Reisen, Rätsel, Abenteuer.

Autor: Thorsten Reimnitz (Seite 119 von 200)

CSI: Miami 5.05 – Eine Hand tötet die andere

Originaltitel: Death Eminent

Inhalt

Ein Mann stirbt. Da er nicht sofort gefunden wird, ist der Verwesungsprozess schon im vollen Gang, als das CSI eintrifft. Das Haus, in dem die Leiche gefunden wird, ist verkauft worden und steht leer, deswegen wurde die Tat nicht früher bemerkt. Im Koffer finden die Ermittler ein PDA-Ladegerät, aber keinen PDA. Und ein Ausweis bringt eine zweite Überraschung: der Tote war Mitglied des Stadtrats. Aufgrund von DNS-Spuren an dem Aktenkoffer wird der Dieb Gary Logan ermittelt. Bei dessen Festnahme stoßen Natalia und Calleigh auf Spuren einer zweiten Leiche…
Alexx findet am Unterarm der Leiche Bissspuren von einem Hund. Als Ryan einen Hundebesitzer befragen will, wird er Zeuge einer Räumung – das ganze Viertel, in dem der Mord geschehen ist, ist von der Stadt zwangsweise enteignet worden und soll einem Bauunternehmer übereignet werden. Tatsächlich war in die Entscheidung darüber auch der ermordete Stadtrat verwickelt – und er war gegen das Projekt…

Zitat

„Da kauft man sich ein Stück vom amerikanischen Traum – und dann sowas!“
„Da wird aus dem Traum ein Alptraum!“
Frank Tripp und Horatio Caine

„Kapitalismus öffnet viele Türen!“
Erica Sykes

Medien

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Hinter der Geschichte

Die Ermittler finden im Garten des Einbrechers so genanntes Leichenwachs. Der wissenschaftliche Name ist Adipocire und es entsteht durch Verseifung des Körperfetts bei der Verwesung.
Den in der Episode erwähnten „Cobalt Drive“ gibt es in Miami nicht.

Kritik – Achtung, Spoiler!
Natalias Ex-Mann spielt auch in dieser Episode eine kleine Rolle. Mich persönlich nervt die ganze Geschichte allerdings.
Was ich jetzt schreibe, habe ich so ähnlich schon einmal geschrieben: Die Geschichte mit dem Bauunternehmer, der auf kriminellem Weg an ein ganzes Stadtviertel zu kommen versucht und Menschen, die nur noch einen Bruchteil für ihr Eigenheim bekommen und brutal auf die Straße gesetzt werden, zeigt sehr schön, deutlich und eindringlich die Schattenseiten des Turbokapitalismus. Und während sich Menschen immer wieder und wieder von anderen Geschichten beeindrucken lassen, ist das bei solchen nicht der Fall. Menschen lassen sich für Krieg, Folter („24“) und Waffen begeistern, aber nicht für soziale Gerechtigkeit. Woran liegt das?

C.S.I. 5.05: Partnertausch

Originaltitel: Swap Meet

Inhalt

Während  einer Partnertauschparty wird eine der Teilnehmerinnen, Vanessa Keaton, tot in einem Brunnen gefunden. Sie hat einen Schlag auf den Kopf bekommen und ist dann ertrunken. Bei der Analyse des Wassers in ihrer Lunge stellt das Labor fest, dass sie nicht in dem Brunnen, sondern in einem Pool ertrunken ist. Aufgrund von DNS-Spuren in mehreren Kondomen finden die Ermittler heraus, dass die Tote auf der Party mit fünf Männern geschlafen hat. Dann kann das Wasser aus den Lungen einem Pool zugeordnet werden – und der steht nicht auf dem Hinterhof des Paares, das die Party veranstaltet hat. Eine Regel der Tauschparty lautet aber, dass es neben der Party selbst keine Affairen geben darf…
Nick Stokes und Warrick Brown sind vor Ort in einer Wohnung, deren Eigentümer beim Renovieren auf eine Kreissäge gedrückt wurde. Als Täter kommt ein säumiges Mieterpärchen in Frage. Während Nick und Warrick noch ermitteln, kommt ein Mann vom Tatortreinigungsdienst und beschwert sich, dass am Tatort noch immer Verwesungsgestank zu riechen ist. In einem Spielautomaten finden sie eine weibliche Leiche – die Frau des Mieterpärchens, die vor ihrem Tod noch mit dem Vermieter geschlafen hat…

