Kategorie: Impressionen (Seite 3 von 14)
Zu diesem Bild gibt es auch eine Geschichte, es entstand auf dem ersten Gruppenausflug in den Europa-Park, den zu organisieren die Ehre ich hatte. Es war April und wir hatten verabredet, dass wir den ersten Tag mit Schwimmen beschließen wollten. Leider war es nicht möglich herauszufinden, ob der Pool wohl zu dieser Jahreszeit beheizt war oder nicht. Selbst die Mitarbeiter an der Rezeption waren zu dem Zeitpunkt überfragt. Also dachten wir, wir probieren es einfach mal aus. Ich war selbst höchst misstrauisch, hielt meine Hand ins Wasser und fand es nicht sonderlich warm. Als ich aufblickte, sah ich die drei Damen, die sich auf dem Bild abtrocknen (Dame Nummer 3 versteckt sich hinter der Dame im schwarzen Badeanzug), wie sie sich an der einen Seite des Pools aufgestellt hatten. Sie waren im Begriff… ins Wasser zu springen! Ich wollte noch sowas sagen wie „Das ist keine sonderlich gute Idee!“ (oder ich hätte – wie in den Kinofilmen – ganz dramatisch „Neeeeeeeeeeiiin!“ rufen sollen), doch zu spät. „Eins, zwei, drei!“, zählten sie, und bei „drei“ sprangen sie.
Platsch!
Drei Köpfe erschienen an der Wasseroberfläche (zum Glück, sonst hätte ich noch hinterher springen müssen) und bibberten. Die Damen schwammen im Eiltempo eine Länge des Pools durch, stiegen raus und begannen, sich abzutrocknen. Jene Dame, die ganz rechts zu sehen ist (die sich bereits ihr Handtuch um die Hüften gewickelt hat), verbarrikadierte sich daraufhin für etwa eine halbe Stunde im Bad und nahm eine heiße Dusche.
Moral: Immer erst das Wasser testen, bevor man springt. Wie ich in der Zwischenzeit herausgefunden habe, ist der Pool erst ab Mai beheizt, was einen einfachen praktischen Hintergrund hat: er ist nicht überdacht, von daher würde zu viel Wärme entweichen. Mittlerweile durfte ich das Wasser beheizt auch mal austesten und es ist wirklich toll.
„Das Abliefern der Zuckerrüben an die Zuckerfabrik Waghäusel geht ihrem Ende entgegen. Die Pflanzer sind sehr unzufrieden mit diesem Artikel, da er erstlich keinen hohen Ertrag abwirft und zweitens das Reinigen der Rüben, die nicht geschabt, nicht an der Haut verletzt und nicht gewaschen werden dürfen, unsäglich viele Mühe macht, und es drittens an der Bahn beim Einwiegen durch hohe Prozentabzüge nicht lobend zugeht. So wurden von 4 bis 16 Prozent Abzüge gemacht, weshalb denn von Rust aus klagend vorgegangen wird. Im ganzen Bezirk wird das nächste Jahr kein Accord mehr gemacht werden, denn jeder erkennt, dass das Tabakpflanzen angenehmer und lohnender ist.“
Lahrer Zeitung vom 18. Oktober 1892
Der Tabakanbau wurde im 18. und 19. Jahrhundert zu einer neuen Verdienstmöglichkeit für Bauern, und die Gemeinde Rust gehörte zu den ersten Orten, in denen Tabak angepflanzt wurde. Bald enstanden in der Region neben Tabak- auch Zigarrenfabriken. Teilweise arbeitete die ganze Bevölkerung einzelner Dörfer in diesen Fabriken, in Rust waren es 1925 immerhin die Hälfte aller erwachsenen Einwohner. Die letzte Ruster Zigarrenfabrik stellte 1993 ihren Betrieb ein.

Ich bei meinen allerersten Besuch im Hotel "El Andaluz" 1995.








