Europa-Park Inhaber Dr. Roland Mack und Dr. Rolf Densing, ESA-Direktor für Missionsbetrieb und Leiter des Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt, unterzeichnen das Memorandum of Understanding. Bild: Europa-Park
Der Europa-Park und die European Space Agency (ESA) haben am 8. Juni ein Memorandum of Understanding unterzeichnet und damit ihre Zusammenarbeit offiziell bekräftigt. Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht der gemeinsame europäische Gedanke, der sich auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Innovationskraft gründet.
Die ESA ist Europas Tor zum Weltraum. Mit ihren Aktivitäten in den Bereichen Weltraumforschung, Satellitentechnologie, Erdbeobachtung und astronautischer Raumfahrt macht sie wissenschaftlichen Fortschritt sichtbar. Der Europa-Park ist seit mehr als 50 Jahren ein Ort, an dem Europa emotional erlebbar wird und Menschen unterschiedlicher Nationen, Kulturen und Generationen zusammenkommen.
Mit der Unterzeichnung setzen beide Partner ein Zeichen für die Verbindung von Wissenschaft, Bildung und Emotion. Ziel ist es, die Faszination der europäischen Raumfahrt auf inspirierende und zugängliche Weise zu vermitteln, insbesondere für Kinder und Familien. Die Zusammenarbeit soll künftig unter anderem in Bildungsangeboten, Events und weiteren Erlebnisformaten sichtbar werden sowie auch im geplanten Weltraumthemenbereich des Europa-Park eine Rolle spielen.
Stimmen zur Unterzeichnung: Europa-Park Inhaber Roland Mack sagte anlässlich der Unterzeichnung: „Sowohl die ESA als auch der Europa-Park stehen für den europäischen Gedanken, Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, für Innovation, Qualität und die Überzeugung, dass große Ideen immer dann entstehen, wenn Menschen gemeinsam an einer Vision arbeiten. Die ESA zeigt seit Jahrzehnten eindrucksvoll, wie erfolgreich Europa sein kann, wenn Länder ihre Kompetenzen bündeln und gemeinsam handeln. Auch der Europa-Park lebt diesen Gedanken jeden Tag. Europa ist für uns nicht nur ein Thema, Europa ist Teil unserer Identität.“
Josef Aschbacher, Generaldirektor der ESA: „Die Stärke Europas zeigt sich darin, Visionen gemeinsam Wirklichkeit werden zu lassen. Die Europäische Weltraumorganisation ESA steht dafür in besonderer Weise – sie verbindet Technologie, Zusammenarbeit und Inspiration über Grenzen hinweg. Der Europa-Park verkörpert diesen Anspruch auf seine eigene Weise: als Ort, an dem Ideen lebendig werden und Menschen zusammenkommen. Was uns verbindet, ist die Überzeugung, dass große Visionen erst dann ihre volle Kraft entfalten, wenn sie Menschen erreichen und berühren. Gemeinsam schaffen wir einen Raum, in dem Raumfahrt nicht fern und abstrakt bleibt, sondern erlebbar wird, als Ausdruck dessen, was Europa gemeinsam leisten kann und leisten will. So entsteht ein Ort, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern Perspektiven eröffnet: für junge Generationen, für Familien, für alle, die Zukunft nicht nur beobachten, sondern mitgestalten wollen. Ein Ort, an dem der Blick ins All zugleich ein Blick auf die Möglichkeiten Europas ist, und auf das, was wir gemeinsam noch erreichen können.“
Auch Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt war bei der Unterzeichnung vor Ort: „Raumfahrt fasziniert uns Menschen und hat gleichzeitiges ein riesiges Potenzial für unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft. Die Partnerschaft zwischen der europäischen Weltraumorganisation ESA und dem Europa-Park wird das der ganzen Gesellschaft, Jung und Alt, spielerisch klar machen. Die Verbindung von Bildung und Unterhaltung, von Wissenschaft und Nervenkitzel ist eine klare Win-Win-Situation. So können wir bei unseren Kindern die Begeisterung für Raumfahrt und für die MINT-Fächer wecken. Deutschland braucht dringend exzellente Raumfahrt-Expertinnen und –Experten von Morgen.“
Europa-Park und ESA arbeiten eng zusammen Ein Auszug aus dem Memorandum of Understanding unterstreicht den gemeinsamen Anspruch beider Partner: „Mit dieser Erklärung beabsichtigen der Europa-Park und die European Space Agency (ESA), ihre Zusammenarbeit im Bereich Bildung, Wissenskommunikation und Erlebnisgestaltung zu stärken. Ziel ist es, die Faszination der Raumfahrt zu vermitteln, Bildung und Unterhaltung zu verbinden und Besucherinnen und Besuchern jeden Alters ein inspirierendes und einzigartiges Erlebnis mit Mehrwert zu bieten. Gemeinsam wollen wir damit auch die europäische Idee stärken.“
Bereits in der Vergangenheit gab es erfolgreiche Berührungspunkte zwischen dem Europa-Park und der ESA, unter anderem im Rahmen der Science Days sowie bei den ESA Open Days. Die neue Vereinbarung bildet nun den Rahmen, um die Verbindung zwischen europäischer Spitzenforschung und emotionalem Erlebnis weiter zu stärken. Es geht um ein gemeinsames Bekenntnis zu Europa, zur Begeisterung für Wissenschaft und Technologie sowie zur Förderung von Neugier und Entdeckergeist.