Zitat

„Wie sagte Lord Byron einst? ‚In der Wüste entspringt ein Brunnen.'“
Gil Grissom

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Hinter der Geschichte

Hodges bemerkt, dass Greg Sanders auf einen Probenbehälter „Brunenwasser“ geschrieben. Im Original ist es „Funtain“ statt „Fountain“.
Der Synchronsprecher von Tatortreiniger Marty ist Lutz Schnell. Er ist bekannt als Stimme von Tim aus den Hörspieladaptionen der „Tim & Struppi“-Reihe, aus der gleichnamingen Comic-Fernsehserie und auch im Film „Das Geheimnis der Einhorn“ hat er eine Sprechrolle, diesmal allerdings die des Kapitän Haddock.
Der Spielautomat, in dem Warrick und Nich die zweite Leiche finden, ist „Miss Pac-Man„.

Kritik – Achtung, Spoiler!
Mal wieder eine Episode mit Menschen, die ein nicht gewöhnliches Sexleben haben. Sarah gibt offen zu, dass sie das nicht versteht, während Grissom – wie so oft – indifferent bleibt und beobachtet. Sehr schön ist am Schluss herausgearbeitet, wie die Fassade zusammenbricht, als Grissom und Sarah die „Regeln“ der Tauschpartys zitieren und feststellen, dass sie in zumindest zweit Punkten („Keine Affairen außerhalb der Party.“ und „Die Kinder dürften nichts mitbekommen.“) nicht funktioniert haben.

CSI: NY 5.04 – Entpuppt

Originaltitel: Sex, Lies, and Silicone

Inhalt

Bei einer Straßenparty bricht eine Frau tot zusammen. Ann Steele war eine Unternehmensberaterin, die sich in den höchsten Kreisen bewegte. Noch bevor die Ermittler ihre Arbeit richtig aufnehmen können, bricht jemand in die Gerichtsmedizin und durchsucht die Sachen der Toten. Doch die wichtigsten Sachen lagen schon im Labor, und darauf finden sich Haare einer Frau, die vor über einem Jahr an einer Drogenüberdosis gestorben ist. Außerdem steckt ein Stück Silikon in ihrem Armband. Das Silikon stammt von einer lebensecht aussehenden, menschengroßen Puppe…
Der Fall hat ziemliche politische Dimensionen, denn Ann Steele war eine Beraterin der besonderen Art: Sie hat für hochgestellte Persönlichkeiten Probleme beseitigt. Ihre „Fälle“ hat sie auf einem USB-Stick abgespeichert und das macht einige Leute nervös. Sheldon Hawkes wird von einem ehemaligen Schulfreund angesprochen und um einen Gefallen gebeten. Und dann wird Hawkes vor seiner Wohnung überfallen und zusammengeschlagen…

Zitat

„Ach, die haben jetzt diese privaten Sicherheitsfritzen engagiert. Das sind im Grunde nur Muskelpakete mit ’ner Dienstmarke.“
Don Flack über die Unart der Privatisierung

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Hinter der Geschichte

Der Originaltitel ist eine Anspielung auf den Film „Sex, Lügen und Video„, auf Englisch: „Sex, Lies, and Videotapes“. Ein ähnliches Wortspiel gab es schon bei „C.S.I.“ mit der Folge „Sex, Lies and Larvae“ (Episode 1.10: „Sex, Lügen und Larven„).

Kritik – Achtung, Spoiler!
Wir landen also wieder in der Politik. Und wieder muss ich die Frage stellen: Unarten wie die Privatisierung von Sicherheitsdiensten werden in solchen Serien in den USA immer wieder kritisiert – und doch tut keiner was dagegen? Fernsehserien können – das wurde über Studien bewiesen – Menschen dahingehend beeinflussen, dass sie die Todesstrafe befürworten oder Folter von Verdächtigen, wenn es darum geht, viele Menschenleben zu retten. Aber offenbar können sie die Menschen nicht in eine positive Richtung beeinflussen.

