Reisen, Rätsel, Abenteuer.

Autor: Thorsten Reimnitz (Seite 175 von 200)

Rust im Ortenaukreis – Heimat des EUROPA-PARK

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Rust liegt im Ortenaukreis, nördlich von Freiburg im Breisgau im Rheintal. Die ehemalige Bauern- und Fischergemeinde hat heute etwas über 3500 Einwohner, ist staatlich anerkannter Erholungsort und Heimat des Europa-Parks. Sie ist Anziehungspunkt für viele Tagestouristen, aber auch Urlauber, die längere Zeit in der Region verbringen.

Die Geschichte von Rust

Erste Besiedlungen der Gegend sind schon aus vorgeschichtlicher Zeit nachzuweisen. Auch die Kelten siedelten in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten schon hier, bevor die Römer das Gebiet beanspruchten und es bis zum Fall des Limes hielten.

Nun stand das Gebiet unter der Herrschaft der Alemannen, die aber letztlich von den Franken besiegt wurden. Aus teilen der eroberten Gebiete rechts des Rheines wurden Schenkungen für die Kirche. Eine solche Schenkung betrieb der Bischof Eddo von Straßburg im Jahr 762. In der Urkunde, dem so genannten „Eddo-Testament“ wird der Ort „Rust“ zum ersten Mal ausdrücklich erwähnt, von dem Teile und bestimmte Rechte an das Kloster Ettenheimmünster gingen.

Erst im 14. Jahrhundert sind die nächsten Spuren von Rust nachzuweisen, als es einen „von Rust“ genannten Landadel gab. Im 15. Jahrhundert ging der Ort an die Boecklin über, deren Herrschaft durch die Französische Revolution und später den französischen Kaiser Napoleon beendet wurde; allerdings nur so lange, bis das Großherzogtum Baden die Besitzrechte nach der Bauernbefreiung neu vergab und den Boecklin Rust übergab.

Wechselhafte Zeiten kamen auf die Ruster zu. Einerseits vereinnahmten die Boecklin viel Grund zum eigenen Betrieb, andererseits nahm die Zahl der Fische durch die Rheinregulierung immer mehr ab. Viele wanderten aus dem Dorf ab, das nicht mehr in der Lage war, alle seine Bewohner zu ernähren.

Mit dem Tod des Ruprecht Ludwig Ernst Moritz Boecklin im Jahre 1955 endete die Ära der Boecklin als größte Grundbesitzer in Rust, da dessen Sohn, der mittlerweile in Amerika lebte, den Besitz samt der Balthasar-Burg an Graf Karl Wolff Metternich zu Gracht verkaufte. 1965 wurde das Schloss und ein Teil des dazugehörigen Parks an einen Herrn Doktor Fuchs weiterverkauft. Letzterer wiederum veräußerte das Schloss 1977 an die Besitzer des zwei Jahre zuvor eröffneten Europa-Park, die Firma Mack in Waldkirch.

(Quelle: Offizielle Webseite von Rust)

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Aktivitäten in und um Rust

Rust hat eine typisch ländliche Infrastruktur und liegt direkt am Naturschutzgebiet „Taubergießen“. Dieses ist auch ein lohnendes Ausflugsziel, es gibt gut ausgeschriebene Wanderwege, die sich auch zum „Nordic Walking“ eignen. Mehr über die Natur erfährt man, wenn man eine geführte Bootstour über die Elz mit einem Stocherkahn unternimmt. Mehr über diese Touren können Sie in diesem Bericht nachlesen. Sie erfahren dort auch, wer die Touren anbietet.

Unterkünfte in Rust

Das ehemalige Bauern- und Fischerdorf beherbergt heute etwa 3.600 Einwohner. Es hat seine typisch dörfliche Struktur erhalten, wenngleich es sich zu einer Fremdenverkehrsgemeinde gewandelt hat. Allein im Ort – also das Europa-Park Resort außen vor gelassen – gibt es mehr als 1.700 Betten. Die Art der Unterkunft ist sehr unterschiedlich, es gibt Gästehäuser, Pensionen und Hotels, die meisten davon sind Familienbetriebe von eingessenen Rustern.

In diesem Blog werden Ihnen verschiedene Unterkünfte mit Bildern vorgestellt. Dabei handelt es sich um solche Unterkünfte, die jemand aus unserem Team bereits besucht hat. Aktuelles steht im Blog direkt unter den Unterpunkten der Kategorie „Unterkünfte“. Um gezielt Berichte über Unterkünfte in Rust zu finden, klicken Sie hier, oder suchen Sie eine der Unterkünfte auf der obigen Karte von Rust. Unterkünfte sind mit einem Bett gekennzeichnet. Am Ende dieses Berichts finden Sie zudem eine Liste mit Hotels und Pensionen in und um Rust, die sie dort auch gleich buchen können.

Abends in Rust – Restaurants

Um den Abend ausklingen zu lassen, empfiehlt sich der Besuch eines Restaurants. Einige der Hotels haben ihre eigenen, die auch Besuchern von außen offenstehen, aber es gibt daneben noch verschiedene andere Gaststuben. Mehr können Sie hier in den Berichten, die mit dem Stichwort „Rust“ versehen sind, nachlesen. Klicken Sie hier oder Sie suchen sie auf der obigen Karte. Restaurants, Gaststuben und Imbisse sind mit einem Symbol mit Messer und Gabel gekennzeichnet.

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35 Jahre EUROPA-PARK – Teil 2: Die Anfänge

Mit gewissen Schwierigkeiten hatte man zu kämpfen gehabt, bis das Projekt „Europa-Park“ tatsächlich verwirklicht werden konnte. Doch endlich war es so weit.

[singlepic id=323 w=320 h=240 float=left]12. Juli 1975: Der Europa-Park wird eröffnet durch den damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Dr. Eberle. Der Park hatte vom Vorbesitzer des Areals einige Attraktionen übernommen und einiges dazugebaut. Inspiration bekamen Franz und Roland Mack hierbei von amerikanischen Freizeitparks, die sie besuchten und genau studierten. Das Thema “Europa” findet sich in den Anfangsjahren noch nicht sehr deutlich, hauptsächlich in den Bauten des in den Park integrierten Minigolfplatzes. Andere Attraktionen sind die Einschienenbahn, eine Delphin-Show, der Europa-Park-See mit Mississippi-Dampfer und ein großer Spielplatz, sowie ein Streichelzoo. Ein am See befindlicher Imbiss-Stand wird bis 1977 durch ein Restaurant ersetzt.

Hinzu kam ein Jahr später die Wildwasserbahn und 1980 das Schloss “Balthasar”, das man mitsamt seinem Park seinem Besitzer abkauft und aufwändig renoviert. Seither bildet das Schloss mit seinem Park die “Westgrenze” des Europa-Parks. Weiter in die Richtung ist auch nicht möglich, denn dort liegt bereits der Ort Rust.

Mit Beginn der 1980er Jahre trat der Gedanke, den Namen des Parks zum Programm zu machen, immer mehr in den Vordergrund. So entstand die Idee, die Themenbereiche nach den verschiedenen Ländern Europas zu gestalten. Doch Franz Mack wollte hier nicht einfach nur Kulissen, sondern etwas anständiges und es gelang ihm, den Filmarchitekt Ulrich Damrau zu gewinnen, der die zukünftigen Themenbereiche gestalten sollte. Damrau erinnnerte sich später an das Gespräch mit Franz Mack. Der Architekt stand den Plänen skeptisch gegenüber, da er nicht sah, warum man in einem Freizeitpark derart auf Authentizität achten sollte, die nicht nur aufwändiger, sondern auch teurer wäre. Doch Mack sagte zu ihm (im Dialekt), er wäre badischer Unternehmer, und was er bestelle, das zahle er auch. Das Konzept sollte aufgehen, wenn es auch am Anfang noch nicht vollständig war. Der Eingangsbereich wurde ebenfalls verlagert und neu gestaltet, entsprechend dem neuen Konzept „Europa“.