Über den Europa-Park Das Europa-Park Erlebnis-Resort, bestehend aus Deutschlands größtem Freizeitpark, der Wasserwelt Rulantica, sechs parkeigenen 4-Sterne (Superior) Hotels, der Silver Lake City und Eatrenalin, ist ein beliebtes Kurzurlaubsziel für Gäste aus aller Welt. Mit mehr als sieben Millionen Besuchern ist der Europa-Park der mit Abstand größte Freizeitpark in Deutschland und der meistbesuchte saisonale Freizeitpark weltweit. Über 100 Attraktionen und Shows laden die Besucher ein, die 18 europäischen Themenbereiche zu entdecken. Gleich nebenan können die Gäste das ganze Jahr über Rutschen, Action und Entspannung in der nordisch geprägten Wasserwelt Rulantica genießen.
Über die Europäische Weltraumorganisation Die ESA ist Europas Tor zum Weltraum. Die ESA ist eine zwischenstaatliche Organisation, die 1975 gegründet wurde, mit dem Auftrag, die Entwicklung der europäischen Weltraumkapazitäten zu gestalten und sicherzustellen, dass Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern Europas und der Welt zugutekommen. Die ESA hat 23 Mitgliedstaaten: Österreich, Belgien, die Tschechische Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Zypern, Lettland, Litauen und die Slowakei sind assoziierte Mitglieder. Die ESA hat eine formelle Zusammenarbeit mit drei EU-Mitgliedstaaten aufgebaut. Kanada beteiligt sich im Rahmen eines Kooperationsabkommens an einigen ESA-Programmen. Durch die Bündelung der finanziellen und intellektuellen Ressourcen ihrer Mitglieder kann die ESA Programme und Aktivitäten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Sie arbeitet insbesondere mit der EU an der Umsetzung der Programme Galileo und Copernicus sowie mit Eumetsat an der Entwicklung meteorologischer Missionen. Erfahren Sie mehr über die ESA unter www.esa.int / www.esa.de
Tropische Hitze, glasklare Seen und exotische Pflanzen – das ist die klassische Vorstellung eines Urwalds. Aber gibt es sowas auch bei uns in Europa? Auch, wenn das Ganze hierzulande nicht allzu viel mit dem Dschungelbuch zu tun hat, gibt es in Deutschland, Polen, Tschechien & Co. einige Wälder, die über Jahrhunderte hinweg ohne menschlichen Einfluss gewachsen sind und ihre Besucher in ein atemberaubendes Abenteuer entführen. Weniger Sommerhitze, aber garantiert genauso viel Paradies – versprochen.
Um herauszufinden, welche Nationalparks die schönsten (Ur)Wälder beherbergen und wie sie am besten erkundet werden können, haben sich die Reiseexperten von Travelcircus einige zauberhafte Orte herausgepickt und genauer angesehen. Dabei wurden 11 wunderschöne Orte gefunden, die garantiert für Urwald-Vibes sorgen – und das mitten in Europa!
Das Wichtigste in Kürze:
Auch innerhalb Europas gibt es einige letzte Urwälder zu entdecken
Viele Parks und Reservate können lediglich im Rahmen lizenzierter Führungen erkundet werden
Es gibt einen Ort, der subtropische Pflanzen beheimatet – und das sogar in Europa
Ein Teil des größten zusammenhängenden Waldgebiets Mitteleuropas liegt in Deutschland
Hitlers Jurassic Park: Ein polnisch-belarussischer Nationalpark trifft auf Nazi-Geschichte
Bild: Travelcircus.de
11 beeindruckende Naturparadiese für echtes Urwald-Feeling
Jetzt schon reif für den Sommerurlaub? Travelcircus hat sich auf die Suche nach den 11 beeindruckendsten Naturparadiesen gemacht und herausgefunden, wo es auch in Europa Orte gibt, die echte Urwald-Vibes versprühen.