CSI: Miami 5.04 – Nie wieder im Rampenlicht

Originaltitel: If Looks could kill

Inhalt

Ein Man überrascht seine Frau beim Schäferstündchen. Der Liebhaber flüchtet, verfolgt vom Ehemann mit einer Waffe. In seiner Not springt der Liebhaber auf ein Boot, als er dessen Motor startet, stockt die Schraube, dann steigt Blut im Wasser auf. Unter dem Boot hat eine Leiche gelegen, die durch die Schraube zugerichtet an die Oberfläche kommt. Der Tote wurde überfahren und dann ins Wasser geworfen. Über Teile des Autos, die im Bein des Toten stecken, kann der Wagen ermittelt werden. Der Tote Steve Dixon war ein Model und das Auto gehörte einem Kollegen, Steve Dixon. Er hatte ein Verhältnis mit seiner Chefin und sich damit ein paar Vorteile verschafft. Und es bleibt nicht bei dem einen Opfer…
Natalia bekommt Ärger der anderen Art: Ihr Ex-Mann wurde aus dem Gefängnis entlassen und kreuzt in Miami auf. Zuerst versucht er, in der Pathologie Arbeit zu finden, als Natalia das verhindert, erscheint er an einem Tatort, wo sie ermittelt…

Zitat

„Da hat er… äh… Lippenstift. Der gute Cody hat Lippenstift am Willi.“
Ryan Wolfe

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Hinter der Geschichte

Der Abschleppfahrer hat einen Hund. Dabei handelt es sich um einen American Pit Bull Terrier.
Der Synchronsprecher von Ian Sutton, der die Bücher der Verdächtigen prüft, ist Dietmar Wunder. Er ist die deutsche Stimme von zwei anderen bekannten Figuren: Danny Messer aus „CSI: NY“ und Daniel Craig als James Bond. Außerdem ist er der Stammsprecher von Adam Sandler.

Kritik – Achtung, Spoiler!
Und noch ein Plot über mehrere Folgen: Natalias Ex-Ehemann, der Ärger macht. In dieser Folge erwirkt er einen Beschluss gegen sie, dass sie sich ihm dreißig Meter fernhalten muss. Außerdem nimmt er eine Arbeit als Tatortreiniger an und bringt sie so noch mehr in Schwierigkeiten. Zähneknirschend lässt sie sich auf einen Handel ein – er zieht die Verfügung zurück, wenn sie sich ihm gegenüber freundlicher verhält.

C.S.I. 5.04: Der sterbende Schwan

Originaltitel: Crow’s Feet

Inhalt

Quarantänealarm in einem Hotel: Die Spuren an einer Leiche sehen nach einem Fall von Ebola aus, doch Doktor Robbins kann Entwarnung geben. Die Wunden auf der Haut kommen von einem schönheitschirurgischen Eingriff, man hat ihr Leberflecken entfernt. Außerdem befindet sich in ihrem Magen eine kleine Menge Urin und sie hat Zeichen einer Arsenvergiftung. Kurz darauf landet eine zweite Frau auf Robbins‘ Tisch, ebenfalls mit Urin im Magen, Zeichen einer Arsenvergiftung und Zeichen einer schönheitschirurgischen Behandlung. Und beide waren beim selben Arzt in Behandlung…
Gil, Sarah und Greg sind in einem Haus, das durch einen Kammerjäger von Termiten befreit werden sollte. Der Besitzer des Hauses wurde nach der „Begasung“ darin tot aufgefunden. Ein Nachbar weist Symptome einer Vergiftung mit dem benutzten Gas auf. Doch er hat das Opfer nicht angegriffen, zwischen den beiden Häusern besteht eine Verbindung über einen Kabelkanal. Wie sich herausstellt, hatte das Opfer einen Hyazinth-Ara, und der ist seit dem Vorfall verschwunden…

Zitat

„Bei Medizin geht’s um Heilung. Um Hoffnung geht’s beim Beten, und das sollte kostenlos sein.“
Nick Stokes

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Hinter der Geschichte

Der Kammerjäger Ted Martin wird von A.J. Buckley dargestellt. In „CSI: NY“ spielt er den Labormitarbeiter Adam Ross. Er hat sogar die gleiche deutsche Stimme wie in „CSI: NY“ – Asad Schwarz.
Der Originaltitel der Episode bedeutet übersetzt schlicht „Krähenfüße“.
Als Catherine und Nick den Schönheitsarzt befragen, bezeichnet Nick das Mittel, das der Arzt gegen das Altern verkauft, als „Schlangenöl“. Schlangenöl oder „snake oil“ stammt aus der Zeit des Wilden Westens, wo Wunderheiler von Ort zu Ort fuhren und Wundermittel gegen alle möglichen Gebrechen verkauften. Der Begriff wird im amerikanischen Sprachgebiet noch heute für Quacksalber-Heilmittel verwendet. „Schlangenöl“ ist eine reine Erfindung, derartiges gibt es nicht.