Fortsetzung folgt…

EUROPA-PARK 2010: Der Eröffnungstag

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[singlepic id=342 w=320 h=240 float=left]Am 27. März war es mal wieder so weit: Der Europa-Park öffnete seine Pforten zur Hauptsaison 2010. Und natürlich sollte das Jubiläum dieses Jahres richtig begangen werden, auch wenn die „eigentliche“ Geburtstagsfeier erst im Sommer folgen wird. 35 Jahre ist der Park nunmehr alt und steht jedes Jahr besser da. Auch diese Saison gibt es wieder neue Attraktionen und neue Shows. Was dem aufmerksamen Besucher als erstes ins Auge fällt: vor den Kassen steht jetzt eine große Euromaus-Figur. Bisher stand dort die Euromaus als Blumengitter, was natürlich dazu führte, dass sie dann am Besten aussah, wenn sie in voller Blüte stand. Die Figur, die jetzt an ihrer Stelle steht, sieht ein bisschen anders aus als das gewohnte Design, was aber vermutlich dem Zeitgeist geschuldet ist.

Zur Eröffnung des Parks hatten es diejenigen, deren Namen und Gesichter untrennbar mit dem Park verbunden sind, nicht nehmen lassen, persönlich zu erscheinen: Roland, Jürgen, Michael und Thomas Mack. Und wer die Augen offen hatte, der konnte sie an diesem Tag im Park noch häufiger sehen. Und natürlich war eine Auswahl an Künstlern des Parks ebenfalls dabei. Der Countdown bis zur Parköffnung um Punkt 9.00 Uhr wurde heruntergezählt, dann wurden Glitter in die Luft geschossen und das Tor geöffnet. Für die Fans des Parks standen die Macks und die Europa-Park-Künstlier, die eine große, aus gelben Luftballons gemachte „35“ hielten, für Fotos zur Verfügung. Dann ging es los, den Park und seine Neuheiten erkunden.

[singlepic id=351 w=320 h=240 float=left]Das große Thema ist dieses Jahr Island, denn dieser Themenbereich wurde um einige Attraktionen erweitert. Doch leider war an diesem Tag „Island“ auch das Thema des Wetters. Ich weiß nicht, ob es wirklich ein Island-Tief war, aber es war recht kalt und teilweise regnete es auch. Schade, denn die neue Attraktion im Isländischen Themenbereich ist „Whale Adventures“, ein Fahrgeschäft, bei dem man mit Wasserkanonen auf Ziele oder auch auf andere Besucher schießt. In den Sommermonaten ist das sicherlich ein ziemlicher Spaß, dennoch gab es auch an diesem Tag ein paar Verwegene, die – mit Regenponchos bewaffnet – das Abenteuer wagten. Die ganze Attraktion ist gewohnt gekonnt gestaltet, mit einem großen Gebäude mit Ein- und Ausstieg, animierten Tieren, einem Kran und einem großen Leuchtturm, der die ganze Szenerie überragt.

Direkt gegenüber dieser Attraktion befindet sich der neue Bahnhof der erweiterten Monorail-Bahn. Die Bahn machte bisher immer in Skandinavien eine Kurve um die Norwegische Stabkirche herum und ging von da zurück zum Bahnhof an der großen Pyramide. Jetzt führt sie von Skandinavien weiter nach Island, und in Island wurde ein weiterer Bahnhof gebaut, so dass man hier ebenfalls ein- und aussteigen kann. Da die Bahn offen ist, habe ich wegen des Wetters erstmal davon abgesehen, sie zu benutzen – aber keine Sorge, alles das wird beim nächsten Besuch nachgeholt. Eins war aber schon erkennbar: Durch die Erweiterung der Strecke hat die Monorail-Bahn wieder an Attraktivität gewonnen, denn sie war an diesem Tag stärker frequentiert als ich sie aus vergangenen Jahren kenne.

[singlepic id=348 w=320 h=240 float=right]Eine weitere Neuheit findet sich ebenfalls in Island, die „Gazprom Erlebniswelt Abenteuer Energie“. Ein großes Gebäude, das unter anderem als neuer Eingangsbereich für den „Blue Fire Megacoaster“ dient. Auf der anderen Seite finden sich verschiedene kleine Attraktionen, Rundkinos, in denen den Besuchern die Förderung und der Transport von Gas gezeigt wird. Es gibt außerdem einen Souvenirladen verschiedene kleine Attraktionen, ein Tischkicker, ein Fotoautomat und ein Spiel, bei dem man durch eine Gaspipeline reist. Dieses Spiel spielt man zu zweit, man steuert dabei mit den Bewegungen des Hockers, auf dem man sitzt.

Island wird im Sommer 2010 noch eine Erweiterung bekommen, und zwar die Wasser-Erlebniswelt „Litill Island“. Ein genaues Datum war auf den Ankündigungsplakaten nicht angegeben.

Im Gegensatz dazu war bei einer weiteren Neuheit ein Datum angegeben: Ab dem 12. Juli 2010 wird die neu umgestaltet Pyramide fertig sein und als „Historama“ dienen. Der Zuschauer soll in den Räumen, die vormals das Drehtheater und verschiedene Lasershows beherbergten, die Geschichte von 35 Jahren Europa-Park miterleben. Da bin ich ehrlich gesagt schon sehr gespannt drauf, denn so langsam wurde der Platz in den Ausstellungsräumen im Italienischen Themenbereich knapp, wo die Geschichte des Parks und der Firma Mack dargestellt wurde. Die Pyramide gehört ab der Saison 2010 übrigens offiziell zum Englischen Themenbereich.

Ebenfalls zum Englischen Themenbereich gehört die „Arena of Football“, die ursprünglich zur Fußball-WM 2006 gebaut wurde. Für die WM 2010 wurde der „Walk of Fame“ umgestaltet, man findet dort jetzt mehrere Videospielkonsolen mit dem Spiel „FIFA 2010“, sowie die Bälle und Sportschuhe der vergangenen Weltmeisterschaften und der aktuellen in Südafrika. Wenn diese stattfindet, soll es im Park auch wieder ein „Public Viewing“ geben.

Im Französischen Themenbereich wurde die Eurosat wieder mit der Geburtstagsschleife versehen. Auf der Schleife prangt nun der Schriftzug „35 Jahre Europa-Park“. Und das Restaurant „Mille Fleurs“, das in das italienische Restaurant übergeht, wurde ebenfalls neu gestaltet. Die Fassade wurde gerichtet, ein Innenhof gemacht und die Restaurants selber renoviert.

[singlepic id=359 w=320 h=240 float=left]Auch Portugal hat eine kleine Erweiterung erfahren: der bislang eher provisorische Imbiss wurde durch einen „richtigen“ ersetzt. Dabei wurde natürlich auf den Baustil geachtet und außerdem eine Freifläche mit Sitzplätzen eingerichtet. Diese wurde mit einem großen Olivenbaum dekoriert. Zuletzt sei noch das Tipidorf erwähnt, das ebenfalls erweitert wurde, zum einen um einen Saloon, zum anderen wurde der Rezeptionsbereich vergrößert und die Anlage bietet nun noch mehr Besuchern eine günstige Unterkunft bei den Mehrtagesbesuchen im Europa-Park.

Die Shows wurden ebenfalls neu gestaltet, bis auf das Kinder-Musical im Holländischen Themenbereich. Aber die Shows bekommen einen eigenen Artikel hier im Blog, in dem ausführlich berichtet werden soll. Zudem werden noch nicht alle Shows aufgeführt, einige starten erst am 1. Mai.

