er in einem Sessel sitzen. Ich hab ihn auch nicht hingekriegt, was primär daran lag, dass ich es nicht versucht habe. Mir war nicht klar, dass der „Sessel“ gefragt war. Mir sagt ja keiner was.

Ich hatte dir beim letzten Mal ja schon angeboten, dir die Ohren zu putzen. Das Angebot steht noch. Ich bin entsetzt wie wenig du zuhörst! Könnte mir nicht passieren!

*Pruuuuuuust! Hust! Hust!… Musst Du sowas sagen, wenn ich gerade das Glas angesetzt habe? Jetzt habe ich mir die Nase mit Cola gespült… järgs… sehr angenehm. *Schneuz! „Könnte mir nicht passieren“ – und das sagt sie, ohne rot zu werden!

Ich weiß jetzt gar nicht, wovon du sprichst… aber falls es genehm ist können wir das Ohrenputzen gerne um eine professionelle Nasenspülung erweitern…

Zwischenrein schwammen wir noch ein paar Runden, was auch gut klappte, wenn ich Thorsten nicht ständig abgedrängt hätte. Ich bin eben ein sehr einnehmendes Wesen 🙂 Wechselatmungsübungen, Schwimmen ohne Brille, diese Dinge bereiteten uns erst mal keine Schwierigkeiten. Jacket an der Oberfläche an und ausziehen auch nicht, schließlich waren wir fertig.

Einnehmendes Wesen, oh ja. Dass Du so kuschelbedürftig bist, hätte ich jetzt auch nicht gedacht. Da ich „Außenbahn“ geschwommen bin, hatte ich also nicht nur die weitere Strecke zurückzulegen, sondern sah hin und wieder die Beckenwand bedrohlich nahe kommen. Von solchen Kleinigkeiten (hüstel) abgesehen, lief es aber ganz gut. Wir haben sogar in unseren Geheimzeichen kommuniziert.

(Das hast du völlig missverstanden. Ich hab dich absichtlich abgedrängt. Weil du so fies gelacht hast, als mich beim letzten Schluchseetauchgang der TLA in einen Torfberg abgedrängt hat aus dem ich fast nicht wieder rauskam. Ich hab das hier nur so formuliert, damit ich nicht als böse Hexe da stehe.)

(Ich soll gelacht haben? Du weißt doch, ich lache nie bei sowas, ich schmunzle höchstens. Und in Deinem ganz speziellen Fall habe ich eine altbekannte Weise vor mich hingeträllert… „Rut mit’n Torf – hau rinn und hol rut, dat matscht so schön und tut so gut…“*)

Da Majki Urlaub hatte, bot er uns an, wenn wir es für nötig halten würden, dann würde er gerne mit uns nochmal ins Bad gehen, aber wir fieberten natürlich dem Wochenende entgegen. Da sollten nämlich die Freiwassertauchgänge stattfinden, am Schluchsee, und die Prüfung geschrieben werden. Ich fürchte, wir haben dem Wochenende noch nie so entgegengefiebert wie da. Obwohl wir beide die Woche frei hatten, konnte sie nicht schnell genug um sein.

Mein Lehrbuch hat seit Ägypten schon leiden müssen, weil ich ständig drin gelesen habe. Aber in der Woche hat es besonders leiden müssen. Zurzeit steht es bei mir im Regal, immer griffbereit, falls ich was nachlesen möchte. Aber ich glaube, es zuckt schon zusammen, wenn ich mich nur dem Regal nähere. Es begleitete mich nämlich an viele Orte, wurde geöffnet, geknickt, durchgebogen, beschriftet… Und dann war es tatsächlich so weit. Der erste von unseren zwei Abschlusstagen vom OWD brach heran (hier heroische Fanfare denken). Unsere Tage als „Scuba Diver“ würden gezählt sein.

* = Torfrock: „Rut mit’n Torf“

Die FlatFluteDivers und der Phantomsee

Mittlerweile war es fast schon zu einer lieben Gewohnheit geworden, vor dem nächsten Tauchgang nochmal in den Laden zu gehen und das eine oder andere Teil dazu zu kaufen, das man noch nicht hatte, was aber unverzichtbar war. Allerdings war etwas merkwürdig: O-Ringe, die Annette unbedingt haben wollte, gab es nicht, nicht mal in dem Tauchladen in Salzburg, in dem ich vorbeigeschaut hatte, als ich dort zu Besuch weilte. Dafür hatte ich ihr dann Ohrringe mitgebracht (ich kleiner Schelm, ich).

O-Ringe hatten wir also diesmal auch nicht gekriegt, aber dafür Handschuhe und Shaker. Das war doch auch schon was. Bedauerlicherweise stellte sich heraus, dass die „Metal Straps“ (Metallfedern als Flossenbänder), die ich Annette auch aus Österreich mitgebracht hatte, an ihren Flossen nicht befestigt werden konnten. Damit landeten sie bei eBay.

Unser nächstes Ziel war also der Schluchsee. Dort gibt es verschiedene Tauchgebiete, die unterschiedlich tief und unterschiedlich geeignet sind. Wir Anfänger mit Tauchgang Nr. 5 nahmen natürlich das einfachste. Respektive, wir ließen es nehmen und vermuteten, dass es das einfachste war, denn da mussten wir uns auf die Informationen der Tauchbasis vor Ort verlassen. Wir wurden sehr freundlich empfangen, man zeigte uns alles und hatte auch Verständnis für unseren Wunsch, tauchen gehen um zu üben. Zum ersten Mal wurden wir nicht gefragt, ob wir nicht gleich den OWD machen wollten. Das sollte noch Folgen haben.

Annette: Hier kann ich mich Thorstens Meinung nur anschließen. Wir wurden wirklich sehr herzlich empfangen. Ehrlich gesagt hatten wir etwas Sorge, denn im Internet liest man immer wieder von Tauchern, die offenbar sehr genervt sind von Anfängern. Insofern hatten wir fast das Bedürfnis, uns für unser „Anfängertum“ entschuldigen zu  müssen, aber Michael, einer der Chefs der Basis, wischte unsere Bedenken mit einem Mal weg.

Über den Schluchsee als Tauchgebiet findet man hier eine allgemeine Beschreibung. Unser Tauchgang sollte nun nicht nur von einem, sondern von zwei Tauchlehrern begleitet werden, beziehungsweise, einer von beiden – der spontan zum Mitkommen aufgefordert wurde – war gerade auf dem Weg, Tauchlehrer zu werden. Und schon kam die nächste „Habt-Ihr?“-Frage: „Habt Ihr Lampen?“ Äh, nö? Warum das so wesentlich war, sollten wir gleich beim Tauchgang herausfinden. Wenn man nämlich ein paar Meter abtaucht und in Richtung Seemitte (also ins Tiefe) schaut, sieht man ungefähr das hier:

Der Schluchsee von unten

Der Schluchsee von unten

Ich möchte hierbei mit allem gebotenen Nachdruck betonen, dass das Bild tatsächlich im Schluchsee aufgenommen wurde – und zwar bei Tag! Im See liegen Unmengen von Torfballen, mit denen man zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs das Wasser abgedeckt hatte. Sie sogen sich voll mit Wasser und sanken auf den Grund. Da liegen sie noch heute und lösen sich auf. Und das verdunkelt das Wasser. Was noch hinzu kommt: da der Schluchsee ein Stausee ist, wird ab und zu das Wasser umgesetzt, dabei lösen sich die kleinen Teilchen so richtig gut und wirbeln durcheinander.

Eigentlich praktisch. So kann man Nachttauchgänge auch tagsüber durchführen…

Schwebeteilchen können den ein oder anderen Taucher Übelkeit bescheren. Ich hatte zuerst etwas Angst, aber ich hab keine Probleme gehabt. Im Gegenteil. Ich fand sie praktisch, denn so konnte ich  gleich „mit einem Blick“ sehen, ob ich die Höhe halte oder falsch tariere… 🙂 Man muss immer das Beste aus einer Situation machen!

Wir hatten uns in der Basis umgezogen, die in einem ehemaligen Eisenbahngebäude untergebracht ist und gut Platz bietet. Dann überquert man die Straße, steigt eine Treppe hinab – schon ist man im See. Andere Tauchgebiete können auch mit dem Boot angefahren werden. Die Situation war für uns etwas ungewohnt. Selbst in den heimischen Gewässern, in denen wir bisher waren, hatten wir mehr Sicht als hier. Begleitet wurden wir diesmal gleich von zwei „Guides“, einem Tauchlehrer und einem Assistent, der das noch werden sollte. Unser Weg führte uns die Uferlinie entlang. wo es tatsächlich einzelne helle Flecken gab. Außerdem wurden hier für die Taucher einige Dinge installiert, zum Beispiel eine Galerie (das ist nicht im übertragenen Sinn gemeint, es handelt sich um eine Sammlung von Bildern, die an einem Gestell angebracht sind) oder ein Boot, das auf dem Grund liegt.

Die Tücken des dunklen Wasser durften wir – Annette und ich – dann auf dem Rückweg so richtig kennenlernen. Wir tauchten zu zweit nebeneinander, die beiden Tauchlehrer vorweg, wir hinterher. Plötzlich bemerkte ich, dass Annette weiter weg war als bei meinem letzten Blick. Sie war also mal wieder auf Exkursion. (*) Nicht, dass das was Neues wäre, aber angesichts der schlechten Sicht kamen mir Bedenken. Ich konnte sie aber noch sehen und sah auch, dass sie in die richtige Richtung blickte – zu unserem Tauchlehrer, der recht auffällig helle Flossen hatte. Aber sie macht keinerlei Anstalten, dahin zu schwimmen. Damit war ich in einem Dilemma – sollte ich nun zu Annette oder bleiben, wo ich bin? Würde ich ihr andeuten können, dass die Richtung schon richtig war? Oder würden wir dann beide die TLs verlieren? Doch mit einem Mal war sie im Dunkel verschwunden. Kurz sah ich noch ihre Blasen aufsteigen, dann war sie endgültig weg. Für mich das Zeichen, dem TL Bescheid zu geben. Er bedeutete mir, bei seinem Assistent zu bleiben und machte sich auf den Weg, sie zu suchen. Ausgemacht war, dass man zur Oberfläche gehen soll, wenn man verloren geht, und ich wusste genau, dass Annette das machen würde.