CSI: NY 5.03 – Über den Wolken

Originaltitel: Turbulence

Inhalt

Mac Taylor befindet sich auf einem Flug von New York nach Washington, als die Leiche eines Skymarshalls in der Toilette gefunden wird. Taylor ordert an, dass der Flug nach New York zurückkehrt. Da der Täter aber die Waffe des Marshalls gestohlen hat, beginnt Mac mit den Ermittlungen noch während des Flugs. Über die Nummer der Dienstmarke stellt sich heraus, dass das Opfer nicht der betreffende Skymarshall war. Danny Messer und Don Flack finden diesen tot in seiner Wohnung – erschossen. Das Opfer aus dem Flugzeug war ein flüchtiger Verbrecher. Nach der Landung werden die Passagiere untersucht und das Flugzeug. Die Ermittler finden einen Beutel mit dem gestohlenen Ausweis des Airmarshalls und 10.000 kanadische Dollar. Es sieht so aus, als hatte der Tote vor, das Flugzeug nach Kanada zu entführen. Dann wurde er erstochen – doch warum, und: womit?

Zitat

„Glauben Sie, der Täter will das Flugzeug entführen?“
„Er hat den einzigen Mann entwaffnet, der ihn stoppen konnte!“
Eine Stewardess und Mac Taylor

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Hinter der Geschichte

Wie auch im Original, so kommt es bei den deutschen Übertragung mitunter dazu, dass sich Titel wiederholen. So wie bei dieser Folge, „Über den Wolken“ war bereits der Titel der Episode 1.09 von „C.S.I.“.

Kritik – Achtung, Spoiler!
Don Flack wirbt in dieser Folge Terrence Davis als „Spitzel“ an. Die Geschichte selbst ist spannend und mal wieder überraschend. Nach der etwas schwachen Folge 1 nimmt die Staffel 5 noch doch so langsam an Fahrt auf.

CSI: Miami 5.03 – Wer stirbt als nächstes?

Originaltitel: Death Pool 100

Inhalt

Eine Party von „Mr. Ice“, Designer von teurem Schmuck, wird von zwei bewaffneten Männern überfallen. Sie nehmen den Gästen den Schmuck ab und hinterlassen zwei Tote: Ethan Parker und Dakota Hudson. Einer der Täter hat seine Strumpfmaske zurückgelassen und kann über die DNS darauf ermittelt werden. Er gibt den Mord an Ethan Parker zu, weigert sich aber, seinen Komplizen zu verraten. Und die versuchen nicht, den Schmuck zu verkaufen. Dafür gibt es einen Grund…
Durch das Projektil im Körper von Dakota findet Calleigh heraus, dass ihr Schütze im Wasser gestanden haben muss – ihr Tod hat nichts mit dem Überfall zu tun. Über Spuren am Projektil wird eine Waffe ermittelt und bei deren früheren Besitzer findet Caine eine Art Todeslottoliste: Man wettet darauf, wann welcher Prominente sterben wird. Die Einsätze sind hoch und Dakota Hudson stand auch auf der Liste. Weil sie jung und gesund war, hat sie eine hohe Punktzahl gebracht. Die Spielhölle befindet sich auf einem Boot außerhalb der Hoheitsgewässer, deswegen kann die Polizei nicht einfach losschlagen. Dann stellt sich heraus, dass die Scheine, die als Gewinn ausgezahlt werden, falsch sind…

Zitat

„Tja, dann war’s das, Papa!“
„Es fängt gerade erst an.“
Ein Verdächtiger und Horatio Caine

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Hinter der Geschichte

Die Episode ist Folge Nummer 100, daher die „100“ im Originaltitel.
Auch wenn es wie eine Erfindung der Autoren klingt, den Begriff „Superdollar“ gibt es wirklich. Es handelt sich dabei wirklich um falsche Geldscheine von so besonderer Machart, dass sie von echten Scheinen kaum zu unterscheiden sind. Sogar der Zusammenhang mit Nordkorea entstammt der Realität. Mehr steht in der Wikipedia unter dem Stichwort „Superdollar„.