[singlepic id=360 w=320 h=240 float=right]Auch wenn das Wetter am Eröffnungstag nicht so richtig mitspielen wollte, war es dennoch ein vielversprechender Auftakt in eine Jubliäumsaison, die noch einiges zu bieten hat (Veranstaltungen siehe hier). Und dann, am Ende des Tages wurden ein paar Menschen noch mit einem zusätzlichen schönen Moment belohnt: Als der Regen nachließ und die Sonne sich wieder zeigte, stand über den Skandinavischen Themenbereich ein Regenbogen, wie man auf dem Bild (hoffentlich) sehen kann.

Wie üblich wird das nicht mein einziger Besuch in der Saison im Europa-Park bleiben, und das nicht nur, weil es noch einige weitere Neuerungen geben wird. Der Park wandelt sein Aussehen je nach Jahreszeit, allein das ist es schon wert. Im Moment ist er zum Thema „Frühling“ und „Ostern“ dekoriert, außerdem steht auf der Aktionsfläche vor der großen Pyramide das „Osterdorf“.

35 Jahre EUROPA-PARK – Teil 1: Die Idee

Rust

Rust

Der EUROPA-PARK ist das Resultat einer langen Kette von Ideen und von Menschen, die diese Ideen umzusetzen wussten. Alles begann mit der Firma Mack, die 1780 in Waldkirch gegründet wurde. Es handelte sich ursprünglich um eine Firma, die gewöhnliche Wagen und Kutschen baute, bevor sie 1880 zum ersten Mal ein Gefährt zum Transport einer Orgel entwickelte. Von hier an entstand die Idee, spezielle Fahrzeuge für Schausteller für Jahrmärkte und Zirkusunternehmen zu entwickeln. 1920 begann man schließlich, auch Fahrgeschäfte zu entwickeln. Diese Fahrgeschäfte wurden bald in die ganze Welt geliefert. Das war ein großer Erfolg, beinhaltete aber auch ein kleines Problem: Wenn ein Kunde ein Fahrgeschäft der Firma quasi „in Aktion“ sehen wollte, musste er zu dem entsprechenden Standort fahren. Viele der Fahrgeschäfte waren zudem mobil und irgendwo in Deutschland, Europa oder der Welt unterwegs.

Ende der 1960er Jahren kam dem damaligen Firmenleiter Franz Mack zusammen mit seinem Sohn Roland die Idee, einen Freizeitpark aufzubauen, der quasi als “Schaufenster” für die Produkte der Firma dienen soll. Die Kunden sollten an einem Standort die Produktpalette von Mack ansehen und auch ausprobieren können. Außerdem wäre nichts so sehr ein Verkaufsargument wie zufriedene Menschen, die die Attraktion gerade gefahren waren. Inspiriert wurde Franz Mack dabei direkt durch die amerikanischen Freizeitparks, die es zu dem Zeitpunkt schon gab, und die eine Blütezeit erlebten. Es müsste also möglich sein, einen Park zu bauen, der sowohl als Schaufenster dient, als auch Besucher anzieht, um sich selbst finanziell zu tragen. Franz und Roland Mack besuchten 1972 viele amerikanische Parks, sahen sich die dort verwirklichten Konzepte an und sprachen das anschließend durch. Das erste Konzept des Parks entstand hier. Und gleich nach der Rückkehr aus den USA machte sich Franz Mack daran, die Idee umzusetzen.

In der Folgezeit besichtigen die beiden verschiedene mögliche Standorte. Breisach, ein Standort, der zunächst favorisiert wird, liegt allerdings direkt im Überschwemmungsgebiet des Rheins. Man gibt den Standort auf, nimmt allerdings etwas mit: in dem geplanten Areal lag ein See, der “Europa-See”. Von diesem See erhält das Parkprojekt seinen Namen: “Europa-Park”. Neuenburg ist der nächste „heiße Kandidat“, doch das Gelände passte nicht, zudem machte der Gemeinderat die Auflage, eine Autobahnunterführung zu bauen, was finanziell neben dem Errichten des eigentlichen Parks nicht machbar gewesen wäre.  Als man sich später einen kleinen Märchenpark bei dem kleinen Ort Rust anschaute und diesen übernahm, blieb der Name weiterhin: EUROPA-PARK. Der Vorbesitzer des Geländes war bereit zum Verkauf, da er nicht über das nötige Geld verfügte, in seinen Park zu investieren oder größer Werbung zu betreiben. Franz Mack einigte sich zudem mit dem Ruster Gemeinderat, dass ein weiteres Stück Gelände des Schlossparks vom „Schloss Balthasar“, das einem in Rust ansässigen Adelsgeschlecht gehört hatte, ebenfalls mitgekauft werden konnte. Auf dieser Basis wurden die ersten Pläne des neuen Parks erstellt, die das Landratsamt des Ortenaukreises genehmigte. Mehrere kleine Fahrgeschäfte waren angedacht, außerdem sollte der Tierpark des Vorbesitzers mit Dammhirschen, Ziegen, Wildschweinen, Eseln und anderen Tieren erhalten bleiben.

Doch da gibt es erste Schwierigkeiten. Bedingt durch den mäßigen Erfolg des Vorbesitzers glauben die Menschen nicht an einen Erfolg eines Freizeitparks in Rust, das als „Schnakennest“ verschrien war. Allein die Suche nach einem Pächter für die notwendige Gastronomie gestaltete sich schwierig, da sich niemand fand, übernahm man auch dieses Geschäft kurzerhand selbst. Auch die Banken wurden nach einer anfänglichen Euphorie und zugesagten 2,5 Millionen D-Mark Kredit zunehmend misstrauisch. Erst als sich zwei Banken zusammenschließen und gemeinsam die Finanzierung regeln, wird das Geld bereitgestellt. Die Arbeiten am Park können beginnen. Die Eröffnung ist für den Juli 1975 angesetzt. Die Stimmen der Skeptiker indessen wollen nicht verstummen. Sie sollten Unrecht behalten…

Fortsetzung folgt…

35 Jahre EUROPA-PARK – das Jubiläumsjahr auf dem EP-Blog

Gestern startete der EUROPA-PARK in Rust in die neue Hauptsaison 2010. Dieses Jahr begeht der Park mal wieder ein Jubiläum in der ungebrochenen Erfolgsgeschichte, es sind mittlerweile 35 Jahre. Das EP-Blog begleitet das Wachsen und Werden des Parks seit nunmehr 5 Jahren, also auch ein kleines Jubiläum. Auch wenn sich das EP-Blog mittlerweile erweitert und gewandelt hat, werden wir doch nicht das große Jubiläum außer Acht lassen. Im Gegenteil, im Zuge des Jubiläumsjahrs nehmen wir die fällige Neugestaltung des Blogs vor und bringen jede Menge Berichte. Das hat gestern mit der Impression Nr. 52 angefangen, die uns den Eingang des Europa-Parks in alter Gestalt bot. Und die kommenden Wochen und Monate bis zum 9. Januar 2011, also dem Ende der Winteröffnung 2010 / 2011, werden wir zu folgenden Tagen immer folgendes veröffentlichen:

Samstag: Der Samstag bleibt der Tag für die Impressionen. Das letzte Jahr über gehörten diese zu allen Themen des EP-Blogs, aber die nächsten Wochen wird der Fokus wieder auf den Europa-Park gerichtet. Mit dabei: Bilder, die – hoffentlich – Seltenheitswert haben.

Sonntag: Der Sonntag gehört aktuellen Berichten, was gibt es Neues, was hat sich ereignet, was ist zu vermelden?

Dienstag: Immer Dienstags erscheint ein Beitrag aus der Reihe „35 Jahre Europa-Park“, in dem die letzten Jahre Revue passieren, angefangen mit den ersten Ideen.

Donnerstag: Der Donnerstag gehört den Themenbereichen, über die ausführlich berichtet werden soll, den Unterkünften und auch Rund um Rust und die Personen, die den Park zu dem gemacht haben, was er heute ist.

Dazwischen werden natürlich auch ganz aktuelle Neuigkeiten und Mitteilungen veröffentlicht.

Impression 2010 – 52

EUROPA-PARK: Der Eingang vor Fertigstellung des neuen Deutschen Themenbereichs.