(*) Eine derartige UNVERSCHÄMTHEIT sowas zu behaupten! Also, das war natürlich ganz anders! Wir sind nämlich plötzlich ein kleines Stück höher getaucht, und durch die Oberfläche brach das Sonnenlicht. Und mit einem Mal befand ich mich in einer „Schwebeteilwolke“. Ich versuchte, meine Hand direkt vor meinen Augen zu sehen, es ging nicht. Also versuchte ich, das Licht der Lampen zu erkennen, um ungefähr die Richtung zu sehen, aber da ausgerechnet an der Stelle das Wasser sehr hell war, konnte ich auch die Lichter nicht sehen. Ich tauchte ein Stück vor, in der Hoffnung, aus dieser Wolke herauszukommen, aber die Sicht blieb schlecht. Also ein Stück runter, unten ist es meist besser. Aber dann kam mir ein Gedanke: Alleine? So passieren Unfälle. Zumindest bei so jungen Anfängern wie ich einer bin. Deshalb traf ich die Entscheidung, nicht eine Minute unter Wasser zu suchen sondern gleich aufzutauchen. Gemütlich stieg ich auf und wartete, und tatsächlich erschien Michaels Kopf knapp eine Minute später. Übrigens ein beachtliches Stückchen weiter weg.

Indessen, ich hatte ein Problem. Der TLA deutete mir an, ich sollte an Ort und Stelle bleiben, was mir nicht so recht gelang. Also, an Ort und Stelle blieb ich schon, aber ich trieb umher wie ein Luftballon im Wind. Ja, Tauchgang Nr. 5, ich weiß, aber es ärgerte mich trotzdem. Irgendwann hielt ich mich mit einer Hand an einem Stein fest, dann ging es einigermaßen. Just zu dem Moment kehrte der TL zurück und brachte Annette mit, die – wie ich später erfuhr – wie vorgesehen zur Oberfläche gegangen war.

Nun setzten wir unseren Tauchgang fort, der uns langsam zurück in Richtung Ausstieg führte. Hier musste Annette feststellen, dass sie ihren Shaker, den wir erst kurz zuvor gekauft hatten, verloren hatte. Wie – das bleibt das Geheimnis des Shakers. Die Schnur, an der er hing, war nämlich noch intakt. Aber er war weg und liegt nun auf dem Grund des Schluchsees. Der Tauchgang war sehr ungewohnt gewesen, vor allem wenn man bedenkt, dass die Sichtweite das exakte Gegenteil von dem war, das wir in Ägypten erlebt hatte. Trotzdem hatte das was. Noch dazu hatten wir wieder mal Glück gehabt, die Leute an der Tauchbasis waren nett und hatten Verständnis für uns Anfänger. Da sich die Möglichkeit bot, machten wir gleich einen neuen Termin aus für eine Woche später.

Dazwischen lag ein Kino-Abend, vor dem wir wieder mal ins Tauchgeschäft wollten, um uns mit Lampen auszurüsten. Aber nun ja… der Laden hatte Mittwochs geschlossen. Das gab uns mehr Zeit fürs Abendessen und uns auf „Harry Potter“ einzustimmen. Dann eben nochmal ohne Lampen.

Diesen Tauchgang sollten wir zu dritt machen, also nur mit einem TL. Wir erkundeten diesmal ein anderes Gebiet, und was soll ich sagen? Annette ging wieder verloren (*) , wobei ich wieder das gleiche Dilemma hatte: Ich sah, wie sie sich entfernte. Ihr nach, oder dem TL folgen? Ich folgte dem TL. Nachdem wir sie unter Wasser nicht wiederfanden, stiegen wir zur Oberfläche auf, wo sie schon wartete. Da kann man sich auf sie verlassen.

(*) Es ist mir zwar unangenehm, aber es stimmt. Einmal in die andere Richtung geguckt und schon ist es passiert! Ich bin sonst nicht so! Wirklich nicht. Es war mir auch schon echt peinlich langsam…

Ohne weitere besondere Vorkommnisse ging es dann weiter und wir beendeten den Tauchgang dort, wo er angefangen hatte.

Kommt mir das nur so vor oder haben wir beim Erzählen des letzten Tauchganges vielleicht eine Winzigkeit vergessen lieber Autor? Es begab sich nämlich der Moment, in dem ich mich vertarierte und fast an die Oberfläche schoss. Um nicht schon wieder abhanden zu kommen improvisierte ich einen „Delfinsprung“ nach unten und sauste  direkt neben dir vorbei wieder runter. Und hab den Anschluss behalten! Ich möchte bitte, dass diese Heldentat erwähnt wird!

Im Gegensatz zu dir. Ich erinner mich, wie ich auf dem Grund neben Michael saß und wartete… und wartete… und wartete… weil ein gewisser Buddy ABHANDEN gekommen war… Mr „blütenweiße Weste“… versuch ja nicht zu lügen. Ich hab davon sogar ein Foto!

Michael beim Warten auf Mr Blütenweiße Weste (a.k.a. "Warten auf Godot")

Mann, jetzt hatte ich das soooo gut verdrängt, da wühlst Du alles wieder auf! Ich kann alles erklären. Ich bin nämlich gar nicht abhanden gekommen. Als ich den Sichtkontakt zu Dir verloren hatte, hab ich angehalten und bin… ich bin… ich bin in eine ganz fiese Reißströmung geraten, die vom Seegrund senkrecht nach oben in Richtung Oberfläche ging und mich mitriss… nein, warte, das Magnetfeld der Erde hatte sich an der Stelle für einen Moment gedreht, deswegen bin ich in Richtung Oberfläche getrieben… nein, als Du Deinen „Delfinsprung“ an mir vorbei gemacht hast, bin ich in Dein Kielwasser geraten und in Richtung Wasseroberfläche gesaugt worden… Menno-o! Ich hab Dich nicht mehr gesehen, hab angehalten und bin dabei aus der waagerechten in die senkrechte Lage gegangen. Und auf einmal zog es mich nach oben, meine Tarierung war halt für waagerecht ausgelegt, nicht für senkrecht. Außerdem haben die Bremsen versagt. Aber ich bin nicht abhanden gekommen! Ich wusste jederzeit, wo ich war: Im Wasser! Ich wusste auch ganz genau, wo ihr wart: Unter Wasser! Und ich bin von selbst zurück gekommen, oder? Gut, hat etwas gedauert, ich wollte halt nicht wie so ein Stein zum Grund sausen, sondern mit der Eleganz eines Delfins eine Punktlandung hinlegen. Jawohl!

Tzzzzzzzz… welch schwache Ausrede!

Nach diesem Tauchgang unterhielten sich Annette und ich über unsere Pläne. Wieder kam das Thema auf, dass es manchmal etwas umständlich war, immer einen TL zu besorgen. Außerdem hatte Annette bereits ein paar von den „Spezialkursen“ im Auge. Die konnte man aber nur mit Brevet abschließen, wenn man „Open Water Diver“ war. Und eine Idee entstand: Wie wäre es, wenn wir… aber nein, das wäre ja… also… hm… außerdem hatten wir das doch schon anders geplant… aber…

Wie wäre es, wenn wir den „Open Water Diver“ eben doch in Deutschland fertig machen? Und zwar möglichst bald sogar. Die Basis am Schluchsee bot da Möglichkeiten an. Also machte ich nicht nur einen Termin für das folgende Wochenende zu einem Tauchgang aus, sondern fragte auch vorsichtig an, wie das denn so wäre mit dem „Open Water Diver“.

Der Tauchgang an diesem Wochenende huldigte gleich mehreren Traditionen, die sich bei uns etabliert hatten. Wir gingen zuvor in den Tauchladen, wollten eigentlich Lampen kaufen, ließen es aber. Zu teuer! Traditionsgemäß ging Annette auf Exkursion (*) und was sich bei den bisherigen Tauchgängen immer wieder gezeigt hatte, wurde bei diesem zur Ursache, dass wir das letzte Stück zum Ausstieg an der Oberfläche zurücklegen mussten: mein Luftverbrauch. Annette geizte weiterhin mit ihrer Luft, und ich kam immer an die Reserve. (**) Diesmal so weit, dass wir den Tauchgang frühzeitiger als gedacht beenden und zurückschwimmen mussten.

(*) Zu dem Thema äußere ich mich jetzt nicht mehr. Ich fühle mich zutiefst missverstanden. Zudem bin ich menschlich enttäuscht von dir, dass du so schamlos meine Unfähigkeit austratscht! So! Warte nur ab, bis wir zu den nächsten Artikeln kommen. Dann kriegst du dein Fett ab 🙂

(**) „Thorsten,  – der Mann mit den Lungen eines Staubsaugers!“ Es ist auch nicht zu glauben, wie schnell du eine Flasche leersaugst. Und mal am Rande erwähnt… der TL hatte EXTRA gesagt, du sollst ihm anzeigen, wenn Halbzeit ist! Und nicht erst, wenn wir wieder mal das letzte Quäntchen Luft raussaugen! Wegen DIR hatte ich dann anschließend nämlich Drehschwindel und Übelkeit. Weil mir nämlich nicht unter oder im Wasser schlecht wird, sondern weil ich an der Oberfläche zurückschwimmen musste (mit 100 bar!!), und das tut mir gar nicht gut, wenn ich dann anschließend wieder Land betrete! Ab in die Ecke mit dir! Schäm dich! „6“, setzen!!!!!!

Hab ich was verpasst? Seit wann hat denn ein Staubsauger Lungen? Überhaupt, wozu haben wir die Flaschenfüllung denn? Um sie halbvoll wieder zurück zu geben? Neeee, ich hab dafür gezahlt, ich verbrauch’s auch! Übrigens hab ich dem TL die Halbzeit (100 bar) angezeigt. Er hätte es aber auch noch gern gehabt, wenn ich ihm die Reserve (50 bar) angezeigt hätte. Hat er aber vorher nicht gesagt, und ich bin davon ausgegangen, dass das mit der Halbzeit schon reichen wird. Erst als mein Finimeter wesentlich unter 50 bar anzeigte und immer noch kein „Land in Sicht“ (ha ha!) war, wurde ich etwas misstrauisch. Außerdem heißt das ja „Tauchsport„, da kann man auch mal so ’n paar Meter an der Oberfläche schwimmen.

SO hörst du also zu. Natürlich hat er das gesagt. Ich kann mich sogar dran erinnern wann. Und zwar als wir auf der gegenüberliegenden Seite die Pause gemacht haben. Ich bin zwar kein HNO Arzt aber wenn du Wert drauf legst, kann ich ja mal deine Lauscher durchputzen. Mit Stahlwolle vielleicht? 🙂

Na ja, liebe Leser, Sie sehen es schon, es gab auch so genügend Gründe, den Kurs weiterzumachen, damit wir endlich allein losziehen durften. Wir MUSSTEN es einfach machen, denn so wäre es nicht mehr lang gut gegangen. Nach dem Tauchgang folgt die Besprechung unserer neuen Pläne: der „Open Water Diver“. Einer der Tauchlehrer, die man regelmäßig an der Basis trifft, unterrichtet nach PADI und war bereit, uns als Schüler anzunehmen. Wir hatten ihn auch schon kennengelernt, allerdings ahnten wir da noch nicht, welche neuen Pläne wir haben würden. Er würde mit uns Kontakt aufnehmen und die Termine absprechen. Wir mussten noch die fehlenden Schwimmbadlektionen, Theorie, Freiwassertauchgänge und die Prüfung machen. Und wieder waren wir elektrisiert von unserer Entscheidung. Also, ich zumindest. Wie war das bei Dir, Annette?