Kritik – Achtung, Spoiler!
Ein weiterer über mehrer Folgen dauernder Plot beginnt in dieser Folge: Ryan Wolfe hat einen der falschen Scheine – er hat auch im „Todeslotto“ gewettet. Spielen wird Ryans neue Leidenschaft.
Glen Cole, der FBI-Agent, der dem Labor am Ende von Staffel 4 so zugesetzt hat, ist in dieser Folge auch wieder mit dabei. Aber ähnlich wie Rick Stetler in der Folge der letzten Woche ist er heute angenehm umgänglich und hilft Horatio.

Abenteuer im Europa-Park

…oder: Ein reichlich merkwürdige Begegnung, die ein Rettungsdienstler am Eröffnungstag des Europa-Park in einer Toilette hatte

Die Arena of Football im Europa-Park.

Die Arena of Football im Europa-Park.

Nun war ich auch dieses Jahr wieder zur Saisoneröffnung im Europa-Park, allerdings rechnete ich nicht damit, eine Begegnung dieser Art zu haben. Was war passiert? Ich gehöre zu den Gästen, die ihren Aufenthalt im Europa-Park voll genießen wollen. Das heißt, außer einer Umhängetasche für Filmkamera und Fotoapparat schleppe ich eigentlich nichts mit mir herum. Dadurch bin ich quasi gezwungen, mir Essen oder Erfrischung an einer der vielen Stände im Europa-Park zu holen – was wirklich kein Problem ist, denn Stände und Restaurants gibt es dort wahrlich genug.

An diesem Tag war es noch nicht ganz Mittag, als ich beschloss, mir etwas zu trinken zu besorgen, wobei ich gezwungen war, auf das als „weiblich“ propagierte „Coke Light“ auszuweichen, das extrem männliche „Coke Zero“ gibt es dort nämlich nicht. Und während ich noch darüber nachdachte, warum „Coke Light“ weiblich und „Coke Zero“ männlich sein soll (liebe Frauen, hier bitte einen „männlicher-IQ-Witz“ Eurer Wahl einfügen), steuerte ich den nächsten Getränkestand an, die „Arena of Football“ im Englischen Themenbereich. Fußball ist jetzt nicht so mein Ding und selbst meine brasilianische Brieffreundin hat vor, während der diesjährigen WM aus dem Land zu fliehen, aber die „Sports Bar“ in der „Arena of Football“ besuche ich gern wegen den Getränken und den kleinen Snacks (und den lustigen Panini-Sammelalben aus den 1980er Jahren, die dort in die Tische eingearbeitet – was für Frisuren wir damals hatten!).

Allerdings merkte ich an diesem Tag, dass ich wohl zuerst einen anderen Gang machen sollte, bevor ich wieder was trinke: Meine Blase war voll. Aber kein Problem, natürlich hält die „Arena of Football“ auch Toiletten vor. Diese sind – wie übrigens alle Toiletten im Europa-Park – dem Thema angemessen gestaltet, die Vorräume zeigen riesige Fußballkarikaturen, die allerdings vom Humor her aus den 1970er Jahren stammen (unter der Überschrift „Frauenfußball“ sieht man dort beispielsweise eine Riege Frauen auf der Trainerbank sitzen, die ihre Köpfe in diesen 1970er-Jahre-Astronautenhelm-Haartrockungshauben stecken haben und sich gerade die Fingernägel machen lassen). Die Karikaturen setzen sich in den Toiletten fort (wobei ich natürlich nur die Herrentoilette beurteilen kann) und in den Pissoirs der Herrentoilette ist ein kleines Fußballtor eingearbeitet, damit man beim Verrichten des „kleinen Geschäfts“ immer schön in die Mitte zielt.

So weit, so gut. Noch war nichts bemerkenswertes passiert. Ich war allerdings gerade damit fertig, mich als Torschützenkönig zu betätigen und auf dem Weg zum Waschbecken, um mir die Hände zu waschen, als ich aus einer der Toilettenkabinen einen unmenschlichen Schrei und ein Rumpeln vernahm. Und ich sah ganz deutlich, dass die Wände der äußeren Kabine wackelten. Dieser Schrei konnte nur eins bedeuten: Jemand in dieser Kabine litt Schmerzen. Richtige Schmerzen. Und mein Gehirn spielte spontan eine Fanfare und eine mit Hall unterlegte Stimme rief: „Das ist ein Job für Rescue Man!“ Ja, ich weiß, mein Gehirn übertreibt es gern mit dem Pathos. Äußerlich hingegen blieb ich ganz ruhig.