EUROPA-PARK: Der Eingang vor Fertigstellung des neuen Deutschen Themenbereichs.

In dem Moment, da dieser Artikel mit dieser Impression veröffentlicht wird, öffnet der Europa-Park seine Pforten zur neuen Hauptsaison, die ein Jubiläum darstellt: der Park wird 35 Jahre alt. Dieses Jubiläum kann natürlich nicht spurlos am EP-Blog vorbeigehen, deswegen ist diese Impression der Auftakt für eine neue Artikelreihe rund um den Europa-Park.

Diese Saison heißt es: Steuerbord oder Backbord? Rein in die Kombüse oder rauf aufs Deck? Wenn sich der Wind dreht, das Boot den kleinen isländischen Fischerhafen verlässt und Kurs auf das offene Meer nimmt, heißt es „Schiff ahoi!“, ran an die Wasserkanonen und sich herrlich frische Wasserduelle liefern. Denn mit der neuen interaktiven Familienattraktion „Whale Adventures – Splash Tours“ in Deutschlands größtem Freizeitpark sind aufregende Expeditionen garantiert!
Wieder festen Boden unter den Füßen, können hungrige Seefahrer in Portugals neuer Snack Bar „Casa Atlantica“ ihren Hunger stillen oder abseits von ihrem Kurs dem Duft der Pizzeria „Venezia“ nach Italien folgen.
Frisch gestärkt und voller Energie lockt dann eine spannende Abenteuerreise durch die Welt der Energie in der neuen „GAZPROM Erlebniswelt – Abenteuer Energie“. Nach einem Ausflug ins Innere der Erde geht’s vom neuen Monorail-Bahnhof in Island gemütlich weiter in Richtung Haupteingang, unweit des Camp Resorts. Dort liefern sich waschechte Cowboys im neuen „Silver Lake Saloon“ spannende und actiongeladene Shows, bevor die Sonne lange Schatten wirft und hinter dem Horizont verschwindet.

Spritziger Familienspaß
Auch in dieser Saison gibt es wieder viel Neues zu entdecken: Die neue Familienattraktion „Whale Adventures – Splash Tours“ im Isländischen Themenbereich nimmt abenteuerlustige Kapitäne mit auf eine aufregende Entdeckungsreise. Die Möwenschreie im Hafen hinter sich lassend, führt die Reise direkt hinaus aufs offene Meer auf der Suche nach Walen und anderen Meeresbewohnern. Augen auf heißt es auf der Fahrt rund um die Vulkaninsel Island, wenn das mit bis zu acht Walbeobachtern besetzte Fischerboot die Wellen durchpflügt. Schließlich ist ungewiss, wem man hinter den schroffen Felsen begegnet. Wer dem Expeditionsboot zu nahe kommt, muss mit einer erfrischenden Abkühlung rechnen, denn jeder Passagier ist mit einer eigenen Wasserkanone ausgestattet. Die Zuschauer können beim nassen Treiben mit den Wasserkanonen von Land aus selbst kräftig mitmischen. Und wer vom vielen Kurbeln der Kanonen müde wird, hält Ausschau nach dem eigentlichen Ziel: dem Revier der Wale. Ein sechs Meter großer Wal begrüßt die Expeditionsteilnehmer auf seine ganz eigene, spritzige Weise und lässt sie an seinem wundervollen Walgesang teilhaben. Für all diejenigen, die sich den Wind lieber von Land aus als auf rauer See um die Nase wehen lassen, bietet der Leuchtturm einen herrlichen Ausblick.
Ab Sommer 2010 wird es eine weitere Attraktion für kleine Wasserratten in Island geben. In Kooperation mit der HansGrohe AG entsteht der neue Kinderwasserspielplatz „Lítill Island – HansGrohe Kinderwasserwelt“. Dieser wird das lebendig-maritime Angebot im Isländischen Themenbereich abrunden. Hier können dann künftig die kleinen Kapitäne Hafenambiente schnuppern und nach Herzenslust das Element Wasser erkunden.

GAZPROM Erlebniswelt – Abenteuer Energie
Ein weiteres, ganz anderes Element gibt es ab der Saison 2010 noch in Island zu entdecken. Gemeinsam mit GAZPROM, dem weltweit größten Erdgasunternehmen und neuen Kooperationspartner des Europa-Park, geht es in der GAZPROM Erlebniswelt direkt neben dem „blue fire Megacoaster“ auf eine spannende Abenteuerreise von Russland nach Deutschland. Schon vor dem Betreten der neuen Erlebniswelt beeindruckt der imposante, dreistöckige Bau mit seiner Glasfront und dem davor gelegenen See. Schwungvoll tanzen die Wasserfontänen und machen neugierig auf das Innere des Gebäudes. Ein Steg führt die Besucher über den See wahlweise geradewegs in den neuen Anstellbereich des „blue fire Megacoaster“ oder – vorbei am Wartebereich – direkt in die Erlebniswelt hinein. Die energiegeladene Stimmung und Vorfreude der Besucher, die sich auf die Katapultfahrt im „blue fire Megacoaster“ freuen, ist schon beim Überqueren des Stegs deutlich spürbar. Mit jedem Schritt steigt der Adrenalinspiegel. Spätestens beim Betreten des Gebäudes werden abenteuerhungrige Forschergeister geweckt: Die lebendige Atmosphäre sprudelt nur so vor Energie. Interaktiv und multimedial zeigt sich der aufwändige Ausstellungsbereich für die Non-Rider. Die Besucher werden magisch angezogen und zum Forschen und Erkunden eingeladen. Blickfang in der futuristisch und sehr modern gestalteten Halle bilden die drei kreisförmigen Baukörper. Im Inneren dieser durchschnittlich 10 Meter großen, kreisrunden und begehbaren Zylinder erfahren die Besucher mit allen Sinnen, wie Energie produziert, transportiert und genutzt wird. Denn neben der rasanten Abenteuerreise ins Innere der Erde im ersten Zylinder und viel Wissenswertem über die Förderung des fossilen Brennstoffs Erdgas in der zweiten Rotunde, erfahren die kleinen und großen Entdecker im dritten Zylinder alles über die Lieferung und Nutzung von russischem Erdgas. Die Besucher entdecken auf dieser Reise, wie GAZPROM als eines der weltweit führenden Unternehmen seit
fast 40 Jahren russisches Erdgas zuverlässig nach Deutschland liefert.

Die Bar im Erdgeschoss lädt mit frischen Getränken und kleinen Snacks zum kurzweiligen „Energie tanken“ ein. Abseits der Erlebniswelt bietet das dreistöckige Bauwerk mit seinen beiden Konferenz- und Tagungsräumen noch andere Möglichkeiten in außergewöhnlichem Ambiente. Die beiden Konferenzräume im ersten und zweiten Obergeschoss ergänzen mit insgesamt rund 300 m² Fläche das bereits sehr breit gefächerte Angebot der Tagungsräumlichkeiten im Europa-Park. Modernes Design im High-Class-Format bestimmt das Innenleben: helle Räume, weiße Möbel und klare Linien. Absolutes Highlight im oberen Konferenzraum bildet die Glasfront mit gigantischem Blick über den „blue fire Megacoaster“ und den gesamten Europa-Park bis hin zum parkeigenen Hotel Resort.