Also ich konnte mich natürlich nur schwer zu dieser Entscheidung durchringen, die mein Tauchleben entscheidend verändert hatte. Eigentlich hatte ich ja gar keine Lust, und wer muß schon tauchen, immer dieses Schleppen, das Nasswerden, umziehen….

BLÖDSINN! Mir wäre es lieber gewesen, SOFORT damit anzufangen. Kaum stand der Plan, hab ich schon gedanklich weiter gearbeitet wie du weißt. Ein ruhender Geist rostet!

Weiter geht es im nächsten Teil unserer Reihe…

Und falls sich jemand fragt, ob der Titel dieses Beitrags eine subtile Anspielung ist – ja, ist er:

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Kleines Geschenk für Annette: Herbert Görgens und seine neue Tauchausrüstung

Heute mal ein kleines Geschenk für Annette von mir. Vielleicht erinnern sich ein paar der Anwesenden noch an die SAT1-Wochenshow mit Ingolf Lück und Bastian Pastewka (unter anderem!). Ein fester Bestandteil der Reihe war ein Sketch, in dem ein Reporter (Bastian Pastewka) den Frührentner, Vordenker und Visionär Herbert Görgens (Ingolf Lück) interviewt, was regelmäßig im Chaos endete. Annette hat mir mal erzählt, dass das immer ihre Lieblingsnummer gewesen sei, deswegen heute nur für sie ein kleiner, spezieller Sketch über das Tauchen…

„Hallo! Ich befinde mich hier im Wohnzimmer von Herrn Herbert Görgens…“

„Jau, hallo Tach auch! Von mir aus hier! An die Geräte zu Hause! Und an meinen Nachbarn Hein! Und anne Ilse von Spaamarkt, die mir immer so schön lecker Fisch zurücklegen tut…“

„Ja, also Herr Görgens hat ein neues Hobby angefangen…“

„Jau! Das hab ich wohl!“

„…nämlich das Tauchen. Nun ist so eine Ausrüstung ein ganz schöner Batzen Geld, bis man mal alles beisammen hat, aber Herr Görgens hat da eine günstige Alternative gefunden. Er hat sich seine Ausrüstung nämlich selbst gebaut.“

„Jau! Und umweltfreundlich ist es auch! Weil da hab ich ganz viele Teile recy… risai… resi… wiederverwendet, ja-haa, das hab ich wohl!“

„Ja, würden Sie uns dann bitte Ihre selbstgebaute Ausrüstung mal zeigen?“

„Ja, äh… muss ich holen. Soll ich?“

„Ja, nun bitte!“

„Aaalso, hier ist das erste Teil meiner selbstgebauten Tauchausrüstung!“

„Herr Görgens, was soll das denn? Das… das ist ja eine abgesägte Leiter mit nur einer Sprosse! Was wollen Sie denn damit beim Tauchen?“

„Na, das ist meine 1-A Erste Stufe! Aaaber ich hab noch was…“

„Herr Görgens…. was ist denn das? Das… ist ja eine Schachtel mit frittierten Tintenfischringen! Ist das für den Hunger beim Tauchen?“

„Neee, das is mein Oktopus! Und dann hab ich noch das da…“

„Herr Görgens, jetzt reicht es! Das da, das ist nur irgendso ’ne blöde Sonnenbrille, bei der Sie CDs auf die Gläser geklebt haben. Was soll das denn?“

„Na, das sind nicht nur irgendwelche CDs, das sind CDs von DJ Taucher, das is nämlich ’ne Taucher-Brille! Komm ich jetz im Ferseh’n?“

„NEIN! Zurück zu den Flat Flute Divers!“

„Aber wieso denn nicht…?“

Alles Gute zum Geburtstag, Annette!

Tauchgebiete für Fortgeschrittene und Anfänger: Schluchsee – Schwarzwald

Der Schluchsee ist ein Bergsee im Schwarzwald, 7,5 Kilometer lang und 1 Kilometer breit. Ursprünglich entstand er durch die Gletschertätigkeit der letzten Eiszeit, 1932 wurde er durch eine Staumauer bei Seebrugg auf seine heutige Größe aufgestaut. Um die Staumauer während des Zweiten Weltkriegs vor Bombardements der Aliierten zu schützen, wurde der See mit Torfballen abgedeckt. Diese sogen sich mit Wasser voll und sanken auf den Grund, wo sie noch heute liegen. Der Schluchsee liegt auf 930 Metern Höhe (man muss also beachten, dass jeder Tauchgang ein „Bergseetauchgang“ ist), seine tiefste Stelle hat 62 Meter.

Schluchsee: Die Staumauer

Schluchsee: Die Staumauer

Für Anfänger ist die Uferregion bis zu Tiefen von 10 bis 12 Metern noch am ehesten geeignet. Die Sicht ist allgemein eingeschränkt, da das Wasser ständig umgesetzt wird und sich daher viele Schwebstoffe halten. In diesen Tiefen hat das Wasser eine grün-braune Färbung, wodurch eine Sichtorientierung praktisch nicht möglich ist. Hinzu kommt, dass die dunklen Torfballen ein Großteil des Lichts schlucken; wird der Torf gar aufgewirbelt, färbt sich das Wasser unter Umständen schwarz wie Tinte. Bei starkem Sonnenschein kann die Sicht tatsächlich besser sein, allerdings natürlich umso besser, je näher man der Oberfläche kommt.

Schluchsee: Steine am Grund. Sehr deutlich sind die Torfablagerungen zu sehen. Und die Sicht ist auf diesem Bild für den Schluchsee sehr gut. Tiefe: ca 5 Meter.

Schluchsee: Steine am Grund. Sehr deutlich sind die Torfablagerungen zu sehen. Und die Sicht ist auf diesem Bild für den Schluchsee sehr gut. Tiefe: ca 5 Meter.

Ab 12 Meter und tiefer wird jeder Tauchgang – unabhängig von der Tageszeit – zum Nachttauchgang. Das macht das Tauchen hier sehr anspruchsvoll. Die Tauchregionen haben eine maximale Tiefe von 26 bis 30 Metern. Die Vegetation ist nicht sehr üppig, Fische kann man bereits ab 10 Metern Tiefe beobachten. Ansonsten gibt es die Überreste von Gebäuden, die beim Aufstauen des Sees überspült wurden, sowie die alte Staumauer unter Wasser zu sehen. Zudem wurden verschiedene Installationen angebracht, wie eine Galerie oder ein versenktes Boot. Und sollten Sie dort unten einem Tier begegnen, das Sie in dieser Tiefe nicht, und unter Wasser schon gleich gar nicht verorten würden, dann lassen Sie sich gesagt sein: Nein, das ist kein Tiefenrausch, der gehört hierher.

Schluchsee: Ein Aal. Er hat trotz Licht und der Anwesenheit von drei Tauchern lange genug stillgehalten, bis dieses Bild zustande kam.

Schluchsee: Ein Aal. Er hat trotz Licht und der Anwesenheit von drei Tauchern lange genug stillgehalten, bis dieses Bild zustande kam.

Aus der Sicht eines Anfängers gesehen, der noch nie in einem ähnlichen Gewässer war, muss ich sagen, dass es sehr gewöhnungsbedürftig ist. Aber was mir schon von mehreren Seiten gesagt wurde und was ich auch bestätigen kann – man lernt viel. Beim Tauchen muss man umsichtiger sein und nicht lospreschen, da es jederzeit sein kann, dass ein Torfballen vor einem auftaucht und den Weg versperrt. An eine visuelle Orientierung ist praktisch nicht zu denken, da man – wenn man sich vom Ufer entfernt – nicht weit genug sieht. Das heißt, man muss sich auf den Kompass verlassen. Übungen in der Kompassnavigation kann man hier sehr gut abhalten, denn da man von der Umgebung nichts sieht, kann beim Navigieren nicht geschummelt werden. Das kann allerdings mitunter zu Überraschungen führen, wenn man sich verirrt.

In Seebrugg, direkt im Bahnhofsgebäude, gibt es eine Tauchbasis (sie ist auf der obigen Karte markiert, wenn Sie die Markierung anklicken, können Sie sich die Route dorthin berechnen lassen). Gegen eine geringe Tagesgebühr kann man es hier etwas bequemer haben beim Umziehen und an- und ablegen der Ausrüstung, sowie die sanitären Einrichtungen nutzen. Außerdem kann man sich hier über die verschiedenen Tauchgebiete erkundigen, geführte Tauchgänge buchen, Ausrüstung ausleihen und eigene Flaschen füllen lassen. Von dieser Basis aus muss man nur die Straße überqueren und befindet sich dann direkt an einer Treppe, die hinab ins Wasser führt. Bei der Basis trägt man sich auch in eine Liste ein, wenn man zum Tauchgang aufbricht, und wieder aus, wenn man zurückkehrt. Dazu muss man allerdings vorher ein paar Informationen geben, etwa über das Brevet, die gesundheitliche Bescheinigung – und eine Tauchunfallversicherung wird (sowieso) empfohlen.
Parkmöglichkeiten sind direkt vorhanden, zum Ausladen der eigenen Ausrüstung kann man auch kurz direkt vor dem Eingang der Basis stehenbleiben.

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Tauchgebiete auf einer größeren Karte anzeigen

Der Schluchsee ist ein anspruchsvolles Tauchgebiet, das man nicht unterschätzen sollte. Wenn man sich unsicher fühlt, ist sicher einer der geführten Tauchgänge unter Anleitung eines erfahrenen Tauchers dringend zu empfehlen. Aber auch Anfänger finden hier Möglichkeiten für einen Tauchausflug. Mehr Informationen über den Schluchsee, die Tauchbasis und auch die Möglichkeit, einen geführten Tauchgang im Voraus zu reservieren, gibt es unter www.tauchbasis-schluchsee.de.

‚Tschuldigung, haben Sie meinen Buddy gesehen? – oder: Ausbruchsversuche

Nun hatten wir es also tatsächlich geschafft, einen Termin mit einem Tauchlehrer zu vereinbaren. Auf diese Weise wurde uns immer wieder vor Augen geführt, was man uns schon in Ägypten gesagt hatte – irgendwann würde es nerven, immer auf einen „Professional“ angewiesen zu sein. Umso mehr freuten wir uns auf den nächsten Urlaub in Ägypten und den Open Water Diver.