„Ist alles okay?“, war die Frage, die ich in Richtung der Kabine stellte, aus der jetzt nur noch ein Jammern und Klagen kam. Blöde Frage, ich weiß, der Schrei deutete ja schon an, dass eben nicht alles okay war, aber irgendwie muss man ja das Eis brechen und eine vernünftige Konversation anfangen. Die Antwort auf meine Frage war sowas wie: „Das tut weh!“ Ich beschloss, für klare Fronten zu sorgen, auch wenn ich zu Beginn eines Gesprächs mit einem Fremden damit nicht gerne angebe: „Ich bin vom Rettungsdienst. Kann ich Ihnen helfen?“ Dazu machte ich ein paar Schritte auf die Kabine zu. Ich hörte ein Klopfen und Kratzen an der Tür, dann hörte ich, wie der Mann, der sich hinter der Tür befand, das Schloss öffnete. Mehr passierte nicht.

„Äh… ich komme jetzt rein“, sagte ich. Klingt wie bei der Polizei. Oder beim CSI. Ich hätte nur noch „Miami Dade Police!“ dazu sagen müssen, dann hätte es gepasst. Ich stupste die Tür vorsichtig an und durch den sich öffnenen Spalt erkannte ich, dass der Mann sich offenbar irgendwie vor der Toilettenschüssel befinden musste. Also hielt ich die Tür fest, schob meinen Kopf durch den Spalt und lugte ums Eck.

Ich weiß, in dem Moment wäre die juristisch korrekte Vorstellungsformel gewesen: „Hallo, mein Name ist … . Ich bin ausgebildeter Rettungsassistent. Darf ich Ihnen helfen?“ Aber angesichts dessen, was ich sah, verzichtete ich auf irgendwelche Vorstellungsfloskeln und beschloss, gleich zum Punkt zu kommen. Denn der Mann, der die Toilette benutzt hatte, kniete quasi auf allen Vieren vor der Schüssel. Die Hose – nebst Unterhose – hing an seinen Knöcheln und er hatte einen roten Kopf. Als er diesen drehte, blickte ich in ein schmerzverzerrtes, verschwitztes Gesicht mit roten, tränenunterlaufenen Augen. Wie gesagt, ich verzichtete darauf, mich vorzustellen, sondern kam gleich zum Punkt: Ich fragte, was passiert sei.

Nun.

Jeder kennt doch feuchtes Toilettenpapier. Und eigentlich jeder, der schon mal im Europa-Park war, hat möglicherweise diese Sprühspender gesehen, die in den Kabinen neben den Kloschüsseln hängen, mit denen man das Toilettenpapier einsprühen kann. Nun lasst mich Euch eines sagen: Feuchtes Toilettenpapier und eingesprühtes Toilettenpapier – das ist NICHT dasselbe! Die Spender enthalten ein Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis, das man dazu verwendet, vor dem Toilettengang die Toilettenbrille abzuwischen und damit zu desinfizieren (man weiß ja nie, was der „Vorgänger“ auf der Toilette von persönlicher Hygiene hält oder ob er sowas überhaupt kennt). Es ist nicht dazu geeignet, sich nach dem Stuhlgang den Hintern abzuwischen. Nun gut, es ist nicht schlimm, wenn man beim Desinfizieren der Klobrille vielleicht ein paar Tropfen auf die Haut kriegt. Aber der Darmausgang ist nun mal mit extrem vielen Nervenendigungen versehen und entsprechend empfindlich.

Der Mann in der Toilette hatte also sein Geschäft verrichtet, dann hat er zwei oder drei Blatt Toilettenpapier genommen, ordentlich mit Desinfektionsmittel getränkt und sich den Hintern damit abgewischt. Erschrocken durch den plötzlichen Schmerzreiz sei er aufgesprungen, wobei die an seinen Knöcheln hängende Hose seine Beine blockierte und es ihn der Länge nach hinschlug. Meine Frage, ob er sich bei dem Sturz verletzt habe, verneinte er. Er sei gegen die Tür der Kabine geprallt und daran heruntergerutscht, bis er in der Position angekommen war, in der er sich nun befand.