Monorail – neues Transportsystem im Europa-Park
Frischen Fahrtwind in luftiger Höhe und herrlichen Ausblick inklusive wird es 2010 auch im Isländischen Themenbereich geben. Die bisherige Rundfahrt der Monorailbahn wird um einen zusätzlichen 400 Meter langen Streckenabschnitt erweitert. Ein- und Ausstieg erfolgte bisher ausschließlich in der Pyramide im Englischen Themenbereich. Mit dem neuen Bahnhofsgebäude wird die Fahrt zu einem völlig neuen Reiseerlebnis für die Besucher in Deutschlands größtem Freizeitpark. Im „35-Jahre-Geburtstagskleid“ erstrahlt die Monorailbahn in neuem Glanz und gleitet scheinbar schwerelos an der norwegischen Stabkirche im Skandinavischen Themenbereich vorbei, über Portugal hinweg und steuert lautlos auf Island zu. Bisher unbekannte Perspektiven werden den Passagieren auf dieser erweiterten Streckenführung eröffnet. Die mitfahrenden Gäste können von nun an einen Blick von oben auf einen darunter tosenden Wasserfall werfen, den Wartenden zum Gruß zuwinken oder linkerhand einen fantastischen Ausblick auf „Atlantica SuperSplash“ erhaschen. Insgesamt vier Mal „kreuzen“ die Schienen den Verlauf des „Fjord-Rafting“, bevor die Bahn vorbei an der neuen Attraktion „Whale Adventures – Splash Tours“ in den neuen isländischen Monorail-Bahnhof einfährt. Das in rot getünchte Bahnhofsgebäude ist Dreh- und Angelpunkt für all diejenigen, die vorzugsweise mit einem fahrbaren Untersatz unterwegs sind. Durch den neuen Monorail-Bahnhof können die Gäste, mit nur einem mal Umsteigen in die Panoramabahn in England oder Russland, bequem bis zum Haupteingang gelangen. Der Bahnhof in Island rundet das breite Angebot im Isländischen Themenbereich ab und bietet somit Abwechslung für alle Altersklassen.

Portugiesischer Genuss
Abenteuer machen hungrig! Nur wenige Schritte entfernt von Island können sich die hungrigen Seefahrer direkt nebenan im Portugiesischen Themenbereich stärken. Direkt an der Hafenstrasse gelegen, lädt die neue Snack Bar „Casa Atlantica“ zu einem kleinen Zwischenstopp an Portugals Küste ein. Beim Anblick des typisch weißen Gemäuers und der beiden mit roten Ziegeln gedeckten Dächer kommt Urlaubsfeeling auf. Wildwachsender Wein umrankt die in der Sonne hell leuchtenden Mauern und spendet den dort Sitzenden beim Verweilen und Genießen wohltuenden Schatten. Eingebettet zwischen den beiden Gebäuden liegt der bestuhlte Außenbereich, teilweise umringt von einer weißen Mauer. Insgesamt finden 160 kleine und große Weltentdecker im „Casa Atlantica“ Platz. In „spritzsicherer“ Entfernung können sie ein leckeres Gericht unter freiem Himmel genießen, während der Blick hinaus auf das türkisblaue Wasser schweift – immer das Seefahrerschiff „Santa Marian“ und die tosende Wasserachterbahn „Atlantica SuperSplash“ im Blickfeld. Zu dieser herrlichen Aussicht werden landestypische Gerichte direkt vom Grill im schattigen Außenbereich der Snack Bar serviert. Eine Eistheke ist in das Gebäude integriert und bietet nicht nur an heißen Tagen für alle Schleckermäuler eine herrliche Auswahl des zartschmelzenden Naschwerks.

Französisch-italienische Verschmelzung
Wer das „dolce vita“ in Italien bevorzugt, ist in der neu gestalteten Pizzeria „Venezia“ bestens aufgehoben. Hier hat sich viel getan. Wo ursprünglich die Pizzeria seit Beginn der 80er Jahre mit mediterranem Charme punktete, spielte sich unabhängig davon, quasi Rücken an Rücken, im französischen Bistro „La Cigale“ das „savoir vivre“ ab. Die Verschmelzung von Frankreich mit Italien ist nun vollzogen: Der glasüberdachte Laubengang führt die Gäste aus der Pizzeria über den neuen Innenhof direkt ins „La Cigale“ hinein. Auf einer Fläche von 60 m² bietet der in französischem Flair gehaltene Innenhof rund 40 Personen Platz; insgesamt finden rund 600 Italien-Liebhaber einen Sitzplatz in der in neuem Glanz erstrahlenden Pizzeria.
Künftig können die Besucher sowohl vom Französischen Themenbereich über das „La Cigale“ als auch vom Italienischen Themenbereich aus die Pizzeria „Venezia“ betreten. Zentrales Objekt in der Mitte des Raumes bildet das gerade Tonnengewölbe mit rechteckigem Grundriss direkt über dem Selbstbedienungsbereich für Pizza, Pasta & Co. Zwischen den aus Naturstein getäfelten Wänden prangen unter der rustikalen Holzdecke prächtige, in mühevoller Handarbeit gemalten, Kunstwerke.
Auf der Speisekarte reihen sich die Klassiker der italienischen Küche dicht an dicht. Eine hervorragende Auswahl des charakteristischen Hefeteigfladens alias Pizza, sowie reichlich duftende Pastavariationen machen die Entscheidung schwer. Edle Tropfen lagern in zahlreichen Flaschen und Fässern des Weinkellers und runden den leckeren Gaumenschmaus ab. Zu guter letzt kommen Süßschnäbel auch hier nicht zu kurz. Erlesene Dolci und feine Kaffeespezialitäten der Kaffeebar verwöhnen den Gaumen. Buon appetito!

Wild-West Luft
Gleich hinter dem Haupteingang fängt der Wilde Westen im Europa-Park an! Im großzügig gestalteten Rezeptionsbereich heißt der Häuptling sattelfeste Cowboys und mutige Indianer im Stamm des Europa-Park Camp Resort willkommen. Nur einen Steinwurf entfernt lädt der „Silver Lake Saloon“ mit seinen beiden Sälen hungrige Stammesbrüder zur Stärkung ein. Herz- und Verbindungsstück zwischen den beiden Saloons ist der große Küchenbereich. Der bereits bestehende Western-Saloon wurde auf insgesamt 140 Sitzplätze erweitert. Hinter der hölzernen Fassade, im Stil einer Westernstadt Anfang des 19. Jahrhunderts gehalten, verbirgt sich nun noch ein zweiter Saloon mit einer Western-Bar, einer kleinen Bühne für Darbietungen aller Art und einer Vielfalt an Sitzgelegenheiten. Runde Tische und kleine Sitznischen bieten für 160 Revolverhelden Platz. Sie lassen genügend Raum für wilde Cowboygeschichten in geselliger Runde. Die Galerie im Obergeschoss ist mit weiteren 60 Sitzplätzen ausgestattet. Wer bei seinen lebendigen Erzählungen den Blick über das Camp Resort schweifen lassen will, ist bestens auf der Terrasse im Erdgeschoss oder auf dem darüber liegenden Balkon aufgehoben. Allen Indianern und Möchtegern-Cowboys sei eindrücklich das Frühstück bei Sonnenaufgang, spätestens jedoch vor High Noon, empfohlen.