Białowieża-Nationalpark (Polen/Belarus)
Der letzte Tiefland-Urwald Europas
An der polnisch-belarussischen Grenze, rund dreieinhalb Autostunden östlich von Warschau, liegt der Nationalpark Białowieża. Er wurde 1932 als erster Nationalpark Polens gegründet und gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas. Der polnische Teil gehört bereits seit 1979 zum UNESCO-Weltnaturerbe, der belarussische seit 1992.
Heimat des Europäischen Bisons
Der Nationalpark ist Rückzugsort für etwa 12.000 Tierarten – unter anderem für das Europäische Bison, auch Wisent genannt. Darüber hinaus konnten bisher unglaubliche 3.500 Pilz- sowie 5.500 Pflanzenarten nachgewiesen werden. Ein wahres Paradies der Artenvielfalt!
Ganz besonders geschützt
Auf polnischer Seite erstreckt sich der Nationalpark auf einer Fläche von 105,17 km², von denen 47,16 km² unter besonderem Schutz stehen. Doch keine Sorge: Das „strenge Schutzgebiet“ kann trotzdem erkundet werden – zumindest in Teilen: Es gibt festgelegte Routen und ausgewiesene Pfade, die von Touristen im Rahmen lizenzierter Führungen bestaunt werden können. Viele Abschnitte des Waldes sind jedoch vollständig unzugänglich oder Forschern vorbehalten.
Geschichtsfans aufgepasst: Eine im Jahr 2014 auf National Geographic Channel veröffentlichte Dokumentation mit dem Namen „Hitlers Jurassic Park” behandelt Einflüsse der Nazis auf den Nationalpark. So wollte Hermann Göring, deutscher Reichsminister der Luftfahrt, Reichsforst- und Reichsjägermeister, beispielsweise eine Art germanische Urwildnis erschaffen.
Nationalpark Plitvicer Seen (Kroatien)
Eines der ersten Naturdenkmäler des UNESCO-Weltnaturerbe
Die smaragdgrünen Plitvicer Seen sind nicht nur Kroatiens größter, sondern auch der älteste Nationalpark Südosteuropas. Sie befinden sich in der Bergregion Kroatiens zwischen den Gebirgsketten Mala Kapela im Westen und Nordwesten sowie Lička Plješivica im Südosten. Die Plitvicer Seen bestehen aus 16 namentlich erwähnten sowie einigen kleineren, kaskadenförmig angeordneten Seen, die durch Wasserfälle miteinander verbunden sind. 1979 wurden sie als eines der ersten Naturdenkmäler weltweit in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen.
Obwohl die Plitvicer Seen den interessantesten sowie bekanntesten Teil des Parks darstellen, nehmen sie insgesamt nur etwa 1 % der Gesamtfläche des Nationalparks ein.
Wandern im Paradies
Der Park hält sieben verschiedene Besichtigungsrouten mit zahlreichen Wanderwegen und Aussichtsplattformen bereit. Neben dem Seensystem lassen sich außerdem vier beeindruckende Bergpfade in fast unberührter Natur erkunden. Aber Achtung! Folgendes ist im Nationalpark Plitvicer Seen streng verboten:
Das Sammeln von Pflanzenmaterial sowie die Entnahme jedweder „Souvenirs“ aus der Natur
Das Füttern von Tieren
Das Baden in den Seen
Das Wegwerfen von Abfällen in die Natur
Das Verlassen der markierten bzw. ausgewiesenen Wege
Funfact: Der Park war teilweise Drehort der bekannten Winnetou Filme in Kroatien.
Nationalpark Sutjeska und Perućica Urwald (Bosnien und Herzegowina)
Einer der letzten Urwälder Europas
Im Südosten von Bosnien und Herzegowina, fast schon an der Grenze zu Montenegro, befindet sich der Nationalpark Sutjeska (bosnisch Nacionalni park Sutjeska). Er ist der älteste Nationalpark des Landes und beherbergt unter anderem einen der letzten Urwälder der warmgemäßigten Zone Europas: den Perućica-Urwald. Tiefe Täler, glasklare Bergseen und dichte Waldkomplexe, wohin das Auge reicht – ein Besuch des Sutjeska Nationalparks ist ein Muss für alle Naturliebhaber.