Das Tauchen in den heimischen Seen konnte uns da nur behilflich sein. Mit Hilfe des Navigationsgeräts fanden wir dann auch den Ort, an dem wir tauchen gehen sollten, den „Echinger Weiher“. Eine allgemeine Beschreibung dieses Tauchgebiets finden Sie hier. An den Weiher darf man nur zum Ein- und Ausladen direkt fahren, dann muss man das Auto wegstellen, und so hielten wir es auch. Aber wir sahen unseren TL nirgends. Jede Megen andere Taucher, aber ihn nicht. In der Befürchtung, am falschen Ort zu sein, begann ich, den ganzen Weiher abzusuchen, was nicht sonderlich aufwändig war, das Gebiet ist sehr übersichtlich. Noch dazu kann man von einer Seite gar nicht hinkommen, weil da die Autobahn ist und man irgendwann vor einem Zaun steht. Schließlich kamen zwei Taucher an die Oberfläche, und siehe da, unser Tauchlehrer war mit dabei. Er hatte mit einer Schülerin einen Tauchgang gemacht, die damit ihr nächstes Brevet erreicht hatte. Nach einer kurzen Pause machten wir uns dann daran, uns vorzubereiten. Wie ich schon geschrieben habe, musste uns der TL verschiedene Dinge mitbringen, Blei und Handschuhe. Ich bekam Handschuhe, die ein Mittelding aus Finger-Handschuhen und Fäustlingen waren, Daumen und Zeigefinger waren separat, die anderen drei Finger zusammen in einer Tasche. Erinnerte ein wenig an den „Pinguin“ aus Batman und war gewöhnungsbedürftig.

Da ich von meinem Sturz beim letzten Tauchgang gelernt hatte, war ich entsprechend vorsichtig, denn die Stelle, an der man in den Weiher reinkonnte, war recht abschüssig. Aber es funktionierte – ohne hinzufallen diesmal. Der Weiher war in der Tat kälter als wir es gewohnt waren, es handelt sich dabei um ein Quellgewässer, aber es ließ sich aushalten. Wir folgten also unserem Tauchlehrer. Wer von uns beiden wo war, das war Situationsabhängig. Wir waren das noch nicht gewohnt, das „Nebeneinander-her-tauchen“, entweder kamen wir uns in die Quere (Boing!) oder es geschah etwas anderes, zu dem ich gleich noch komme.

In die Quere kamen wir uns aus meiner Sicht, weil ich das eingeschränkte Sichtfeld nicht gewohnt war. Es war ein bisschen wie mit Scheuklappen, zur Seite konnte ich nicht sehr weit sehen und bemerkte es also auch nicht sofort, wenn wir uns zu nahe kamen. Noch dazu, da ich leider keinen Überblick hatte, wer da jetzt in welche falsche Richtung getaucht ist. Ich hätte Stein und Bein schwören können, dass ich schnurgeradeaus geschwommen bin. Ja, so muss es sein. Annette ist zu weit zur Seite gedriftet.

Der Beweis? Zweimal kam es zur umgekehrten Situation (und das ist das, was ich oben meinte): Annette schwamm in die andere Richtung und entfernte sich immer weiter von dem Tauchlehrer und mir. Tja, äh, was’n die da machen? Und vor allem: Wie kriegt man sie wieder zurück? Da war wieder das Problem, das ich schon bei den Lehrgangstauchgängen hatte – wie mache ich den anderen auf mich aufmerksam? Nun hatte ich mich inzwischen informiert, es gibt solche Geräte wie einen Shaker (eine Metallröhre, in der ein Eisenstück klappert) oder einen Tank Banger (eine Kugel an einem Gummiband; das Gummiband wird um die Flasche gelegt, wenn man daran zieht und das Band loslässt, wird die Kugel gegen die Flasche geschlagen und erzeugt ein Geräusch). Aber nichts von alledem hatte ich gerade dabei. Also machte sich der TL die Mühe, sie selbst einzufangen und ihr die Richtung anzuzeigen.

Annette: Fällt Ihnen beim Lesen dieses Artikels eine Kleinigkeit auf? Mir schon! Die weibliche Taucherwelt ist abgrundtief missverstanden! Beim Überfliegen diesen Artikels könnte der geneigte Leser den Eindruck bekommen, dass ich die Orientierung verloren hätte! ICH? Ich bitte Sie! In einem Lehrbuch las ich mal, dass es nur 2 Sorten von Tauchern gäbe, die, die sich schon mal verirrt haben und die, die es nicht zugeben. Ich gehöre…zu Kategorie…naja, egal. ICH jedenfalls betrieb zu dem Zeitpunkt botanische Studien, denn ich durfte mit Erstaunen feststellen, dass es Pflanzen in 9 m Tiefe gibt, die Blüten tragen. Und schon wird einem angehängt, man wäre verloren gegangen. Und dass einen der TL einfangen musste! Also…ich werde mal eben ein Wörtchen mit dem Autor wechseln, wenn Sie mich entschuldigen würden…

Aua! Die hat mir am Arm wehgemacht! … Na gut, „botanische Studien“. Nehmen wir das mal so hin.

Einmal machten wir eine kurze Oberflächenpause und wurden gefragt, ob wir es irgendwie eilig hätten. Wir würden ein ganz schönes Tempo vorlegen. Na ja, wenn man schneller schwimmt, liegt man besser im Wasser. Außerdem war das so gesehen erst unser 4. Tauchgang, Geschwindigkeit einschätzen und dergleichen, das lag noch etwas im Argen (IM Argen, wohlgemerkt, nicht IN DER Argen, obwohl das beim Tauchen nicht so einen großen Unterschied machen dürfte).

Ja, und hier nochmal ein Hoch auf unseren geduldigen Guide! Er lachte nämlich und meinte, wir würden jetzt mal dort hinschwimmen, wo ER gerne hinwollte. Nein, nein! Nicht das, was Sie jetzt denken. Es lag ganz und gar nicht daran, dass man MIR ständig hinterher musste, um mich einzufangen. Völlig falscher Gedankengang. Alles Thorstens Schuld! 😉

Ich hätte wenigstens eine Ausrede – ich hab nämlich keinen Kompass. Nicht so wie DU!

wäwäwäwääääwääää!

Weiter im Text: Schließlich und endlich erreichten wir wieder das Ufer. Angeblich sollte es dort irgendwo einen versenkten Einkaufswagen von IKEA geben, aber den haben wir nicht gesehen. Dafür eine Christbaumkugel. Für Weihnachtsstimmung sorgte die allerdings nicht. He, es war Juni! Und ich habe einen kleinen Hecht entdeckt, der sich allerdings von mir nicht fotografieren lassen wollte. Er schwamm davon, so schnell er konnte. Tja, Künstlerpech.

Könnte aber auch daran gelegen haben, dass du so „gezappelt“ hast lieber Thorsten…harharhar

He, Du wirst meinen exzellenten Flossenschlag, den ich mir durch jahrelanges Training angewöhnt habe, nicht als „Zappeln“ verunglimpfen wollen? Keine Ahnung, warum der blöde Fisch nicht stillgehalten hat. Und ich wollte ihm nicht so hinterher hetzen und dann womöglich vom Kurs abkommen… SO WIE ANDERE LEUTE, die ich nicht näher namentlich erwähnen möchte.

Kein Mensch hat von deinem Flossenschlag gesprochen! Du hast noch zwei andere Extremitäten… 🙂 Und ich möchte nochmals betonen: Ich BIN nicht vom Kurs abgekommen! Das sah nur so aus. Nur weil ihr botanisch völlig desinteressierten Dachlatten stur gerade aus schwimmt, ohne einen Blick links und rechts zu werfen…

Ich hatte ja keine Ahnung, dass ich mit Jacqueline Cousteau unterwegs bin. Na, das kann ja heiter werden im Roten Meer, wenn’s noch viel mehr zu sehen gibt. Da müssen wir wohl auf die Buddy-Leine zurückgreifen. Oder ständig „Schere – Stein – Papier“ spielen, damit wir wissen, wer jetzt die Richtung angibt.

Am Ufer wurden wir vom TL erneut ermuntert, uns zu überlegen, ob wir nicht vielleicht doch unseren „Open Water Diver“ schon in Deutschland fertig machen wollten. „Das kriegt Ihr hin!“, sagte er. Er würde es aber leider nicht machen können, denn er wäre den Sommer über ausgebucht. Wir betrachteten das als nettes Kompliment, aber eigentlich hatten wir unsere Wegstrecke mit Ägypten schon festgelegt.

Die nächste Zeit würde also frustrierend sein. Kein uns bekannter Tauchlehrer würde Zeit haben. Aber wir, wir hätten Zeit. Dann aber kam es zu einer dieser Wendungen, die ich für total unrealistisch gehalten hätte, wäre sie in einer Seifenoper passiert. Ein paar Tage später war ich für das SPACE CRUISE Verzeichnis, das ich auch betreue, die Listen mit den Ausflugszielen am Korrigieren. Nicht mehr aktuelle Links raus, neue rein. Dabei stolperte ich über einen Eintrag zum „AQUAfun Freizeitbad Schluchsee“. Ich stolperte deswegen darüber, weil dieses Bad offenbar keine eigene Internetpräsenz hatte. Ich versuchte es bei Google mit allen möglichen Variationen von Suchbegriffen, landete aber immer wieder auf der offiziellen Webseite der Stadt Schluchsee im Schwarzwald. Das war nicht allzu weit weg und gerade, als ich mir überlegte, dass man dahin vielleicht mal einen Tagesausflug machen könnte, fiel mir eine Rubrik der Webseite ins Auge: „Tauchen im Schluchsee“. Ich wurde neugierig und las, dass es in Seebrugg eine Basis geben würde. Die würden auch geführte Tauchgänge machen. Sieh mal an. Ich nahm mit der Basis per Internet Kontakt auf – und schwupps! Hatte ich einen Termin für einen Tauchgang am folgenden Wochenende. Annette dachte vermutlich zuerst, dass ich sie auf den Arm nehmen will.

Nein. Dachte ich nicht. Ich bin zu schwer für dich, haha. Ich war eher sehr positiv überrascht, wie sehr du dich engagierst. Und es hat sich ja bezahlt gemacht, wie man sieht…

Aber nein, es war so – einer der üblichen Zufälle des Lebens hatte uns eine neue Tauchmöglichkeit zugespielt. Was daraus werden würde, ahnten wir aber noch nicht.

Mehr, wenn Ihr uns wiederseht – Ihr müsst unbedingt lesen, wie’s weitergeht! 😀

Anfängertauchgebiete – Echinger Weiher

Heute möchte ich als Tauchanfängerin über einen meiner ersten Freiwassertauchgänge nach dem Scuba Diver schreiben.

Der Scuba Diver limitierte mich damals noch auf maximal 12 m Tauchtiefe, zudem durfte ich noch nicht alleine tauchen. Außer meinem Buddy (Thorsten, dem die Seite hier gehört) mußte immer noch ein Tauchlehrer dabei sein.

Wir hatten unseren beschränkten Tauchschein in Ägypten am Roten Meer gemacht, insofern hatten Thorsten und ich hier noch keine Kontakte zu Vereinen geknüpft. Nichts desto trotz wollten wir hier natürlich auch ein paar Erfahrungen im Freiwasser sammeln. Da wir uns aber noch nicht fit genug für den Bodensee fühlen, an dem wir wohnen, suchten wir nach Tauchgebieten, die überschaubar und nicht zu tief sind.