Bunte Extras
Fit für die Rennstrecke! Das Herz des Motorsports schlägt bei AMG: Hier wird in der Saison 2010 nach dem Grundsatz „Ein Mann – ein Motor “ das Herz des SLS AMG jeweils von einem Monteur in Handarbeit zusammengebaut. Auf den Etappen dieser Ausstellung in der Mercecdes-Benz Hall im Europa-Park erfahren die Besucher wertvolle Tipps von Rennfahrern und spannende Fakten zur Technik des SLS AMG. Kleine und große Rennfahrer lernen faszinierende Phänomene aus der Physik kennen und können mit der Sony PlayStation® Gran Tourismo den Supersportwagen virtuell erfahren.
Actionreich und spannungsgeladen geht’s auch auf den zahlreichen Show-Bühnen in Deutschlands größtem Freizeitpark zu. Völlig neu inszenierte Shows und Bühnenbilder zum 35-jährigen Jubiläum des Europa-Park nehmen die Besucher mit auf eine unvergessliche Reise. Während die Freunde der Euromaus ein wunderschönes Geburtstagsfest vorbereiten, zeigt sich die tägliche Parade im festlichen Geburtstagskleid. Ritterliche Abenteuer um „König Arthurs Schwert“, atemberaubende Akrobatik auf dem Eis und zahlreiche magische Momente im barocken „Teatro dell’Arte“ werden die Besucher im Jubiläumsjahr begeistern.
Frischer Wind weht ab Sommer 2010 auch im Drehtheater „Europa-Park Historama“. Die Besucher dürfen sich freuen: Das komplett neu gestaltete Drehtheater, das im Herzen des Europa-Park liegt, nimmt die Gäste mit auf eine multimediale Zeitreise. Historische Höhepunkte, technische Innovationen und die faszinierende Welt der Shows in der 35-jährigen Geschichte des Europa-Park werden mit moderner Licht- und Lasertechnik anschaulich erzählt. Die Besucher können sich zurücklehnen und in die spannende Geschichte von Deutschlands größtem Freizeitpark eintauchen.
Zurücklehnen heißt es auch im Magic Cinema, wenn modernste 3D Digitaltechnik auf die riesige Leinwand des Magic Cinema „prallt“ und die Besucher in eine Welt des modernen Kinobesuches entführt.
Um Stars und Sternchen der Fußballwelt wird sich alles auf dem neu kreierten „Walk of Fame“ in der Arena of Football drehen. Die „Stars“ der Ausstellung „adidas – die Fußball-Erlebniswelt“ werden von der adidas AG zur Verfügung gestellt: zu jeder WM der passende Schuh und Fußball! Einsteigen in die Welt des multimedialen Fußballspiels ist hier nicht nur für die Fans des runden Leders möglich: große und kleine Fußballherzen werden in der neuen Erlebniswelt auch nach dem Fußballsommer höher schlagen.
Die Erneuerungen ziehen sich bis über die Parkgrenzen hinaus. Direkt gegenüber dem Mitarbeiterparkplatz, auf der anderen Straßenseite der neuen Zufahrtsstraße gelegen, ist auf über 1000 m² Fläche die neue Gärtnerei entstanden. Hier weht künftig auch ein anderer Wind durch die Blätter der zahlreichen Pflanzen. In drei Gewächshäusern, darunter eine Palmenhalle und ein Zitronenhaus, wird von nun an die bunte Pflanzenpracht gedeihen. Im Floristik-Showroom werden die blumigen Vielfalten für Anlässe jeder Art in eindrucksvollem Ambiente präsentiert. Auch in der Saison 2010 erwartet die Besucher wieder ein bunter Strauß an Abenteuern und unvergesslichen Momenten.

Quelle Text: Offizielle Pressemitteilung des EUROPA-PARK
Quelle Bild: selbst

AOWD – Die Rückkehr nach Ägypten

Endlich war es so weit: Quasi zur Feier des 1jährigen Bestehen der „FlatFluteDivers“ waren wir wieder in Ägypten, wieder in El Gouna, und wieder im „Sheraton Miramar Resort„. Das brachte ein paar Vorteile mit sich, wir waren fast augenblicklich auch „geistig“ wieder dort angekommen, kannten uns aus und wurden außerdem während des Aufenthalts zu einer abendlichen Cocktailparty eingeladen. Gott sei Dank war der Dresscode für die Cocktailparty „smart casual“, was man mit „gehobene Gelegenheitskleidung“ übersetzen kann, wenn man wie ich gern mit Worten spielt. Soll heißen, Jeans ging in Ordnung, solange sie keine Löcher hatte. Was für ein Glück, denn ich hatte meinen nicht-existenten Anzug zu Hause gelassen – und für Annettes nicht-existentes Abendkleid gilt das gleiche.

Auch die Tauchbasis des Hotels war uns schon bekannt. Bei TGI kann man Tauchgänge und Kurse im Voraus im Internet buchen und dabei die genauen Tage festlegen. Das bringt preislich nochmal einen Vorteil und erspart einem die Organisation vor Ort. Wenn man ankommt, hat man bereits eine Nachricht der Tauchbasis vorliegen, die einen willkommen heißt und darauf aufmerksam macht, dass man die Ausrüstung vorbeibringen kann. Wir hatten diesmal den Urlaub etwas verlängert und daher ein „großes Paket“ genommen – 10 Tage mit je zwei Tauchgängen. Außerdem hatten wir den „Advanced Open Water Diver“-Kurs gebucht, was nochmal drei Tage mit je zwei Tauchgängen wären.

TGI-Tauchbasis im Sheraton Miramar Resort, El Gouna

TGI-Tauchbasis im Sheraton Miramar Resort, El Gouna

Noch am Tag der Anreise brachten wir unsere Tauchausrüstung auf der Basis vorbei. Das Mitnehmen eigener Ausrüstung im Flugzeug war bei unserer Fluglinie (Condor) kein Problem, man musste es lediglich im Voraus buchen. Auf der Tauchbasis selbst gibt es Möglichkeiten, die Ausrüstung aufzubewahren, auch an solchen Tagen, an denen man nicht taucht. Wir hatten unsere Tauchgänge so geplant, dass es in der Mitte einen Tag ohne Ausflug geben sollte, und es war praktisch, dass wir nicht wegen diesem einen Tag unsere Ausrüstung im Hotelzimmer deponieren mussten. Wir hatten bei der Basis bereits in der Online-Anmeldung das Angebot „Nitrox for free“ ausgenutzt, so dass wir wir statt mit Pressluft die ganzen Tage über mit „enriched air“ tauchen würden. Die Flaschen hatten eine Standardgröße von 12 Litern, was sich für manche von uns noch als verhängnisvoll herausstellen sollte.

Die Basis fuhr jeden Tag mit dem Boot raus – in El Gouna gibt es leider (noch) keine Hausriffe. Im Gegensatz zum Jahr zuvor war es aber nicht mehr getattet, die Tour vom Steg des Hotels aus zu starten, so dass wir jeden Morgen mit einem kleinen Bus an die Marina gefahren wurden, wo unser Tauchboot, die ABYDOS 2, auf uns wartete. Eine Tagestour lief so ab, dass in der Regel zwei verschiedene Tauchplätze nacheinander angefahren wurden. Dazwischen gab es von der Besatzung zubereitetes Essen, am Abend, auf der Rückreise, meistens noch einen kleinen Nachtisch.

Die Besatzung war extrem bemüht um die an Bord befindlichen Taucher und Schnorchler, sie halfen einem, die Ausrüstung, hauptsächlich das Jacket, anzulegen; wenn man vom Tauchgang zurückkehrte, nahmen sie einem noch auf der Plattform am hinteren Teil des Bootes die Flasche ab und versorgten sie. Sie nahmen auch Flossen und Kameras vor dem Aufstieg die Leiter hinauf in Empfang. Die Kameras wanderten sofort in einen Eimer mit klarem Wasser, damit sie ordentlich abgespült und vom Salz befreit wurden.

Die ABYDOS 2

Die ABYDOS 2

Die ABYDOS 2 ist ein Tauchboot, wie man sie auf dem Roten Meer häufig antrifft: Sie hat drei Decks, ein offenes Oberdeck, ein Zwischen- und ein Unterdeck. Auf dem Oberdeck sind Bänke und Matten, wo sich die Taucher zwischen den Tauchgängen aufhalten und ausruhen konnten, auf dem hinteren Zwischendeck befindet sich die Bank, wo die Taucher die Ausrüstung anlegten, wo die Flaschen und die Boxen mit der Ausrüstung gelagert und die Taucheranzüge aufgehängt werden, außerdem ist hier die Plattform, die als Ein- und Ausstieg ins Wasser dient. Das vordere Zwischendeck  ist geschlossen, hier ist ein weiterer Aufenhaltsraum mit Bänken und verschiedenen anderen Dingen, einem Fernseher, Büchern über das Rote Meer und seine Bewohner. Und die Kühlbox mit den Getränken wird hier aufbewahrt. Seitlich an dem Raum befinden sich zudem zwei Toiletten für den nach dem Tauchgang obligaten „Miktionsgang„. Das Unterdeck ist der Besatzung vorbehalten und nur über eine Treppe des geschlossenen Bereichs des Zwischendecks zu erreichen.