Ein Jahrtausende altes Naturreservat
Das Alter des Nationalparks wird auf unfassbare 20.000 Jahre geschätzt. Kein Wunder also, dass er zum streng geschützten Naturreservat erklärt wurde und zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Um die unberührte Natur auch weiterhin vor äußeren Einflüssen zu schützen, sind Besuche und Touren lediglich im Rahmen lizenzierter Führungen möglich. Dennoch wird hier einiges geboten: Von mehrtägigen Wanderungen über Bergbesteigungen, bis hin zu Canyoning in Flussschluchten – hier findet definitiv jeder sein persönliches Abenteuer.
All in one: Nationalpark, Naturreservat und Landschaftsschutzgebiet
Im Südwesten Tschechiens im Böhmerwald befindet sich das Biosphärenreservat Šumava. Es umfasst sowohl den Nationalpark als auch das Landschaftsschutzgebiet Šumava und stellt damit eines der artenreichsten Schutzgebiete Mitteleuropas dar.
Ganz besonders beeindruckend: das Naturreservat Boubínský, der größte ursprüngliche Wald Mitteleuropas. Verflochtene Wurzeln, 300 bis 400 Jahre alte Bäume und wilde Natur – da die Holznutzung durch den Menschen aufgrund der unmittelbaren Lage am 1362 m hohen Berg Boubín kaum möglich war, konnte der Urwald nahezu uneingeschränkt vor sich hin wachsen. Entstanden ist er übrigens durch einen Sturm, der im Januar 1724 großen Schaden im Böhmerwald verursachte.
Für wissbegierige Abenteurer führt um den umzäunten Kern des Urwalds ein spannender Rundlehrpfad, Boubínský prales, dessen Ausgangspunkt der See Boubínské jezírko ist.
Durch’s Dickicht zum Aussichtsturm
Wie heißt es so schön? Viele Wege führen nach Rom: Zum Urwald und Aussichtsturm auf dem Gipfel von Boubín gelangt man sowohl aus der Gemeinde Kaplice als auch aus Kubova Huť. Hier befindet sich außerdem die höchstgelegene Eisenbahnstation Tschechiens – 995 m über dem Meeresspiegel.
Good to know: Der Nationalpark Bayerischer Wald liegt mit einer 20-minütigen Autofahrt quasi um die Ecke.
Vilm (Ostsee, Deutschland)
Ein Dschungel mitten in der Ostsee
Beeindruckende Steilküsten, traumhafte Buchten, satte Wiesen und idyllische Wälder – die etwa 94 Hektar große Ostseeinsel Vilm begeistert mit einer einmaligen Flora und Fauna. Sie gehört zur Stadt Putbus auf Rügen und wird durch drei Inselkerne definiert: Kleiner Vilm, Mittelvilm und Großer Vilm. Die Insel ist seit 1990 eine der Kernzonen des Biosphärenreservates Südost-Rügen und beherbergt über 21 Baumarten, von denen so manche bereits das 16. Jahrhundert miterlebt haben sollen.
Inselidyll mit Geschichte
Wer einen Blick auf alte Tourismuskarten der DDR wirft, wird vor allem eines nicht finden: die Insel Vilm. Offiziell war die Insel zu diesem Zeitpunkt nämlich ein gesperrtes Schutzgebiet für die empfindliche Natur – inoffiziell diente sie als privater Urlaubsort für DDR-Ministerrat Mitglieder wie Erich Honecker, Erich Mielke oder Walter Ulbricht. So ging 1967 bei der Putbusser Druckerei der Auftrag ein, die Insel aus allen Landkarten zu streichen.
Um das eindrucksvolle Inselparadies tatsächlich zu schützen, ist das Betreten heute lediglich im Rahmen einer anmeldepflichtigen geführten Exkursion möglich.
Westlich von Maria Zell an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark liegt das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal. Es ist Heimat einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten sowie eines ganz besonderen Stücks unberührter Natur: dem Rothwald. Er erstreckt sich über 40 Quadratkilometer, von denen etwa vier Quadratkilometer seinen ursprünglichsten Teil, den Urwald Rothwald, ausmachen.