Wir lernten vor ein paar Monaten einen Tauchlehrer aus der Nähe von München kennen, der mit uns zur kälteren Jahreszeit „indoor“ Tauchen ging. Wir notierten uns seine Adresse – für die Sommermonate – und meldeten uns  bei ihm. Glücklicherweise hatte er Zeit. Und bestellte uns zum Echinger Weiher.

Der Echinger Weiher

Der Echinger Weiher

Der Echinger Weiher liegt nördlich von Eching bei München. Am Autobahnkreuz A9/A92. Wenn man auf der A9 Richtung Nürnberg unterwegs ist, gibt es eine Ausfahrt “ Eching“. Aber heutzutage gibt es ja zum Glück auch Navigationssyteme. Für alle, die kein Navigationssystem haben: Nicht zum Echinger See fahren, an dem wird nur gebadet, nicht getaucht!

Am Weiher selber kann man nicht parken. Zum Weiher führt ein Schotterweg, das Auto wir am Straßenrand geparkt.  Es ist aber gestattet, kurz zum Weiher vorzufahren, um seine Ausrüstung abzulegen. Der Weiher  ist „gebührenpflichtig“, es befindet sich dort eine Art „Parkscheinautomat“, an dem man sich die Lizenz zum Tauchen kaufen muss. 8 Euro kostet diese, und man sollte Kleingeld dabei haben, denn wechseln tut der Automat nicht. Achtung! Siehe Ergänzung unten!

Der Weiher ist von der Fläche her klein und überschaubar. An der tiefsten Stelle ist er 9 m tief, für Anfänger geradezu ideal. Allerdings ist er nicht besonders warm, Quellen geben an, dass er nicht mehr als 12 Grad hat. Kopfhaube und Handschuhe sind Pflicht. Die Sicht ist natürlich abhängig vom Betrieb, sind viele Taucher vorhanden, beträgt die Sicht mitunter unter 2 Meter. Überraschungen der unliebsamen Art findet man hier eher nicht, der Boden ist stellenweise bewachsen, in Ufernähe stärker. Zu meinem Erstaunen durfte ich feststellen, dass die Pflanzen sogar unter Wasser in dem trüben Licht  Blüten tragen!

Echinger Weiher

Ebenfalls wurde beschrieben, dass der Weiher fischfrei sei, wir jedoch trafen unter Wasser einen kleinen Hecht! Ansonsten findet man nicht viel, eine Weihnachtsbaumkugel, angeblich soll man hier auch einen Ikea Einkaufswagen vorfinden, den haben wir aber nicht gefunden.

Echinger Weiher

Fazit:

Insgesamt ist es für blutjunge Anfänger – wie wir es sind – geradezu ein ideales Gebiet. Man kann sich praktisch nicht verlieren, dazu ist der Weiher zu klein. Dafür kann man in einem begrenzten Freiwassergebiet gut und sicher den Ernstfall proben, ein Gefühl dafür entwickeln, wie es ist, wenn man zB seinen Regulator unter Wasser verliert und sich eben nicht in einem sicheren Gewässer wie dem Schwimmbad befindet. Man sammelt erste Erfahrungen mit schlechter oder eingeschränkter Sicht sowie mit Tauchen in kühleren Gewässern. Trotz der längeren Anfahrt für uns war es ein lohnendes Tauchziel!

Ergänzung Saison 2021: Die Zahlmethode mit dem „Parkscheinautmat“, die hier beschrieben wurde, ist mittlerweiler abgeschafft worden. Derzeit läuft die Bezahlung für eine Tageskarte (derzeitiger Preis 10 Euro) per Vorausüberweisung. Für die aktuellsten Hinweise zum Echinger Weiher und einer Tageskarte möchten wir auf die offizielle Seite des Pächters verweisen: http://echingerweiher.simdif.com/

Intermezzo: Freiwassertauchversuch, die Erste! Und bitte…

Nachdem wir also im „DIVER’S“ gewesen waren, hatten wir den Entschluss gefasst, es doch mal in Deutschland mit dem Freiwasser zu probieren. Ich wandte mich an meinen Kollegen, der einen Baggersee heraussuchte. Das läutete die „Hab-Ihr?“-Phase unserer Tauchkarriere ein. Vor jedem Freiwassertauchgang wurden wir nämlich gefragt „Habt Ihr…?“, und zwar nach Ausrüstungsgegenständen, die wir eben nicht hatten. Blei zum Beispiel. Oder wie bei diesem Tauchgang sehr deutlich notwendig war, Kopfhauben. Es war Anfang Juni, trotzdem hatte der See in gewissen Tiefen gerade mal 12 ° C. Ich hatte keine Kopfhaube. Annette hätte eine gehabt, hatte diese aber nicht dabei. Selbst schuld.

Annette: Jahaa! Ich hätte eine gehabt! Aber was ein richtiger Flatflutediver ist, der taucht auch bei geringen Temperaturen OHNE Haube! Man macht seinem Namen schließlich alle Ehre! Zudem bist du ja nur neidisch, weil ICH eine Haube hatte und DU nicht! Aber ich habe mir die Haube auch schwer erarbeitet! Das war mein Lohn! Schließlich hab ich mich beim Kauf des Neoprenanzuges um ein Haar im Schaufenster umgezogen, da musste die Haube schon drin sein!

Baggersee-PflanzenDiesen Tauchgang sollten wir sozusagen „online“ machen, oder um diesen Kalauer noch weiter auszuwalzen: „on lein“. Wir wurden nämlich mit einer Buddy-Leine am Tauchlehrer gesichert, (*wuff! Um nicht zu sagen, ANGELEINT!) weil dies unser erster Tauchgang in einem See war. Tatsächlich war das eine gute Idee, denn sich hier zurecht zu finden, war etwas völlig anderes als das, was wir bisher kannten. Die Sicht war eingeschränkt, außerdem war der See extrem bewachsen mit Pflanzen, die einem bei Kontakt den Neoprenanzug versauten (was hab ich geschrubbt hinterher!).

Nun ja… ich war etwas irritiert durch die Leine. Erstmal kam ich mir vor wie ein Hund, dann hatte ich ein „kleines“ Problem. Man reichte mir kein intrigan…integriertes Blei, sondern einen BLEIGURT! Kaum im Wasser vollführte ich eine neue Tauchvariante, auch „Deegrol“ genannt (niederländisch für „Teigrolle“). Ich drehte mich wie ein Hähnchen am Spieß im Wasser, und ich konnte kaum dagegen ankommen. Wie sich herausstellte, drehte sich dieser blöde Gurt um mich und ich mich gerade mit dem Blei mit! Erschwerend kommt meine etwas „chaotische“ Tauchweise hinzu…ich neige dazu, begeistert von einem Tauchort zum nächsten zu hetzen und vergesse dabei gerne, dass ich eine LEINE habe. Oder dass es vielleicht außer mir noch andere Taucher geben könnte. Oder daß wir mal ursprünglich eine „Formation“ hatten. Du rechts, TL in der Mitte, ich links. Kam aber vor, dass ich mal rechts von dir war. Ups. Wie konnte das denn passieren?  Dementsprechend mussten wir uns ab und zu entwirren. 🙂

"Deegroll-Manöver"

"Deegroll-Manöver"

Mehr als zur Orientierung konnte dieser Tauchgang leider nicht dienen, denn nach etwa 20 Minuten kam etwas hinzu… wir waren in etwa zehn Metern Tiefe, das Wasser hatte 12 ° C – und meine Stirnhöhlen meldeten sich. Vielleicht kennt einer aus der geneigten Leserschaft dieses schmerzhafte Gefühl, wenn man beim Eisessen zu schnell ist und die Kälte hochkriecht und in der Stirn wehtut. Genau das habe ich da empfunden, nur mit dem Unterschied, dass es nicht aufhörte, solange wie in der Tiefe waren. Wir hatten, das hatte ich deutlich gespürt, eine so genannte „Sprungschicht“ durchquert und die Tatsache, keine Kopfhaube zu haben, rächte sich nun.

Memme! ICH hätte das durchgestanden… DU bist gar kein Flatflutediver!

Thorsten im BaggerseeWo-ohl! Außerdem war der Tauchgang an der Stelle nur deswegen beendet, weil man uns beim Kurs zwar das Zeichen für „Auftauchen“ (Daumen nach oben) gezeigt hat, aber nicht wie man andeutet, dass man nur „höher“ möchte. Ich wollte nur aus der Sprungschicht raus. Ein paar Meter höher war es ja schon wieder besser. Aber unser Instructor bestand darauf, aufzutauchen. Und dass wir an der Oberfläche zurückschwimmen sollten, war nicht meine Idee. Man sieht, die Tücken hörten nicht auf. Beim Rausgehen bin ich im Flachwasser bis zu den Knien im Schlamm versunken, bevor es mich am Ufer noch in den Kies warf. Aber he, ein echter „Flat Flute Diver“ hält sowas aus.

…Momentn…hab ich da was verpasst? 🙂 Nein, ich hab es live miterleben dürfen und dachte, na klasse. Der erste Tauchgang und Mr Buddy muss gleich ins Gebüsch beißen. Aber ich war auch nicht besser dran. Ich kam nämlich gar nicht mehr aus dem Wasser raus… peinlich peinlich, aber man musste mich aus dem Tümpel ZIEHEN… aber zumindest hast du mit dem Auftritt bewiesen, dass du ein echter Flatflutediver bist! 😉

Annette im Baggersee

Als wir über den Tauchgang sprachen, waren wir uns einig, dass wir das weiterhin versuchen sollten. Leider hatte mein Kollege in nächster Zeit nicht wirklich Zeit, also kontaktierte ich den Tauchlehrer, den wir in Aufkirchen kennengelernt hatten. Tatsächlich konnte er uns einen Tauchtermin ermöglichen, und zwar am Echinger Weiher. Um nicht ganz so blöd dazustehen, ging ich vorher in den Tauchladen und besorgte mir eine Kopfhaube. Doch der Tauchlehrer stellte schon die nächste „Hab-Ihr?“-Frage: „Habt Ihr Handschuhe?“ Äh, nein? Okay, die würde er uns leihen. Genauso wie das Blei, das wir ja auch nicht hatten. Langsam wurde es nervig. Aber mehr darüber gibt es im nächsten Teil unseres Tauchabenteuers…

DIVER’S Indoor, Tag 2 – Eine erneute Wendung der Ereignisse

Am Abend unseres ersten Tages beim DIVER’S Indoor Tauchsportzentrum hatten wir das „Special“ gebucht, das dort jeden Freitag und Samstag geboten wir: das „Dinner unter Wasser“. Den Namen hat es, weil das Restaurant von seiner Austattung her der „Nautilus“ von Käpt’n Nemo (aus Jules Vernes‘ „20.000 Meilen unter dem Meer“) nachempfunden ist, und bei diesem Dinner Unterwasserfilme aus der ganzen Welt im Restaurant auf Leinwände projiziert werden. Ein Teil des Restaurants hat große Scheiben, durch die man auf die Becken des Tauchsportzentrums blicken kann.