ABYDOS 2: Oberdeck und Führerstand

ABYDOS 2: Oberdeck und Führerstand

Auf dem Boot fahren bei den Touren verschiedene Divemaster und Instructors mit. Obwohl es eigentlich die Hauptaufgabe der Divemaster ist, Touren zu führen, machten das die Instructors auch, wenn sie keinen Kurs zu bertreuen hatten. Die Divemaster entschieden dabei auch, wen unter den Tauchern man eventuell auch ohne Führung auf einen Tauchgang lassen konnte. Ansonsten wurden Gruppen eingeteilt, die mit je einem „Guide“ unterwegs waren.

ABYDOS 2: "Rüstbank"

ABYDOS 2: "Rüstbank"

Unser geplanter Ablauf war, dass wir am nächsten Tag einen Tauchausflug mitmachen würden, um uns an das Tauchen im Roten Meer zu gewöhnen. Gleich im Anschluss sollten die drei Tage des nächsten Kurses kommen: „Advanced Open Water Diver“. Dabei handelt es sich um eine Art „Zwischenstufe“, die dazu dient, dass Taucher, die schon ein paar Tauchgänge gemacht haben, die Tiefenbeschränkung von 18 Metern auf 30 Meter verschieben können und außerdem einen Einblick bekommen, welche Spezialkurse PADI anbietet und was sie einem selbst bringen. Vorgeschrieben sind fünf Tauchgänge, von denen jeder ein bestimmtes „Thema“ hat, Pflicht und Kern des AOWD ist dabei der so genannte „Tieftauchgang“, die anderen Tauchgänge können vom Schüler in Absprache mit dem Instructor bestimmt werden.

ABYDOS 2: Taucherplattform

ABYDOS 2: Taucherplattform

Ich möchte mich hier auf den Tieftauchgang konzentrieren, der wie gesagt die Hauptsache des Kurses ist. Dabei soll dem Schüler klargemacht werden, was es bedeutet, tiefer als 18 Meter zu tauchen, und er soll lernen, was er zu beachten hat. Stichwort ist hier natürlich der so genannte „Tiefenrausch“. Unser Instructor hatte sich für den Tieftauchgang eine Stelle ausgesucht, an der man tatsächlich 30 Meter Tiefe erreichen kann, an einem Abhang bei Marsa Abu Kalawa. Das erste, was uns beim Abstieg in diese Tiefe auffiel, hatten wir schon beim Schnuppertauchgang in Horka erlebt: das Atmen wird zunehmend schwerer. Als uns der Instructor anwies, dass wir uns in den Sand setzen sollten, zeigte mein Tauchcomputer eine Tiefe von 29,6 Metern. Hier sollten wir verschiedene Aufgaben lösen.

Annette: In der Tat. Wie Thorsten schon sagte. Da es im Roten Meer auf 30 m noch genauso taghell ist wie an der Oberfläche entgeht einem die Tatsache, dass man so tief ist. Der Abstieg ging auch schneller, als ich dachte. Wir kamen über eine kleine Halde und dort merkte ich plötzlich, dass ich kurzatmig wurde. Zuerst war ich etwas irritiert, nach Blick auf meinen Tiefenmesser war mir alles klar. Ich ließ mich auf den Meeresboden sinken und machte mir klar, dass das jetzt völlig normal war und kein Grund zur Sorge bestand. Trotzdem empfand ich das Gefühl etwas beklemmend.

Aufgabe Nummer eins war noch relativ einfach: Der Instructor reichte jedem von uns eine Schreibtafel, auf der drei Kreise gemalt waren. Wir sollten in jeden Kreis ein „X“ malen, und zwar so, dass wir möglichst nah an den Kreis kamen, aber nicht über die Kreislinie hinaus. Das erforderte Konzentration, war aber machbar.

Aufgabe Nummer zwei erwischte meine Achillesferse – Mathematik. Auf der Tafel hatte der Instructor verschiedene „Bandwurm-Rechenaufgaben“ geschrieben (im Stil von „150 + 24 – 83 + 16…“ usw), die wir im Kopf ausrechnen mussten. Und ich war stets bemüht, die gestellten Aufgaben zu lösen.

…hatte sich stets bemüht! Du weißt, was das in Beurteilungen heißt. 😉

Aber Spaß beiseite. Ich bin immer gut in Mathe gewesen. Aber trotzdem merkt man in 30 m Tiefe, dass man sich richtig konzentrieren muss, um nicht den Faden zu verlieren. Wir mussten auch noch die 9er-Reihe rückwärts schreiben, (90-81-72…). Die 9er Reihe ist mit die Einfachste…aber selbst da merkte ich, wie ich hängen blieb als es in Richtung 54 und 45 ging. Dieser Zahlendreher verwirrte mich um ein Haar. 😉

Ja, und ausgerechnet ich Mathe-Legastheniker lief zur Hochform auf. Es gibt nämlich einen Trick bei der 9er-Reihe, den mir natürlich niemand bisher erklärt hat (in fast 40 Jahren!!). Deswegen ist die 9er-Reihe im kleinen Einmaleins eigentlich die einfachste. Aber warum auch sollte mir Mathe aus Versehen mal einfach gemacht werden? Dort, in 30 m Tiefe, fiel es plötzlich auf, als ich die Zahlen aufschrieb… 90 – 81 – 72 – 63… Ja, man muss nur die Zahlen von 9 bis 0 an die Zehnerposition schreiben, und dafür die Zahlen von 0 bis 9 an die Einserposition, schon stimmt’s. Vielleicht sollte ich Prüfungen, in denen Matheaufgaben gestellt werden, in Zukunft unter dem Einfluss von Stickstoff schreiben?

Aufgabe eins und zwei führte einem vor Augen, dass man keinen voll ausgeprägten „Tiefenrausch“ braucht, sondern dass das Denken und die Konzentration generell schwerer fiel, als an Land. Der Tiefenrausch, der sich weder bei mir, noch bei Annette einstellte, war in dem Fall „nur“ noch eine zusätzliche Gefahr, auf die man achtgeben musste.

Aufgabe Nummer drei hatte mit den Auswirkungen des Wassers auf die Optik zu tun. Wir sollten eine Frucht erkennen, die uns der Instructor präsentierte. Das Ding sah merkwürdig aus, es war eiereckig, prall und von schmutzig-grüner Farbe. Das Aussehen machte mich zunächst ratlos, bis mir der Fruchtstempel ins Auge fiel. Sollte das etwa…

…eine Tomate sein? Ja, so war es. Dadurch, dass das Wasser Farben resorbiert, ist die Farbe rot schon noch ein paar Metern Tiefe praktisch nicht mehr vorhanden. Deswegen erschien die Tomate grün, obwohl sie an der Oberfläche rot war.

Mathematik sehr gut, Biologie mangelhaft. Also ehrlich! Da sagt uns der TL, er würde uns unter Wasser eine FRUCHT zeigen. Sicher ist eine Tomate eine Strauchfrucht, aberrrrrr… ich setzte das Wort Frucht mit OBST gleich. Und in 30 m Tiefe war ich leider nicht mehr so flexibel, über die mehrfache Bedeutung des Wortes FRUCHT nachzudenken. Der Farbe nach hätte es für mich eine Kiwi sein können, aber Kiwis haben Haare. Sehr glatt war die Oberfläche. Nektarine? Zu elastisch dafür. Ich kam auf keinen grünen Zweig, haha. Da ich den Eindruck hatte, dass man auf mich wartete schrieb ich halt irgendwas hin. Auf Tomate wäre ich sowieso nicht gekommen.