Ganz besonders ausgezeichnet
Das Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal ist seit 2002 auch als Naturschutzgebiet deklariert und wurde 2017 sogar gemeinsam mit dem Urwald Rothwald sowie weiteren Wäldern zum „UNESCO-Weltnaturerbe Buchenurwälder und Alte Buchenwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas“ ernannt. Damit gilt es als einziges Gebiet seiner Art, das in Österreich von der UNESCO auf diese Art ausgezeichnet wurde.
Nachdem bereits 1875 die forstliche Nutzung des Wildnisgebiets verboten wurde, ist es Touristen bis heute nur auf ausgewählten Wegen möglich, die beeindruckende Natur zu bestaunen und zu erkunden.
Nationalpark Garajonay (La Gomera, Spanien)
Dschungel-Vibes auf den Kanaren
Der Nationalpark Garajonay befindet sich im Herzen der Kanarischen Insel La Gomera und ist zu 85 Prozent von kanarischem Urwald bedeckt. Moosbewachsene Äste und bis zu zwei Meter hohe Farne, kleine Flussläufe und Wasserfälle am Wegesrand – der immergrüne Nebelwald sorgt für echtes Dschungel-Feeling.
Um das besondere Ökosystem zu schützen, wurde der Nationalpark 1986 zum Weltnaturerbe der UNESCO ernannt und ist seit 1988 außerdem Europäisches Vogelschutzgebiet.
Wanderwege weit und breit
Auf gekennzeichneten Wander- und Forstwegen gibt es viele Möglichkeiten, die herrliche Naturlandschaft auf La Gomera ausgiebig zu genießen. Das Gebiet verfügt über eine ausgebaute Hochstraße und ist für Touristen und leidenschaftliche Wanderer gut erschlossen.
Funfact: Obwohl sich im Nationalpark Garajonay keine Zedernbäume finden lassen, wird der Park im Volksmund häufig als El Bosque del Cedro, auf Deutsch Zedernwald, bezeichnet.
Nationalpark Biogradska Gora (Montenegro)
Klein, aber oho!
Rund 100 Kilometer nördlich der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica in der gebirgigen Bjelasica-Region liegt der kleinste Nationalpark des Landes: Biogradska Gora. Bekannt ist der Park vor allem aufgrund seines 16 Quadratkilometer großen Urwalds.
Eine Flora und Fauna der Extraklasse
Plätschernde Gebirgsbäche und glasklare Gletscherseen, blühende Almwiesen, 86 Arten von Bäumen und Sträuchern sowie eine atemberaubend vielfältige Tierwelt machen den Nationalpark Biogradska Gora nicht nur zu einem wahnsinnig beeindruckenden, sondern vor allem schützenswerten Ort. Etwa 26 unterschiedliche Ökosysteme finden hier Platz.
Ganz besonders sehenswert: der Biogradska Jezero, der größte aller sechs Gletscherseen des Biogradska Gora, auf einer Höhe von 1.000 Metern. Um den See verläuft ein etwa 3,5 Kilometer langer Wanderweg, der zu einem 21 Meter hohen Aussichtsturm führt – mit unglaublicher Aussicht über den Gletschersee.
Laurisilva von Madeira (Portugal)
Subtropische Idylle in Europa
Jahrhunderte alte Bäume umgeben von dicken Nebelschwaden, mit Moos bewachsenen Äste und wucherndem Farn – der Laurisilva, auch Lorbeer- oder Laurazeenwald genannt, gilt als Aushängeschild der Insel Madeira in Portugal. Wie der Name bereits verrät, ist er ein Schutzgebiet für den Waldtypus Laurisilva und seit dem 2. Dezember 1999 UNESCO-Weltnaturerbe.
Paradiesische Bedingungen
Die regionale Nähe zu Afrika sorgt für ein besonderes Klima in Madeira – aus diesem Grund beheimatet die Insel sowohl subtropische Pflanzen, die es in anderen Regionen Europas heute nicht mehr gibt, als auch einen ganz besonderen Vogel: die endemische Silberhalstaube, Symbolfigur des Parque Natural da Madeira.
Die magische Waldlandschaft des Laurisilva lässt sich am besten über ein ausgedehntes Weg- und Wandernetz erkunden und bestaunen. Häufig führen die Routen an sogenannten Levadas vorbei – das sind künstlich angelegte Kanalläufe, die schon im 15. Jahrhundert eine entscheidende Rolle für den Wassertransport spielten.
Bayerischer Wald (Deutschland)
Das Grüne Dach Europas
Der wunderschöne Bayerische Wald liegt zwischen Donau, Böhmerwald und der österreichischen Landesgrenze und erstreckt sich auf rund 6.000 Quadratkilometern. Er ist Teil des größten zusammenhängenden Waldgebiets Mitteleuropas im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Österreich, dem Grünen Dach Europas.