In diesem stimmungsvollen Ambiente gibt es ein reichhaltiges Buffet-Abendessen, das uns sehr an Ägypten erinnert hat – selbst die Tatsache, dass beinahe ein Tisch wegen einer Kerze abgebrannt war (es war diesmal nur nicht unser Tisch, und ein freundlicher Feuerwehrmann vom Nachbartisch griff ein, bevor etwas passieren konnte).

Annette: jaja… ein Revival sozusagen. Wobei mir eigentlich nicht nach Feiern zumute war. Zwar war ich hochzufrieden mit meiner Ausrüstung, aber mir machte die Übelkeit Sorgen… hoffentlich blieb das nicht so!

Lobende Worte muss ich an dieser Stelle auch für das Frühstück im  Mercure Airport Hotel München loswerden, sehr gut und sehr reichhaltig. Genau das Richtige, um sich in einen neuen Tag mit einem Tauchabenteuer zu stürzen. Das begann erstmal mit Hindernissen: der bestellte Tauchlehrer kam etwas zu spät. Es war nicht jener vom Vortag. Dieser hatte außer uns niemanden zu „betreuen“ und konnte ganz auf unsere Wünsche eingehen. Wir wollten ein paar Dinge üben, die für den Kurs des „Open Water Diver“ beherrscht werden sollten. Auf seine Frage, warum wir denn nur den „Scuba Diver“ gemacht hätten, erzählten wir, dass das alles ja eigentlich ganz anders geplant war (ich werde das an dieser Stelle nicht mehr wiedergeben – falls Sie es schon wieder vergessen haben sollten oder es noch nicht getan haben, dann lesen Sie die vergangenen Artikel dieses Blogs, da wird alles schön erklärt). Dann ging es wieder an die Ausstattung. Wir erzählten dem TL von den Problemen mit dem Tarieren vom Tag zuvor und er machte die Ursache aus: das Blei. Acht Kilo waren offenbar zu viel, so dass wir auf sechs Kilo reduzierten.

Stimmt gar nicht! Ich hatte nur 4 kg. Bäh!

Okay, vier Kilo. Jedenfalls, das Resultat konnten wir gleich beim ersten Tauchgang sehen: Es funktionierte tatsächlich besser. Auch die Übungen, die wir machten. So gehört es zum Beispiel beim OWD dazu, 15 Meter mit Tauchgerät, aber ohne Taucherbrille zu schwimmen. Annette machte hier den Anfang. Der TL führte sie, denn sie musste um die Kurve schwimmen, weil die Becken nicht ganz die richtige Länge hatten. Und das sah richtig gut aus bei ihr. Auch das anschließende Maske aufsetzen und ausblasen funktionierte reibungslos.

Hey! Ich bin schließlich  ein Naturtalent! Aber komisch… schon wieder dieses blöde Übelkeitgefühl… nicht schon wieder bitte…

Dann war ich an der Reihe, und ich war voll konzentriert. Tatsächlich musste ich mich in den ersten Momenten daran erinnern, nicht durch die Nase einzuatmen, aber dann ging es wie von selbst. Auch ich schwamm meine Runde in Begleitung des TL, setzte die Maske wieder auf und blies das Wasser raus.

Wir schwammen dann mal „eine Raum weiter“, denn eigentlich wollten wir das Tarieren üben. Tauchen durch ein Fenster! Hm..ich hatte mal was gelesen, dass die Wracktaucher sich dazu auf den Rücken drehen. Professionellerweise probierte ich das gleich mal aus – nur um mit dem Flaschenventil gleich am unteren Fensterrahmen hängen zu bleiben. Ok. Das war`s dann mit dem Naturtalent. Zudem war mir jetzt wirklich RICHTIG schlecht. Und das nach noch nicht mal 20 Minuten.

Leider stellte sich bei Annettte der Schwindel vom Vortag wieder ein, so dass sie den nächsten Tauchgang nicht mehr mitmachen wollte.

Was heißt hier NICHT WOLLTE ? Natülich wollte ich! Aber… es ging einfach nicht. Ich war todunglücklich! Selbstmordgefährdet!

In der Pause dazwischen kam es zu einem Gespräch zwischen uns und dem TL. Dabei kam die Frage auf, ob wir vielleicht doch trotz aller Vorbehalte mal in Deutschland ins Freiwasser gehen sollten. Schwimmbecken, Indoor-Tauchen, alles schön und gut, aber nur in einem „richtigen“ Gewässer würde man auch Übung bekommen.

DIVER'S Indoor-Tauchsportzentrum AufkirchenDen letzten Tauchgang an diesem Wochenende machte ich dann mit dem Tauchlehrer allein. Er zeigte mir weitere Übungen, zum Beispiel wie man die Tarierweste unter Wasser aus- und wieder anzieht. Bei einer dieser Übungen trug ich einen Bleigurt – und da passierte mir das Malheur, von dem ich an anderer Stelle schon berichtet habe: der Gurt löste sich, ohne dass ich das bemerkte, und fiel herunter. Da wusste ich, was ich an meinem integrierten Blei hatte.

…intrigantes Blei, was? Macht sich selbstständig! 🙂

Am Ende des Tauchgangs waren wir in dem Becken, das mit Fenstern ausgestattet war, so dass man von der Bar aus hineinsehen konnte. Und hier, auf der trockenen Seite, stand Annette. Es tat mir leid, sie da zu sehen und ich konnte ihren Frust verstehen, immerhin war nicht ganz klar, woher ihr Schwindel kam. Aber immerhin machte sie ein Bild mit ihrem Handy, damit es doch noch ein Souvenir von dem Wochenende gab.

Frust? Das ist ja wohl gelinde ausgedrückt. Ich schüttete mir eine Cola hinter die Binde und taumelte schwindelig von einem Fenster zum anderen. Man hatte mir versprochen, die Übung mit dem Jacket ablegen vor einem Fenster abzuhalten, aber ich konnte die Beiden nirgendwo entdecken. Also setzte ich mich erst mal und versuchte, mein sich drehendes Hirn in den Griff zu kriegen. Nach geraumer Zeit kamen die beiden dann wirklich vorbei. Und legten ihr Jacket vor meinen Augen ab. Wie versprochen. Man, hat mich das vielleicht geärgert. Ich konnte mir nicht erklären, was jetzt los war. Ich hatte zwar gelesen, dass es Schwindel gäbe, wenn das Wasser sehr klar ist. Das war es in Ägypten auch gewesen und da war mir das nicht passiert. Ich nahm an, dass die Übelkeit von mehreren Faktoren herrührte. Die Kacheln an der Wand, die durch meine Brille verzogen waren, das Geflimmere auf den Kacheln von den Lichtreflexen, die Wärme, die schlechte Luft… aber ich gab noch nicht alle Hoffnung auf. Der TL tröstete eine unglückliche Schülerin (mich!) und ermutigte mich, trotzdem weiter zu machen. Klar doch! Ich hatte auch nicht vor, die Flinte gleich ins Korn zu werfen.

Dann bekamen wir die Rechnung für das Wochenende präsentiert und mussten ganz schön schlucken: dadurch, dass wir für vier Tauchgänge den TL gebraucht hatten, war ein recht ansehnliches Sümmchen zustande gekommen. Auf dem Parkplatz vor dem DIVER’S unterhielten wir uns noch mit dem TL, der uns nochmal ans Herz legte, ins Freiwasser zu gehen, und zwar möglichst bald. Er nannte auch ein Ziel: den „Echinger Weiher“, der sei auch für Anfänger geeignet.

Jupp! Da bin ich direkt mal über meinen Schatten gesprungen! Ich bin nämlich sonst nicht gerade der Mut in Person, wenn es darum geht, einen fremden Mann um was zu bitten! Aber da… ging es. Ich fragte den TL, ob er mit uns ins Freiwasser gehen würde. Und er hat noch nicht mal NEIN gesagt! Er hatte einen sehr guten Eindruck unter Wasser auf mich gemacht, und das braucht man nunmal als Anfänger. Man geht ja nicht mit jedem tauchen 🙂 Da muss man schon Vertrauen haben!

Auf der Heimfahrt diskutierten wir: Sollten wir das tun? Oder sagen wir so: Innerlich hatten wir die Entscheidung vermutlich schon getroffen, aber wir sprachen trotzdem noch darüber, so wie wir das immer tun. Ja, entgegen allen anderslautenden Ansagen seit Ägypten nahmen wir uns vor, tatsächlich ins Freiwasser zu gehen. Das wäre sicherlich eine gute Ergänzung zu unseren Schwimmbadtauchgängen. Doch zunächst würde Annette in Urlaub fliegen.

bäbäbääbäääääääbäääääääää

Damit würde es Ende Mai oder Anfang Juni werden, bevor wir den nächsten Tauchgang antreten könnten. Noch immer stand so eine Zahl im Raum, ein bis zwei Mal pro Monat, damit wir fit für den OWD in Ägypten wären. Aber es sollte nochmal anders kommen…

Ja! Ich wollte schließlich unbedingt ausprobieren, ob es mir im Freiwasser auch schlecht werden würde. Da wir ja in Ägypten den OWD fertig machen wollten um anschließend gleich mal 12 Tage tauchen zu gehen, sollte man das schließlich vorher wissen. Daher war bei mir der Entschluss, nun doch ins Freiwasser zu gehen, sehr schnell gefasst. Das musste getestet werden. Insofern könnte ja ein Freiwassertauchgang nicht schaden. Aber erst NACH meinem Urlaub…. 🙂

DIVER’S Indoor Tauchsportzentrum – das Abenteuer geht weiter…

Als wir unsere Geschichte das letzte Mal unterbrachen, war gerade unsere Trainingsmöglichkeit in Form eines Hallenbades abgebrannt, was dazu führte, dass wir in Folge anfingen, unsere eigene Ausrüstung zusammen zu stellen. Und nun die Fortsetzung. Bevor ich jedoch weitermache, ein kurzes Wort der Erklärung. Bisher haben Annette und ich immer separate Beiträge geschrieben, was recht interessant war, da man die Geschichte damit aus zwei Perspektiven sah. Auf der anderen Seite war es aber auch – die gleiche Geschichte. Es gab etliche Überschneidungen, deswegen haben wir beschlossen, die Sache in Zukunft zusammen anzugehen. Sie können unsere Absätze in den einzelnen Beiträgen dadurch unterscheiden, dass derjenige, der als Artikel-Autor genannt ist, in „normaler“ Schrift schreibt, der andere aber kursiv. Also, in dem Beitrag, den Sie gerade lesen, bin ich – Thorsten – es, der in normaler Schrift zu Ihnen spricht. Und wenn es kursiv wird, meldet sich Annette zu Wort. Sag mal „Hallo“, Annette!