Du hättest als letzte Möglichkeit noch die Geschmacksprobe machen können… das hätt ich gern gesehen. Nein, eigentlich hätt ich es gern gesehen und fotografiert, Annette, die in 30 m Tiefe eine Tomate isst. Genau genommen hätte ich es gern gesehen, fotografiert, und dann das Gesicht von unserem Instructor fotografiert. Und immerhin: Gesalzen wäre die Tomate schon gewesen.

Nachdem wir die Aufgaben mehr oder weniger gelöst hatten, machten wir uns auf den Rückweg, mit einem ganz entspannten Tauchgang. Wir waren froh, wieder weiter nach oben zu kommen, wo das Atmen nicht so anstrenged war. Nachdem wir unsere fünf Spezialtauchgänge und die Lektionen dazu erledigt hatten, war es amtlich – wir hatten die nächste Stufe erklommen in unserer Tauchausbildung. Damit hatten wir uns unter anderem das Privileg erarbeitet, irgendwann auch ohne Guide auf einen Tauchgang zu gehen. Stolz schickten wir unseren Erfolg per elektronischer Datenverarbeitung an die Heimat, an unsere heimatliche Tauchschule. Und dann sollte es so richtig losgehen – das Rote Meer stand uns offen, und wir wollten es erkunden. Wir hatten keine Ahnung, was wir noch so alles erleben würden…

Unterwasserfotografie – Eine Einführung

Als der Tauchsport anfing, für breitere Massen interessant zu werden, gab es bereits Souvenirjäger, die an ihre Tauchgänge unbedingt Andenken haben wollten und dies damit erreichten, dass sie Fische fingen oder harpunierten oder Korallen, Steine, Muscheln, ja, ganze Wrackteile mit sich nahmen. Im Laufe der Zeit wurde dieser Trend durch die Unterwasserfotografie verdrängt, zum Glück, muss man sagen, denn wie wir heute wissen, sind Fischbestände gefährdet und Korallen brauchen eine sehr lange Zeit, um nachzuwachsen, nachdem jemand etwas abgebrochen hat. Doch die Unterwasserfotografie musste – genauso wie das Tauchen selbst – erst einmal „Massetauglich“ werden. Die erste Zeit gab es nur sehr teure und sehr schwere, hinderliche Ausrüstung. Allein die Tatsache, dass moderne Kameras nur noch einen Bruchteil der Größe alter Kameras haben und trotzdem sehr gute Bilder liefern, hat hier sehr geholfen. Und auch die Hersteller haben mittlerweile das Potential erkannt, das hier steckt. Doch bevor man drauflos geht (bzw. im Internet drauflos surft) und sich eine Ausrüstung zulegt, sollte man gewisse Überlegungen anstellen. Hier im FFD-Blog wollen wir mit diesem Artikel eine Reihe über die Unterwasserfotografie beginnen und mit eigenen Erfahrungen anreichern. Zuerst aber ein paar allgemeine Dinge.

Unterwasserfotografie

Unterwasserfotografie

Das Fotografieren unter Wasser bringt ein paar Tücken mit sich, die man an Land nicht unbedingt hat. Tücke Nummer 1: Man ist unter Wasser. Fotoapparate mögen das nicht. Stumm leidend hauchen sie ihr elektronisches Leben aus, wenn Wasser in sie eindringt. Daher braucht man entweder eine wasserdichte Kamera oder aber eine wasserdichte Hülle für den Apparat. Tücke Nummer 2: Um ein ruhiges Bild zu bekommen, kann man sich nicht immer einfach mal irgendwo abstützen, etwa wenn das zu fotografierende Objekt mitten in einem Korallenriff sitzt. Tücke Nummer 3: Das Wasser ändert Licht- und Farbverhältnisse, worauf man sich einstellen muss.

  • Unter Wasser

Wasser bringt für den Fotograf gleich mehrere Probleme mit sich: Nicht nur, dass das Wasser selbst seiner Kamera schaden kann, wenn man sich darin aufhält, es selbiges sogar noch im Nachhinein tun. Besonders Salzwasser ist hier zu nennen. Es kann auch Teile, die nicht mit ihm direkt in Kontakt kamen, zum Korrodieren bringen. Daher bedarf die Kameraausrüstung gerade nach Salzwassertauchgängen einer besonderen Pflege. Außerdem ist es wichtig, einen kleinen Beutel mit Trockensalz (Silica) während des Tauchgangs im Gehäuse zu haben. Das Trockensalz nimmt Feuchtigkeit auf, die durch Temperaturunterschiede entstehen kann (Kondenswasser). Der Beutel sollte regelmäßig gewechselt werden, da das Salz irgendwann „gesättigt“ ist und keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann.

  • Mit ruhiger Hand fotografieren

Wie an Land auch wird ein Bild, das man nicht mit ruhiger Hand fotografiert, unscharf – es verwackelt. Und das ganz unabhängig davon, ob man Blende und Verschlusszeit selbst einstellt, oder die Einstellung der Kameraautomatik überlässt. Da es in manchen Fällen sogar notwendig sein kann, möglichst nah an ein Objekt heranzukommen, ohne damit zusammen zu stoßen, ist Tarierungskontrolle sehr wichtig. Und auch, damit die Umgebung beim Fotografieren durch den Fotografen keinen Schaden nimmt. Hier sollte man in „ungefährlichen“ Umgebungen den Umgang mit der Kamera üben oder vielleicht auch einen Kurs belegen (wie z. B. „Peak Performance Buoyancy“ von PADI).

  • Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten

Was die Optik betrifft, so sind es zwei Faktoren, die das Wasser beeinflusst. Zum einen filtert das Wasser das Licht, so dass mit zunehmender Tiefe die Farben verloren gehen, zum anderen befinden sich in natürlichen Gewässern zumeist Schwebeteilchen. Das Problem mit der Farbe fängt schon bei wenigen Metern an, rot geht als erstes verloren, so dass die anderen Farben überhand zu nehmen scheinen. Rote Muster zum Beispiel auf der Haut von Fischen erscheinen blass oder gar nicht mehr. Dem kann man nur durch eine eigene Lichtquelle, eine Unterwasserlampe oder einen Blitz, entgegen wirken. Doch dann bekommt man es mit den Schwebeteilchen zu tun, gerade im Licht von Blitzen leuchten diese kleinen Teilchen hell auf und sind auf dem Bild deutlich zu sehen. Außerdem irritieren sie den Autofokus der Kamera, wenn man zu weit vom zu fotografierenden Objekt weg ist.

  • Beherrscher der Technik

Zuletzt ist es noch wichtig, dass man die Technik der Fotoausrüstung beherrscht. An Land ist es weniger das Problem, hier kann man jederzeit im Handbuch nachsehen, wenn etwas unklar ist. Unter Wasser wird auch das Handbuch seinen Dienst versagen und sich in seine Bestandteile auflösen, mal ganz davon abgesehen, dass man häufiger mit Situationen konfrontiert ist, wo man einfach keine Zeit hat, irgendwas nachzuschlagen. Fische, die man selten zu sehen bekommt, bekommt man in den meisten Fällen deswegen so selten zu sehen, weil sie so scheu sind. Da heißt es: schnell sein! Ein kleiner Kniff, den Fotografen gerne mal verwenden, wenn sie in tieferen Gewässern ab etwa 18 bis 20 Meter fotografieren: Sie verwenden „Enriched Air“ bzw Nitrox, weil der niedrigere Stickstoffgehalt den Kopf in diesen Tiefen klarer bleiben lässt. Allerdings muss man den Umgang mit der mit Sauerstoff angereicherten Luft in einem Spezialkurs lernen.

Die folgenden Artikel dieser Reihe behandeln die unterschiedliche Ausrüstung einschließlich Zubehör, die es für Unterwasser-Fotografen so gibt, und persönliche Erfahrungen. Dabei geht es nicht nur um Unterwasserausrüstung direkt, sondern auch um sonstiges nützliches Zubehör. Wenn Sie am rechten Rand auf „Kategorien“ gehen, finden Sie alle Artikel zu dem Thema unter „Unterwasser-Fotografie„.

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