Traumhaftes Flair mitten in Bayern
Mit seinen mächtigen Bergrücken und den glasklaren Bergseen katapultiert er seine Besucher an einen magischen Ort, der sich – zumindest gefühlt – fernab der Realität befindet. Mit mehr als 130 Berggipfeln, vielen seltenen Tierarten, einem unglaublichen Naturschauspiel und dem längsten Wanderweg Deutschlands, dem Goldsteig, gibt es im Bayerischen Wald jede Menge zu entdecken.
Zwei in eins: Einige der Wanderwege setzen sich über die Grenze hinweg bis nach Tschechien fort und gehen so in den Nationalpark Böhmerwald (Šumava) über – rein geologisch ist der Bayerische Wald tatsächlich Teil des Böhmerwalds. Zumindest namentlich voneinander unterschieden werden die beiden Wälder übrigens erst seit 1830, als das Gebiet bayerisch wurde.
Biosphärenreservat Spreewald (Deutschland)
Urlaub, Naturschutz und Gurken
Eine atemberaubende Wasser- und Kulturlandschaft, die bedeutend zur Artenvielfalt beiträgt, Heimat besonderer Tierarten wie der Rotbauchunke sowie köstlicher Gurken – der Spreewald im Südosten von Brandenburg ist aus vielerlei Gründen eine Reise wert. Als ausgeprägte Auen- und Moorlandschaft steht das 475 Quadratkilometer große Biosphärenreservat Spreewald unter besonderem Schutz und leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Natur.
Von Berlin bis nach Paris
Während die beeindruckende Landschaft rund um den Spreewald bereits im aktuellen Eiszeitalter geformt wurde, zählt sie heute als eines der beliebtesten Ziele im Raum Brandenburg. Die natürlichen und künstlich angelegten Fließe und Kanäle erreichen eine Gesamtlänge von 970 Kilometern. Zum Vergleich: Die Strecke von Berlin bis Paris beträgt etwa 1.055 Kilometer – durch den Spreewald fließt also wirklich ganz schön viel Wasser.
Schon gewusst?Fließ ist ein altes Wort für einen Wasserlauf, das in Brandenburg, Berlin und Sachsen auch heute noch als Hydronym für Bach verwendet wird.
Von Lübbenau aus durch den Spreewald geht es bereits seit 1882 – mittlerweile zählen die beliebten Kahnfahrten jährlich bis zu einer knappen Million Gäste. Hier gibt es schließlich pure Natur, gekoppelt an spannende Geschichte zu entdecken. Und keine Sorge: Die berühmte knackig-würzige Spreewaldgurke kann natürlich an einem der vielen Gurkenstände der verschiedenen Häfen oder im speziellen Gurken Drive-in gekauft und auslaufsicher mitgenommen werden.
Zusammenfassung: Das Dschungelbuch, aber in Europa
Wer sich nach Urlaub im Grünen und Dschungel-Vibes sehnt, muss dafür keine endlos lange Reise auf sich nehmen – unberührte Natur und Urwald-Feeling gibt es quasi vor der Haustür. Ob Bayerischer Wald oder Plitvicer Seen, ob Wisente im polnisch-belarussischen Naturpark oder Silberhalstauben in Portugal: In Europa ist eine Menge los und es gibt allerhand zu entdecken!
Doch nicht nur fleißige Wanderer und Naturliebhaber kommen an diesen beeindruckenden Orten auf ihre Kosten – auch Geschichtsfans können einiges mitnehmen. Die zeitweise verschwundene Insel Vilm oder Hermann Görings Pläne für den Białowieża-Nationalpark sind im Geschichtsunterricht sicher noch nicht behandelt worden, oder?
Besonders wichtig: Das unglaubliche Naturschauspiel dieser beeindruckenden Parks und Reservate muss auch weiterhin geschätzt und geschützt werden. Wer sein Bewusstsein für die Magie unserer Erde noch mal vertiefen möchte, sollte sich einen Ausflug ins Dickicht aber unter keinen Umständen entgehen lassen.
Es bleibt lediglich zu beachten, dass viele Wälder nur im Rahmen offizieller Führungen erkundet werden können. Sich vorab zu informieren, sollte also ganz oben auf der To-Do-Liste der nächsten Reise- und Urlaubsplanung stehen!
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