Annette: ha-halloooooooooo?!!

Haben alle das Prinzip verstanden? Wenn nicht, dann lesen Sie den ersten Absatz nochmal. Ansonsten weiter im Text… nun war uns also unser „Trainingshallenbad“ abgebrannt und es sah so aus, als würden wir vor Mai keine Möglichkeit haben, ins Wasser zu kommen. Dann jedoch schickte mir eine gute Freundin und ehemalige Kollegin einen Webseitenlink. Sie war auf der Suche nach Hotels in und um München gewesen und hatte dabei etwas entdeckt, das vielleicht etwas für Annette und mich sein würde: das Mercure Airport Hotel München, an dem das „DIVER’S Indoor Tauchsportzentrum“ angeschlossen war. Wenn Sie sich kurz über das Hotel und das Tauchsportzentrum informieren wollen, möchte ich Ihnen diesen Artikel hier im EP-Blog ans Herz legen. Sie erfahren dort alles nötige, das Sie wissen müssen und können Ihren Aufenthalt auch direkt buchen.

Ich hatte mich informiert und festgestellt, dass es bei den ganzen Preislisten beim DIVER’S für uns einen kleinen Pferdefuss gab: nirgendwo war die Rede von einem Tauchlehrer. Und ohne den durften wir nun mal nicht. Nicht mal Indoor. Ansonsten war alles sehr verlockend, bis zu fünf Meter tiefe Becken, gewärmtes Wasser und eine Ausstattung, mit der man das Tarieren, das bei uns beiden noch im Argen lag, üben konnte. Also schrieb ich das DIVER’S an und fragte nach. Ich erhielt prompt Antwort, dass man uns sehr wohl einen Tauchlehrer stellen könnte, der würde aber (natürlich) extra kosten. Wir suchten uns ein Wochenende heraus, zwei Tage tauchen mit einer Übernachtung, zwei Tauchgänge pro Tag. Und wir konnten es kaum erwarten.

Aus der Richtung, aus der wir nach Aufkirchen kamen (von der Autobahn), fährt man zuerst am Mercure Airport Hotel vorbei. Man muss das Gebäude entlang und kommt dann zu einem Parkplatz auf dessen Rückseite. Und dort befindet sich das DIVER’S, respektive der Zugang zu selbigem. Man muss eine Treppe hinab, dann kommt man zur Kasse und zum Tauchshop. An der Kasse bekommt man einen Schrank in der Umkleide zugewiesen. Die Nummer des Schranks dient zugleich als eine Art „Kreditkarte“. Im DIVER’S gibt es eine Bar, wo man Getränke und Snacks zu sich nehmen kann, damit man nicht ständig Geld mit sich herumtragen kann, wird alles, was man trinkt und verzehrt, auf die Schranknummer geschrieben. Bezahlt wird am Schluss. Das ist ungemein praktisch, denn in der Bar darf man sich auch im Neoprenanzug aufhalten.

Als wir ankamen, war unser Tauchlehrer schon da. Wir erfuhren, dass wir nicht allein mit ihm tauchen würden, es würde noch eine Dame für das PADI „Scuba Review“ mitkommen. Selbiges ist ein Auffrischkurs für Taucher, die länger nicht mehr getaucht sind. Urlaubstaucher eben. Es werden verschiedene Lektionen und Übungen wiederholt. Der Tauchlehrer (TL) erklärte uns, dass er sich hauptsächlich um diese Schülerin kümmern würde, wir sollten bei ihm in der Nähe bleiben.

Sehr gut! Perfekt! Ich wollte es ja nicht glauben, aber unser Tauchlehrer in Ägypten deutete ja schon sowas an… es würde uns schnell nerven, immer einen Babysitter dabei haben zu müssen… wer hätte gedacht, dass das doch sooo schnell auf  uns zutraf. Zudem hatten wir beide unsere eigene Ausrüstung komplett und waren natürlich scharf drauf, diese in Ruhe ausprobieren zu können…

Zuerst mal: Umziehen in Badekleidung. Dafür gibt es wie im Schwimmbad getrennte Umkleiden, wo sich der zugewiesene abschließbare Schrank befindet. Dann geht man in die große Taucherumkleide, wo man nach dem Tauchgang sich auch um die Ausrüstung kümmern und diese aufhängen kann.

Dann ging es an die Ausrüstung. Nicht nur die Flaschen – leider hatten wir doch noch nicht alles, was man so braucht. Blei zum Beispiel fehlte uns noch. Aber da waren wir von einer einfachen Überlegung ausgegangen: Wir gehen in Deutschland sowieso nicht ins Freiwasser; nach Ägypten würden wir eigenes Blei nicht mitnehmen (viel zu schwer fürs Gepäck), also warum anschaffen? Man konnte es sich ja ganz einfach leihen. Leider hatten wir keine Erfahrung, wieviel Blei man so braucht. In Ägypten, im erhöhten Salzgehalt des Roten Meeres hatten wir 12 Kilo. Der dortige TL meinte aber am Ende des Tauchtages, dass wir das nächste Mal bestimmt nur noch 10 Kilo brauchen würden. Also wieviel in einem Becken mit Süßwasser? Wir einigten uns letztlich auf 8 Kilo.

Ja. Nicht zu vergessen, dass man uns einen Bleigurt andrehen wollte! Denn das Blei würde uns die Taschen ausreißen! Unverständliche Blicke zwischen uns wurden gewechselt. Thorsten sagte noch diplomatisch: „Das höre ich zum ersten Mal!“ Aber zum Glück stellte es sich als Missverständnis heraus, man hatte überhört, dass wir intrigantes – Verzeihung – integriertes Blei haben wollten…

Dann ging’s los: Zum ersten Mal die eigene Ausrüstung anziehen. Nicht nur zum Probieren, sondern für den „Ernstfall“. Ziehen und zerren war wieder angesagt, doch letztlich standen wir im Neo in den Taucherumkleiden und richteten die Flaschen. Unnötig zu sagen, dass die Handgriffe noch nicht so saßen, noch dazu, da bei Annette die Flasche zischte, als sie die Erste Stufe angeschlossen hatte und aufdrehte. Das Problem erkannte unser TL sofort: der O-Ring, der das Gewinde der Ersten Stufe abdichten soll, war herausgefallen. Aber er fand sich wieder.

Dann Jacket mit Flasche anziehen – und ich musste lernen, dass „Galanterie“ unter Tauchern anders aussieht. Normalerweise würde man sagen, der Mann hilft selbstverständlich der Frau zuerst (zum Beispiel in den Mantel). So tat ich es auch. Dummerweise war es dann so: Annette trug bereits ihre schwere Ausrüstung und musste meine noch dazu hochheben, um mir reinzuhelfen. Besser wäre es umgekehrt gewesen. Aber das sind so die Kleinigkeiten, die man eben als Anfänger noch lernen muss. Beim zweiten Tauchgang machten wir es anders: Wir setzten die Flaschen auf die Bank ab und schlüpften so rein.

Naja… so schlimm ist das ja nicht. Selbst ist die Frau! *ächz… mein Kreuz!

Nachdem man also vollbepackt ist, geht es nun zu den Tauchbecken. Die Umkleide befindet sich im Untergeschoss. Hier kann man über Fenster in die Becken schauen und den Tauchern, die schon drin sind, zusehen.

Kleine Anmerkung: Überlegen Sie sich, was sie zum „Schwimmen“ tragen, wenn Sie dem Instructor vorschwimmen müssen! (10 min). Warum? Gucken Sie doch vorher mal durch die Fensterscheibe und betrachten Sie die Schwimmer von unten… 🙂

Um selbst in das Becken zu kommen, musste man nach oben, über eine Treppe. Wenn man das nicht gewohnt ist, ist das ganz schön anstrengend. Noch dazu, da oben an den Becken eine gewisse feuchte Schwüle herrschte, bedingt durch das warme Wasser dort. Die Tatsache, dass man im Neoprenanzug dasteht, tut ihr übriges. Wir waren froh, als wir endlich ins Wasser kamen.

Dann passierten zwei Dinge, die nicht so schön waren. Erstens, mein Fotoapparat, den ich dabei und für den ich extra eine bis 40 Meter wasserdichte Hülle gekauft hatte, soff ab. Zweitens, das Tarieren funktionierte nicht.

ups….äh…wo ist denn…ah..der Inflatorschlauch! Mensch, ich kleb am Boden! So viel Atmen kann ich gar nicht um wieder hochzukommen. Also – Luft rein ins Jacket. Jawoll! Und ab zur Oberfläche…….och nöööööööööööööööö!

Der erste Punkt ist schnell abgehandelt: Meine extra fürs Tauchen angeschaffte Kamera stand schon beim ersten Abtauchen im Wasser. Die Hülle war undicht geworden, obwohl ich sie nie zuvor benutzt hatte. Die Kamera ging damit den Weg allen Irdischen. Immerhin blieb der Speicherchip ganz. Deswegen kann ich leider nicht mit Unterwasser-Bildern dienen.

Der zweite Punkt war eine merkwürdige Sache: Wir versuchten das Tarieren, aber es klappte nicht so wie gedacht. Entweder sanken wir zum Grund oder stiegen in Richtung Oberfläche auf. Zudem hatte bei mir die Flasche die Tendenz, nach einer Seite wegzukippen. Eine grade Lage im Wasser bekam ich nur mit Mühe hin und musste mit Muskelkraft gegen die Flasche spannen, was sich dadurch rächte, dass ich nach diesem Wochenende einen fiesen Muskelkater an Rückenmuskeln hatte, die ich vorher noch nie gespürt hatte. Wie wir aber herausfinden durften, hatte das mal wieder mit einem Anfängerfehler zu tun. Zwar saßen unsere Jackets richtig, wir hatten es aber versäumt, die Schultergurte richtig festzuzurren. Die Flasche konnte deswegen zur Seite kippen, weil das Jacket an den Schultern zu viel Spiel hatte und nicht gehalten wurde. Bei späteren Tauchgängen kam das dann nicht mehr vor. Das Tarieren… dazu kommen wir noch.

…irgendwie ist mir komisch.

Die Becken des DIVER’S sind in einer Hufeisenform angelegt. Sie sind mit Wänden abgetrennt, so dass man durch Öffnungen oder Gänge tauchen muss, um von einem zum anderen zu kommen. Wenn es funktioniert, ist das eine gute Übung fürs Tarieren und dafür, ein Gefühl für die Ausrüstung zu kriegen (und zum Beispiel dran zu denken, dass man ja noch die Flasche auf dem Rücken hat, die auch durch die Öffnung passen sollte). In einem Becken dudelt ein Unterwasser-Radio, aber genau gehört habe ich zumindest nicht wirklich was.

Hier ist „Antenne Bayern“ mit den Nachrichten… hääääh?!