Keine Frage, dem Manne musste geholfen werden. Und als erfahrener Rettungsdienstler stellte ich mir die in der Situation einzig vernünftige Frage: „Was würde McGyver tun?“ Nun sind die Toiletten in der Sports Bar der „Arena of Football“ immer noch mit Papierhandtüchern ausgestattet, was die Situation rettete. Ich nahm ein paar Blatt der Papierhandtücher, tränkte sie mit Wasser und reichte sie dem armen Opfer. Er reinigte die empfindlichen Stellen vom Alkohol, während ich meinen ursprünglichen Plan weiter verfolgte: Ich ging ans Waschbecken, um mir die Hände zu waschen. Als ich fertig war, kam der Mann – mit hochgezogener Hose – aus der Kabine. Nach ein paar Worten des Danks meinte er: „Vom Rettungsdienst, ja? Dann habt Ihr ja jetzt was zu lachen am Rettungsdienststammtisch!“ Vermutlich sei das so, entgegnete ich und hakte nach: Ob ich das Erlebnis denn weitererzählen dürfte. Auch vielleicht öffentlich. In einem Blogbeitrag oder so. „Von mir aus“, sagte der Mann und konnte schon wieder herzlich lachen, „lassen Sie halt meinen Namen raus. Es muss keiner wissen, dass ich nicht weiß, wofür die komischen Sprühdinger eigentlich gut sind.“ Keine Namen, das versprach ich. Außerdem wisse er ja jetzt Bescheid. Aber, so hakte ich nach, ob ihm denn die Bilder auf dem Sprühspender nicht aufgefallen seien? Bild 1 und 2 zeigten, wie man das Toilettenpapier einsprüht, Bild 3 zeigte aber eindeutig eine Hand, die eine Klobrille abputzte. „Wissen sie“, war seine Antwort, „auf das dritte Bild habe ich gar nicht geachtet.“

Er dankte nochmals, verabschiedete sich und ging. Nachdem er gegangen war, fielen mir zwei Dinge auf: Erstens kann ich seinen Namen hier gar nicht nennen, er hat ihn mir nämlich gar nicht gesagt. Zweitens fiel mir erst jetzt auf, dass offenbar niemand sonst von diesem kleinen Drama Notiz genommen hatte. Na ja, das war sicherlich auch ganz im Sinne des unbekannten Toilettenbenutzers.

Ich jedenfalls ging die Stufen von den Toiletten hinab in die Sports Bar, um mir eine besonders männliche Coke Light zu bestellen. Das hatte ich mir verdient, nach dieser Rettungsaktion. Schade, dass es erst Mittag war, sonst hätte ich als Abschluss noch in den Sonnenuntergang reiten können. Aber reiten kann ich ja auch nicht.

„I’m a poor lonesome Rescuer, I’ve a long, long way from home…“

C.S.I. 5.03: Ausgebeutet

Originaltitel: Harvest

Inhalt

Als Sybil Perez ihre Tochter Alicia von der Schule abholen will, erfährt sie, dass diese gar nicht beim Unterricht gewesen ist. Genau in dem Moment ruft ihre andere Tochter April an: Alicia ist entführt worden. Als die Ermittler die Familie befragen, stellen sie fest, dass diese einige Schicksalschläge erlitten hat: die ältere Tochter April wurde aus dem Haus geworfen, da sie schon mal im Gefängnis saß, ihr Bruder hat eine schwere Krankheit. Wie sich herausstellt, wurde Alicia künstlich gezeugt, um als Knochenmarkspender für ihren Bruder zu dienen. Er braucht sie, um zu überleben, also steht das Team unter noch größerem Druck. Da entdeckt ein Touristenhubschrauber in der Wüste ein Paket: die Leiche von Alicia…
Catherine hat dazu noch Probleme mit ihrer eigenen Tochter: Sie ist ausgerissen und wurde an der Freemont Street beim Trampen erwischt. Catherine kommt auf eine eigensinnige und brutale Methode, ihr dieses auszutreiben…

Zitat

„Ich wette, Du war damals auch schon ganz schön schlau.“
Gil Grissom zu Sarah Sidle

Medien

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Hinter der Geschichte

Zwei bekannte Synchronsprecher sind in dieser Episode vertreten: Jimmy Jones wird von Wanja Gerick gesprochen (er hat Hayden Christensen als Anakin Skywalker in den STAR-WARS-Prequels synchronisiert) und Carlos Perez, der Vater von Alicia, von Klaus-Dieter Klebsch (er ist die deutsche Stimme von Hugh Laurie als Doktor House).
In einer Szene der deutschen Version steckt ein faktischer Fehler: Gil und Catherine diskutieren über die Operationen, die Alicia wegen der Krankheit ihres Bruders über sich hat ergehen lassen müssen. Beide reden dabei von „Rückenmark“, das ihr entnommen worden sei. Das ist falsch, bei solchen Operationen wird Knochenmark entnommen. Tatsächlich reden die beiden im englischen Original auch von „bone marrow“.