Es war mehr eine zusätzliche Geräuschkulisse zu den ganzen anderen Geräuschen. Ein Becken hat Düsen, in denen man das Strömungstauchen trainieren oder auch mal ausprobieren kann, wie sinnlos der Kampf ist, frontal in eine Strömung zu schwimmen. Außerdem gibt es verschiedene Sportgeräte (ja!), so ein „Papierflieger“ aus Metall und eine Frisbeescheibe, die man sich zuwerfen kann, und einen Ball, der mit einem Gewicht beschwert ist. Nachdem das mit dem Tarieren nicht so recht klappen wollte, nahmen Annette und ich uns den Ball – am Grund blieben wir sowieso. Es war ein völlig neues Gefühl, denn durch den Wasserwiderstand musste man die Würfe ganz anders kalkulieren und die eigenen Bewegungen wurden verlangsamt. Ballsport, wie er mir gefällt, muss ich sagen.

…mir ist sogar ganz komisch. Um nicht zu sagen schlecht. KOTZschlecht. Und zwar nicht vom Magen her. Ich weiß jetzt gar nicht, was das soll. Vielleicht war das doch alles ein bisschen viel heute? Ich glaube, ich werde de Tauchgang vorzeitig abbrechen müssen. Vielleicht sollte ich mal was essen… durchhalten, durchhalten, durchhalten…

Schließlich war unser Tauchgang beendet und es ging wieder raus.

GOTT SEI DANK!

Das DIVER’S verfügt im Umkleidebereich über mehrere Becken, in denen man die Ausrüstung säubern kann. Das ist auch hier tatsächlich notwendig, da Chlorwasser nicht eben schonend mit den Sachen umgeht und ab- bzw. ausgespült werden sollte.

Wir hatten dann eine Pause, in der wir (natürlich) über den Tauchgang sprachen und darüber, dass das mit dem Tarieren nicht so recht wollte. Woran mochte das wohl liegen? Und Annette erzählte, dass ihr schwindlig geworden war. In der Tat merkte sie es immer noch, obwohl wir nicht mehr im Wasser waren. Aber wir waren rundum zufrieden mit unserer Ausrüstung. Sie saß gut und funktionierte tadellos. Wenigstens das. Jetzt mussten wir das nur noch richtig hinbekommen.

…mir ist immer noch schlecht. Obwohl ich inzwischen an Land bin und mich sogar hingelegt habe. Und was gegessen hab. Was soll das denn bitte jetzt? Jetzt hab ich eine Ausrüstung, und dann wird mir unter Wasser schlecht? In Ägypten ist mir doch auch nicht schlecht geworden…Das hat mich schon schwer getroffen liebe Leute!

Schließlich machten wir uns bereit, holten neue Flaschen und warteten auf unseren TL. Der kam und verkündete, dass nun ein paar Schnuppertaucher mitkommen würden, denen müsste er erst eine Einführung geben. Wie lange die gehen würde? So etwa dreißig Minuten. Nun sitzen Sie mal dreißig Minuten im Neopren-Anzug in dämpfiger Wärme. Kennen Sie den „Zauberer von Oz“? „Ich schmelze, ich schmelze…“, das sagen Sie dann auch. Also machten wir die Neos wieder auf und warteten ab, bis der TL mit seiner Einführung fertig war.

Der zweite Tauchgang brachte leider nur eine kleine Verbesserung. Hin und wieder gelang es mir, mich auszutarieren, aber dann geschah irgendwas, sei es, dass ich plötzlich an den Flossen Auftrieb kriegte oder die Flasche wieder zur Seite kippte, und vorbei war’s mit der guten Lage. Und Annette hatte wieder das Schwindelgefühl.

Klasse. Und dieses Mal musste ich vorzeitig raus. Es ging nicht mehr. Sonst hätte ich zum ersten Mal probieren dürfen, wie es ist, durch den Regulator zu ko… Das muss ja auch nicht sein. Wieso immer ich? Ich musste doch schon unpassenderweise unter Wasser niesen….

Nachdem wir den zweiten Tauchgang beendet hatten, zogen wir uns um und bezogen unser Zimmer im „Mercure“, das klein aber fein war. Gut, das Badezimmer war mit Tauchausrüstung belagert, aber als Taucher muss man gewisse Abstriche machen. Wir hatten indessen andere Probleme: Woran lag es, dass das Tarieren nicht klappte? Warum mussten wir immer mit der Flasche kämpfen? Und was ist mit Annettes Schwindelgefühl?

SEEHR gute Frage! Nächste Frage. Ich hoffe, dass das am nächsten Tag vorbei ist und es sich hierbei einfach nur um ein temporäres Problem handelt. Ach, und übrigens: Ich höre mal wieder kaum was. Das Problem hatte ich nach Ägypten schon. Gute 3 Monate ist mir mein rechtes Ohr ständig zugefallen. Keiner konnt mir sagen, was das ist. Aber durch aggressives Zuwarten löste sich das Problem von selbst. Aber jetzt ist es wieder da. Kann das sein, dass da jemand nicht will, dass ich tauche? Tzzzzzz… als ob mich solche Kleinigkeiten davon abhalten würden. Thorsten? Rate mal… ich hab…? (Wasser im Ohr!)

Diesen Abend jedoch wollten wir uns nicht von unguten Gedanken verderben lassen. Wir hatten ein „Special“ gebucht, das das Hotel anbot, das „Dinner unter Wasser“, das im Restaurant oberhalb der Becken des DIVER’S stattfinden sollte. Davon und von unserem zweiten Tauchtag wird im nächsten Kapitel berichtet.

Ja! Und ich hatte einen BÄRENhunger. So!

Gedanken zur ersten eigenen Ausrüstung – Der Neoprenanzug

Was kann man zu einem Neoprenanzug denn schreiben werdet Ihr Euch fragen. Entweder er passt oder er passt nicht.

So ist es.

Meine persönliche Neopren-Odyssee begann mit der Entscheidung, einen Neoprenanzug zu kaufen. Nicht dass das sofort notwendig gewesen wäre. Aber nachdem ich hörte, dass der ein oder andere in einen geliehenen Anzug auch schon mal seiner Notdurft freien Lauf lässt, wollte ich dann doch lieber einen Eigenen. Auch wenn Urin an sich steril ist. Trotzdem ein unangenehmer Gedanke.

Wenn man einen Anzug kaufen will, so sollte man sich vorher überlegen, in welchen Gewässern man den Anzug tragen will. Ist man vorwiegend Urlaubstaucher und taucht in warmen Gewässern, so reicht ein 3-5 mm Anzug, je nachdem wie tief man taucht. Hier in den deutschen Gewässern kann das schon zu kühl sein. Die meisten Tauchshopbesitzer empfahlen uns, einen 7 mm Anzug zu kaufen.

Nun ist der Anzug an sich nicht ganz billig, und für zwei Anzüge reichte das Geld erst mal nicht. Da ich aber auch vor hatte, in wärmeren Gewässern zu tauchen und hier 7 mm eindeutig zu warm sind, entschied ich mich doch für den 5 mm Anzug. Im Falle des Falles könnte man sich auch eine Eisweste dazu kaufen, die man drüber zieht. Da ich aber noch nicht „so tief“ getaucht bin muss ich sagen, reicht mir der 5 mm Anzug vollkommen. Selbst bei 9 Grad Wassertemperatur hab ich nicht gefroren. Allerdings bin ich auch nicht so kälteempfindlich.

Mein Problem begann damit, dass ich nicht den „normalen“ Maßen entspreche. Ich bin einfach zu groß für die Damengrößen. Das, was ich an Neopren mehr in die Länge ziehen musste, fehlte mir entweder in der Breite oder der Anzug ließ sich einfach nicht so „lang“ ziehen. Der Kragen des Anzuges saß mir entweder auf den Schlüsselbeinen oder ich kriegte die Arme nicht mehr hoch. Ein Tauchshopbesitzer wollte das nicht glauben und steckte mir sogar die Druckluftpistole in den Ärmel, um so eventuell noch ein paar Zentimeter herauszukriegen, aber das konnte ja nicht die Endlösung sein. Man riet mir, bei meinem nächsten Besuch (irgendwann war ich völlig fertig von der Durchprobiererei) es mit einem Männeranzug zu probieren. Ich sei einfach zu groß für die Damengrößen.

Frustriert durchforstete ich das Internet nach Informationen von Frauen, die vielleicht ein ähnliches Problem hatten wie ich, aber ich fand nichts. Schließlich versuchte ich mich, durch die verschiedenen Größenangaben durchzubeißen und möglicherweise auf eine Firma zu stoßen, die auch Größen für mich hatten.

Gleichzeitig hatte ich mich für ein Jacket der Firma Cressi entschieden. Da ich eh vor hatte, nach München zum Indoortauchen zu fahren, wollte ich in einem dortigen Tauchshop einen Abstecher wagen, denn hier bei uns am See vertreibt sonst keiner Cressi. Vorher nahm ich Kontakt zu dem Besitzer auf und schilderte ihm meine Wünsche. Auf seine höfliche Nachfrage hin, was ich sonst noch brauchen würde, schüttete ich ihm per eMail mein Herz aus und berichtete ihm, dass ich leider keinen Neoprenanzug finden würde. Er empfahl mir den Cressi comfort plus Anzug, und zwar noch nicht mal den Größten für Damen, denn er war der Meinung, dass ich dafür das Gewicht nicht auf die Waage bringen würde. Im selben Satz erwähnte er allerdings, dass die Italiener immer etwas kleiner schneidern würden als der Rest der Welt. Ich lachte innerlich in mich hinein. Wo dachte der Mann denn hin? Hatte ich ihm denn nicht geschrieben, dass ich schon so in keinen Damenanzug passen würde und dann wollte er mir einen verkaufen, der KLEINER war?

Und wisst Ihr was? Ich fuhr dorthin – erst mal wegen meinem bestellen Jacket – und er hatte Recht. Der Anzug ist superbequem, der Reißverschluss ist auf dem Rücken, so dass man auch ohne fremde Hilfe ein und aussteigen kann. Ich bin noch nie so derartig leicht in einen Anzug „hineingeglitten“ wie in diesen! Innen ist er spiegelglatt, so dass das lästige Gezerre und Geziehe entfällt. Ich habe diesen Anzug angezogen und gekauft. Ich habe nichts anderes mehr probiert.

Fazit: Anprobieren! Der Neopren sollte sitzen wie die zweite Haut. Falten sind zu vermeiden. Welche Firma den Anzug herstellt, ist völlig unwichtig. Man zieht den Anzug an und spürt, dass es der Richtige ist. So ging es Thorsten auch. Er stieg in ein Modell der Firma ScubaPro und hatte ebenfalls das Gefühl, dass DAS sein Anzug ist. Und für die „längeren“ Damen unter uns, wenn ihr sonst nichts findet, versucht es  mit Cressi… 🙂

Viel Erfolg

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