Kritik – Achtung, Spoiler!
Der Originaltitel „Harvest“, also „Ernte“, bezieht sich darauf, dass Alicia als „Zwangsspenderin“ für ihren Bruder verwendet wurde. Die Folge wirft ein paar brisante moralische Fragen auf, die sich nicht abschließend klären lassen. Besonders interessant ist die Episode im Vergleich zu einer Episode von „CSI: Miami“. In beiden Folgen spielen Pädophile eine Rolle, in der „C.S.I.“-Folge müssen die Ermittler den Pädophilen wieder laufen lassen und Warrick macht sich Gedanken um die Kinder in der Nachbarschaft. Die neue Mitarbeiterin im Labor schlägt ihm daraufhin vor, er solle Flugblätter verteilen, dann würden „die Nachbarn auf ihn achten“. Warrick lehnt ab, weil er befürchtet, die Nachbarn könnten zur Selbstjustiz greifen. In der Folge „Abweichungen“ von „CSI: Miami“ (Episode 4.16) macht die Gerichtsmedizinerin Alexx Woods genau das und bringt damit die Nachbarn gegen einen solchen Sexualstraftäter auf.

CSI: NY 5.02 – Das Buch der Toten

Originaltitel: Page Turner

Wieder einmal spielt uns hier im Blog der Zufall in die Hände: Der Titel „Das Buch der Toten“ ist wohl sehr passend für den Karfreitag.

Inhalt

Bei einem Konzert im Central Park kommt es zu einer Schlägerei, an deren Ende eine junge Frau tot ist.  Sie hat ein Hämatom am Hals, was dafür spricht, dass sie von einem Geschoss getroffen wurde, das die Polizei verwendet, um gegen Randalierer vorzugehen. Doch in der Pathologie stellt Sid fest, dass sie radioaktiv verseucht ist. Er kann gerade noch die Notfallprozeduren in Gang setzen, dann bricht er zusammen. Liza Carpenter, so ihr Name, wurde mit Thallium 201 in sehr hoher Dosis vergiftet, das sie offenbar über ihre Haut aufgenommen hat. Kurz darauf wird ein Filmproduzent mit den gleichen Symptomen tot aufgefunden. Die Ermittler suchen nach einer Gemeinsamkeit der Opfer und stellen fest, dass beide an einem feuchten Ort mit einem Buch in Berührung gekommen sein müssen, das die radioaktive Substand übertrug. Es stellt sich heraus, dass es noch ein Opfer gibt…

Zitat

„Es ist nicht Lupus!“
Doktor House

Medien

Die komplette Staffel 5 von „CSI: NY“ gibt es unter anderem hier:



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Hinter der Geschichte

Am Anfang der Episode hat die Band „Maroon 5“ einen Gastauftritt. Das Lied, das sie singen, heißt „Goodnight, Goodnight“. 
Warum gibt es heute ein Zitat von „Doktor House“? Es passte: das eigentliche Opfer, das ebenfalls eine Thallium-Vergiftung erlitten hat, wurde bei seinem Tod falsch auf Lupus diagnostiziert. Ein Running Gag in der Serie „Doktor House“ ist es, dass bei den schwierigen Diagnosen immer mal wieder der Verdacht auf Lupus im Raum steht, den House meist mit dem Satz „Es ist nicht Lupus!“ abwiegelt.

Kritik – Achtung, Spoiler!
Einer der Verdächtigen will einen „Atomreaktor für den Hausgebrauch“ herstellen und stiehlt dazu Rauchmelder. Tatsächlich gibt es solche Rauchmelder, die mit radioaktiven Elementen funktionieren, man nennt sie „Ionisationsrauchmelder„. Betrieben werden sie mit Americium. Wegen des radioaktiven Elements werden sie allerdings nach und nach durch optische oder wärmeausgelöste Melder abgelöst. Zudem lösen optische Rauchmelder gerade bei Schwelbränden wesentlich früher aus. 
Die Geschichte mit dem vergifteten Buch erinnert ein wenig an „Der Name der Rose“, nimmt hier aber einen ganz anderen Verlauf und ein recht überraschendes Ende. Und letztlich überführte nicht das CSI den Täter, sondern dessen eigene Gier.

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